Contents : Der Weltbrand. Deutschlands Tragödie 1914-1918. Erster Band. (1)

müssen  und  nun  mit  Frout  gegen  die  Heimat  focht.  Ihre  Lluie  wölbte  sich
in  ziemllch  tief  elngedrücktem  Bogen  zwlschen  der  Nordfront  von  DVerdun  und
Réoigny;  aber  dlese  Stadt  selbst  war  bereite  verloren,  und  der  Verteidiger  über
den  Lauf  des  Ornaln  und  des  Rheln-Marne-Kanals  zurückgetrleben.  Weiter
westlich  schloß  sich,  von  Albrecht  hart  bedrängt,  die  4.  Armee  an.  Von  Réoigny
über  Vitry-le-Frangoie  zogen  sich  ihre  Linien  bie  Sompuis.  Ihr  linker  Flügel
bing  in  der  Luft  und  war  in  harter  Bedrängnie,  die  sich  nur  steigern  konnte,
wenn  nun  gar  noch  das  19.  Korps  der  3.  Armee,  das  zur  DVerstärkung  des  rechten
Flügels  der  4.  Armee  im  Anmarsch  war,  diese  noch  weiter  nach  rechts  verlängerte.

Diesen  beiden  Armeen  war  also  Joffres  ncuordnende  Tätigkeit  in  keiner
Weise  zustatten  gekommen.

Dagegen  iwar  es  dem  Generalissimus  gelungen,  den  linken  Flügel  der
französischen  Gesamtaufstellung  gründllch  zu  „retablieren“.

Nordwestlich  von  Parls  stand  die  6.  Armee  (Maunoury)  auf  der  Lauer,
und  ihre  Späher  hatten  freudestrahlend  imelden  können,  daß  der  Feind  vor
lhrer  Front  vorübergezogen  sei,  ohne  ihre  Anwesenhelt  überhaupt
zu  bemerken.  Allerdings  war  ihr  berelte  bekannt,  daß  Kluck  die  Vorsicht  gebraucht
  hatte,  nördlich  von  Meaux  Beobachtungstruppen  zurückzulassen,  deren
Stärte  aber  ein  Armeekorps  schwerlich  überstieg.

Im  Anschluß  an  die  6.  Armee  waren  inzwischen  dle  Engländer  aus  ihrer
Ruhestellung  hinter  dem  Wald  von  Crecy  vorgerückt  und  standen  zwischen
Vaudoy  und  Haute-Feuille  zum  Angriff  bercit.

Neben  lhrem  rechten  Flügel  befand  sich  eine  breite  Lücke,  die  durch  zwel
Kavalleriekorps  notdürftig  ausgefüllt  war.  Südllch  von  Angers  begannen  dann
die  Linien  der  s.  Armee,  die  das  Flüßchen  Aubetin  überschritten  hatten.  Ihr
Oberkommandierender  General  Lanrezac  war  selt  der  Neuordnung  durch  Franchet
  d'Esperepy  ersetzt  worden.  In  der  Gegend  von  Stzanne  schloß  sich  die
neuaufgestellte  9.  Armee  unter  General  Foch  an.  Ihre  Linlen  zogen  slch,
zlemllch  scharf  vorgebogen,  der  von  Sszanne  nach  Norden  führenden  Straße
entlang  ble  zum  Kleinen  Morin,  um  dann  südlich  des  Sumpfdistriktes  von  Gond
sich  bis  zum  Odberlauf  der  Somme  bel  Sommesous  binzuziehen.  Zwischen  ihr
und  der  Nachbararmee,  die  dei  Sompuis,  wle  wlr  gesehen  haben,  bereite  in
barter  Bedränguls  war,  klaffte  allerdings  eine  gefährliche  Lücke  von
über  15  Kilometern.

Joffre  war  ursprünglich  entschlossen  gewesen,  mit  den  endlich  wieder  zusammengefaßten
  und  durch  die  9.  Armee  verstärkten  Kräften  des  linken  Flügels
den  Vormarsch  der  deutschen  I.,  2.  und  S.  Armee  auf  sich  zu  lenken,  dann  langsam
  und  kämpfend  noch  weiter  zurückzuweichen,  den  Felud  so  allmöhlich  immer
welter  von  selnen  rückwärtigen  Verbindungen  abzuziehen  und  erst  wieder  anzugreifen,
  wenn  jener  tief  in  französisches  Land  eingedrungen  wäre  und  sich  durch
Marschverluste  und  unersetzbare  Munitionsknapphelt  noch  weiter  geschwächt
bätte.  Da  errelchte  ihn  die  Meldung,  daß  Kluck  an  der  mit  Divisionen  wohlgespickten
  Ostflanke  von  Paris  vorbeimarschiert  sel!  Das  ließ  nur  den  elnen
Schluß  zu,  daß  er  tatsächlich  von  der  schweren  Bedrohung  seines  in  der  Luft
böngenden  rechten  Flügels  keine  Kenntnie  erlangt  baben  könne.  Oer  Felnd  war
in  die  Falle  hineinmarschiert!  Zetzt  tauchte  vor  Joffres  Blicken  eine  ganz  neue

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