40 Wohlfahrtseinrichtungen.
der Beaufsichtigung umfaßt in der Regel die Stunden nach Schulschluß
bis um 6 oder 7 Uhr abends, zu welcher Zeit die Eitern von _ ihrer
Arbeit zurückerwartet werden können. Auch wird in der Regel
während des Aufenthaltes ein Vesperbrot, bestehend aus Milch und
Brot oder Suppe, verabreicht.
Die Beschäftigung in den Horten paßt sich den vorhandenen
Einrichtungen an; insbesondere wird, wenn ein Garten zur Verfügung
steht, im Sommer die Pflege des Gartens durch Zuweisung einzelner
Beete an die Kinder bevorzugt. Speziell bei den Knabenhorten hat
sich neuerdings ein engerer Anschluß an die Bewegung für den
Knaben-Handfertigkeitsunterricht vollzogen;. so wird in den Statuten
der Hamburger Knabenhorte ausdrücklich ausgesprochen, daß sie
sich den Bestrebungen des allgemeinen deutschen Vereins für Knabenhandarbeit
anschließen.
Die Frage der Räumlichkeiten pflegt keine Schwierigkeiten zu
machen, da es sich nicht um Stätten für nächtlichen Aufenthalt
handelt, sondern nur um einen Raum, in dem die Kinder während
einiger Stunden verweilen können. Schwieriger ist die Frage der
Leitung, da es gerade für Knaben einer besonders geschickten Hand
bedarf, um auf sie einen wirklich erziehlichen Einfluß auszuüben. Es
wird namentlich Wert darauf gelegt, daß der Hort nicht den Charakter
einer eigentlichen Anstalt trage, sondern sich dem Leben und Wesen
ın der Familie tunlichst annähere, sodaß zwischen Spiel und Beschäftigung,
zwischen freier und vorgeschriebener Tätigkeit nach
Möglichkeit gewechselt wird. Die Zahl der in einen Hort aufzunehmenden
Kinder wird im ganzen 50—60 nicht überschreiten dürfen,
und diese Besetzung entspricht auch im großen und ganzen den tatsächlichen
Ziffern, die sich aus den Berichten der Vereine ergeben.
— Von gut geleiteten Knabenhorten heben wir namentlich hervor
die Anstalten in München, die unter einem einheitlichen Vorstande
stehen (der Vorstand gab von 1883 bis 1900 eine kleine, monatlich
erscheinende Zeitschrift „Der Knabenhort“ heraus, in der er über
Stand und Einrichtungen der Horte berichtete, aber auch allgemeine
Fragen des Knabenhortwesens behandelte); ferner die Knabenhorte
in Stuttgart, Cöln, Frankfurt a. M, Augsburg, Hamburg, Kiel,
Leipzig u. a. m. Von Einzelheiten heben wir noch hervor, dat;
Bremen und München Einrichtungen zur Beförderung des Sparsinnes
der Kinder getroffen haben; in Stuttgart werden die Eltern vierteljährlich
durch Zeugnisse von dem Betragen der Kinder in Kenntnis
gesetzt. Einige Vercine, z. B. der Münchener, senden ihre erholungs-