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erachtet, in Anbetracht der entgegenstehenden Übermacht das
Schwert einzustecken.
In den altpreußischen Provinzen aber gab es kein Standesamt.
Als solches diente die Kirchenbehörde. Das allgemeine
Landrecht bestimmte daher: ‚Eine vollgültige Ehe wird durch
die priesterliche Trauung vollzogen.‘ Unter ‚‚priesterlich“
waren die protestantischen und römischen Pfarrer und
auch die jüdischen Rabbiner gemeint. Sie alle funktionierten
bei der Trauung zugleich als kirchliche und als staatliche
Beamte. Dabei war weitgehendste konfessionelle Duldsamkeit
Voraussetzung. Bei gemischter Konfession des Brautpaares
stand es in seinem Belieben, welcher Konfessionalität
es sich zuwenden wollte. Bezüglich der aus einer konfessionell
gemischten Ehe entsprungenen Kinder war um der ‚Parität‘
willen ursprünglich vorgesehen, daß die Söhne der Konfession
des Vaters, die Töchter der Konfession der Mutter folgen sollten.
Als dies indes begreiflicherweise Wirrnisse im Gefolge hatte,
welche nur zu leicht die Eintracht der Familie zerstörten, ward
durch königliches Dekret angeordnet, daß die religiöse Erziehung
der Kinder vollständig dem Ermessen der Eltern anheimgegeben
werden müsse; waren diese miteinander einig, so durfte sich unter
keinen Umständen irgendein Dritter einmischen. Erlangte ein
Kind das I4. Lebensjahr, so konnte es, auch gegen den Willen
der Eltern, eine Konfession wählen.
Als noch unter Friedrich dem Großen, der dem päpstlichen
Rom so weit entgegengekommen war, als sich in seiner Vorstellung
mit der Wahrung der Staatshoheit und damit der
Einheit des Gemeinwesens irgend vertrug, von Rom aus versucht
wurde, der priesterlichen Trauung gemischter Brautpaare
Hindernisse in den Weg zu legen, ließ der Philosoph von Sanssouci
dem Dreifachgekrönten im Vatikan kurzweg sagen, daß er,
wenn man nicht Vernunft annehme, die betreffenden Paare einfach
von protestantischen Geistlichen werde trauen lassen.
Das genügte. Roma laudabiliter se subiecit.
Während des Revolutionszeitalters bis zum Sturze des
korsischen Cäsars hatte man sich im Vatikan wohl gehütet,
der Staatshoheit zu nahe zu treten. Und so war, auch in Ehesachen,
alles hübsch friedlich und schiedlich verlaufen. Kaum
waren indes die Jünger Loyolas im Vatikan wieder am Steuer
und war die römisch-päpstliche Hierarchie im ganzen Umfange