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ugnis des Art. 68 RV. nicht als Regierungsrecht bezeichnet
werden. Es ist aber nicht einzusehen, warum nicht
ein besonderes Trennstück dieser grundsätzlich dem Bundesrate
allein zukommenden Regierungsgewalt dem Kaiser
materiell als dem Bundespräsidium zugesprochen worden sein
kann, mag es auch formell dem Bundesfeldherrn erteilt worden
sein. Gerade in der Natur des Verhängungsrechtes liegt die
Notwendigkeit begründet, es einem einzigen physischen Träger
zuzuweisen. Eine kollegiale Behörde, wie sie der Bundesrat
darstellt, bot für eine rasche, im gegebenen Augenblicke einsetzende
Handhabung eines solchen Notrechts nicht die nötige
Sicherheit'): ehe die Gesamtheit der Instruktionen von den
einzelnen Bevollmächtigten eingeholt war, Beratung und Abstimmung
sich daran angeschlossen hatten, konnte die Gelegenheit
rechtzeitiger Prävention gegen die drohenden Staatsgefährdungen
schon versäumt sein.
Das Recht zur Verhängung des Reichskriegszustands ist
in gewissem Sinne verwandt mit dem Rechte der Kriegserklärung.
Dieses ist zwar kein Regierungsrecht im engeren
Sinne, sondern entspringt der Befugnis zur völkerrechtlichen
Vertretung des Reiches. Es steht aber dem Kaiser — hier
auch im Einklang mit der Rubrizierung der Reichsverfassung’®)
— unzweifelhaft als Bundespräsidium zu. Die Ausübung
dieses Rechtes hat Maßnahmen zur Folge, wie die Mohbilmachung,
die Anordnung der Kriegsgliederung — Maßnahmen,
die ihrerseits Bestandteil des kaiserlichen Oberbefehls sind,
ohne daß damit das Recht zur Kriegserklärung selbst in
I) Analogien finden sich auf anderen Gebieten des Rechtslebens,
50 8 944 ZPO.: In dringenden Fällen kann der Vorsitzende anstatt
des Gerichts einstweilige Verfügungen erlassen.
9 Art. 11 RV.
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