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in die Wage gelegt werden, daß er Friedrichen so manches
Projekt zu Verbesserung des allgemeinen Nahrungsstandes
angegeben und ausgeführt, daß er so manche Negociarion
glücklich vollendet, daß er. bei einem cholerischgewaltthätigen
Prinzen, wie Friedericht war, vierzehn. Jahre lang in fortdaurender
Gnade sich erhalten habe. Was für ein hartes
Loos der Günsilinge der Fürsien, wenn Finanzuntreuen. eine
solche Strafe verdienen:, daß derjenige, mit welchem der
vorige Herzog noch vot nein paan Monaten als mit seinem
vertrautesten Minister sprach, wie. der schändlichsie Verbrecher
an Ketten geschlossen, retht. zum warnenden Schauspiel vor
der ganzen Canzlei dargesiellt wird. Anfangs solltc. es noch
Gnade seyn, daß #man ihn nur mit ewigem Gefängniß
strafte, aber da er Bewegungen machte, los zu kommen,
geheime Wege fand, vor den Herzog und seine Brüder schriftliche
Vorstellungen zu bringen, seine beleidigten Verwandten
Rache drohten, so muͤßte er endlich doch aus dem Wege geschafft
werden, er war von allen Günstlingen Friedrichs das
einzige blurige Opfer, die Uebrigen wurden nur cassirt oder
an Geld gestraft. 2
Die alten Räthe waren also wieder siegreiche Herren
der neuen Regierung, aber die Geschichte spricht nicht für
gendes. Herz. Friedrich verehrte einem Stiftstrasburgischen
Rath Bilonius durch Enzlin eine goldene Kette mit daran hängender
Medaille. Enzlin behielt die Kette, und gab dem Bilonius
nur die. Medaille.
*) Daß in Enzlins Prozeß, so schuldig der Mann vielleicht auch
in gewissen Rücksichten gewelen sepn mag, wirkliche Ungerechtigkeiten
vorgiengen, sieht man selbst auch aus den defekten Alten.
Man hätte ihm zuletzt den Prozeß gern nach Kriegsrecht
gemacht, weil seine letzten Vergehungen während der Gefangenschaft
auf der Festung begangen worden seven, aber die Juristenfacultät
in Tübingen und das Advokatencolleginm in
Augspurg war dagegen.
Spiulers sémmtl. Werte. V. Pand. 27