Marie von Thadden an Elisabeth
von Mittelstädt.
Elisabeth v. Mittelstädt war die Tochter des Konsistorialpräsi—
denten von Stettin, heiratete später den Missionsinspektor Wange—
mann.
Winter 1844/45.
Einen Menschen zu sehen, der so leidet unter der Kälte
des Unglaubens wie Otto Bismarck, hat etwas sehr Melan—
cholisches, dabei stunden-, tagelang über all die heiligen
großen Wahrheiten sprechen hören und doch unmöglich einem
armen erstarrten Herzen nur einen Tropfen von dem Frieden,
der aus dem Glauben kommt, beibringen zu können, das ist
tief schmerzlich. Klagen hat er genug, Schmerz über das
eigne und der Welt Elend, Sehnsucht nach Frieden, und doch
kann und will er nicht glauben.
Marcks, Bismarck.
Otto von Bismarck an seinen Dater.
niephof, Pfingstsonntag 1845.
heut zum Fest bin ich in Cardemin lzu Moritz von
Blanckenburg] eingeladen, morgen in Cummerow lzu Bülow-Tummerowlj,
Simmerhausen lzu Blanckenburg, den Eltern!]
und Schlosser. Ich wollte, die Leute kauften mir lieber mein
Mastvieh ab, anstatt mich zu Mittag zu bitten. Die hammel
hat noch nicht einmal einer angesehen, und in Berlin fallen
die Preise täglich. Blemardilahrbuch
Snnarckjabrbuch.
Bismarck an seine Schwester Malwine.
Schönhausen, 22. Mai 1846.
Liebe Krnimen, Ich habe in diesen Tagen so viel Briefe
schreiben müssen, daß mir nur noch ein halber mit Kaffee
befleckter Bogen geblieben ist, den ich Dir deshalb aber nicht
vorenthalten will. Meine Existenz hier ist nicht die vergnüglichste
gewesen. Inventarien anfertigen ist langweilig,
namentlich, wenn man von den Schurken, den Taratoren,
dreimal aus nichtigen Gründen im stich gelassen wird und
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