Full text : Neues Preussisches Adels-Lexicon. Dritter Band. I-O. (3)

Kunkeiın.  187

Mitte  des  15.  Jahrhunderts  nach  Preussen.  Der  Hochmeister  Ludwig
v.  Erlichshausen  belohnte  ihn,  wegen  seiner  Mitwirkung  an  der  Verteidigung
  von  Marienburg,  durch  die  Belehnung  mit  dem  Dorfe
“Mühlhausen.  —  Sein  Sohn,  Georg  v.  K.,  Geheimer  Rath  des  Her-2083
  Albrecht  von  Preussen  und  Amtshauptmann  zu  Tapiau,  wurde
von  diesem  Fürsten  mit  vielen  Gütern  beschenkt.  Nach  seinem  Tode
vertrat  auch  der  Herzog  Vaterstelle  bei  dem  Sohne  Georg  sv.  K.,
en  er  beim  Begräbnisse  des  Vaters  in  seine  Arme  schloss  und  ilım  die
töstenden  Worte  zurief:  „Weine  nicht,  mein  Georg,  ıch
"ill  dein  Vater  sein.“  Desselbe  Geory  v.  K.  vermählte  sich  am
>».  August  1555  nach  Beilegung  einiger  Schwierigkeiten,  aber  mit  der
Ustiminung  seines  hohen  Pilegevaters  nnd  Vormundes,  mit  Marga-Tetle
  Luther,  des  grossen  Reformators  jüugsten  Tochter.  Er  zeugte
Mit  derselben  neun  Kinder  und  verlor  seine  geliebte  Gemahlin  nach
ünfzehnjähriger  Ehe  im  Jahre  1570.  Die  Kirche  zu  Mühlhausen  be-Sttzt
  noch  eine  Bibliothek,  welche  ihre  Gründung  in  der  Schenkung
and,  die  ihr  Geory:v.  K.  mit  den  Schriften  seines  Schwiegervaters
Machte.  —  Einer  seiner  Söhne,  Erhard  v.  K.,  starb  im  Jahre  1645,
und  es  kamen  nach  seinem  Tode  die  ansehnlichen  Güter  durch  Kauf
an  die  Familie  v.  Kalkstein,  die  seit  zweihundert  Jahren  im  Besitze
erselben  ist.  —  In  einer  versiegelten  Flasche  sind  die  wichtigsten
tchrichten  von  Margarethe  Luther,  vermählten  v.  Kunheim,  unter
eigedrucktem.  Kirchensiegel,  in  der  Gruft  zu  Mühlhausen  niedergeest.
  —  Johamm  Dietrich  v.  K.,  geb.  am  29.  Juni  1684,  wurde  am
12,  Mai  1730  Wirklicher  Geheimer  Staats-  und  Kriegsrath,  auch  Ober-‚ürggraf,
  Präsident  des  litthauischen  Hofgerichts,  sowie  Hauptmann  zu
NSterburg,  und  starb  am  22.  Mai  1752.

N.  N.  v.K.,  geboren  am  30.  Januar  1730,  trug  schon  seit  sei-Nem
  zwölften  Jahre  die  Waffen  und  war  ein  thätiger  Augenzeuge  der
Meisten  Schlachten  des  siebenjährigen  Krieges,  in  denen  er  die  Auf-Merksamkeit
  Friedrichs  des  Grossen  auf  sich  zog.  Nachdeın  er  unter
(rei  Königen  die  militairischen  Grade  durchlaufen  hatte,  erhielt  er
im  Jahre  1789  den  Orden  pour  le  merite,  179%  aber  das  in  Berlin
Sarnisonirende  Infanterie-  Regiment  No.  1.  Im  Jahre  1798  wurde  er
Zum  Generallieutenant  ernannt,  nachdem  ihn  des  jetzt  regierenden
önigs  Majestät  bei  der  Huldigung  zu  Königsberg  am  5.  Januar  1797
in  Tlen  Grafenstand  erhoben  hatte.  Mit  ihm  zugleich  wurde  seinen
Tüdern,  Erhard  Alexander  v.  K.,  Majoratsherrn  auf  Stollen,  und
rnst  Wilhelm  Alexander  Friedrich  v.  K.,  Majoratslerrn  auf  Spanden,

lese  Standeserhebung  zu  Theil.  Im  Jahre  1802,  bei  Gelegenheit
Seiner  50jährigen  Dienstjubelfeier,  schmückte  ihn  Se.  Majestät  mit
“m  grossen  rothen  Adlerorden.  —  Die  Ereignisse  des  Jahres  1806
trafen  ihn  schon  als  7ejährigen  Greis,  wo  er  anfänglich  das  märkische
Oder  erste  Reservecorps  zwischen  Dessan  und  Wittenberg  comman-Irte,
  sich  aber  bald  daranf,  geschmückt  mit  dem  schwarzen  Adler-Orden,
  in  den  Stand  der  Ruhe  zurückzog.  Kr  starb  am  19.  Januar
1818,  nach  einem  rulmvollen  $8jährigen  Leben.  Die  Güter  in  Preussen
  sind  noch  in  der  Gegenwart  in  den  Händen  der  Familie,  na-Mentlich
  besitzt  der  königl.  Kammerherr  v.  K.  die  Stollener  Güter,
Welche  eines  der  beiden  Familienmajorate  bilden.  —  Ein  Major  v.
x  S  D.  erwarb  sich  bei  Magdeburg  und  Luckau  das  eiserne  Kreuz
asse,

Das  v.  Kunheim’sche  Wappen  zeigt  im  silbernen  Schilde  einen

Nach  der  rechten  Seite  aufspringenden  schwarzen  Löwen  mit  ausnlagender
  Zunge;  dasselbe  Bild  wiederholt  sich  auf  dem  gekrönten

eline,