Volltext : Der Erwerb der Gebietshoheit.

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zunächst  nur  auf  Erwerbungen  afrikanischer  Küstengebiete
beziehen,  so  besitzen  sie  gleichwohl  einen  universellen  Charakter,
  da  darin  nur  eine  allgemeine  völkerrechtliche  Rechtsüberzeugung
  in  feierlicher  Form  bindenden  Ausdruck  gefunden
hat.  Die  hier  in  Betracht  kommenden  Bestimmungen  der
Berliner  Konferenz  beziehen  sich  auf  den  Kolonialerwerb
durch  Okkupation  und  durch  Ubernahme  eines  sog.  Protektorats.
  Unter  diesen  beiden  Formen,  besonders  in  der  letzteren,
  hatten  sich  nämlich  die  sämtlichen  neueren  Gebietserwerbungen
  in  Afrika  sowohl  wie  anderwärts  vollzogen.
Während  die  Form  des  Protektorats  oder  der  Schutzherrschaft
in  dem  von  der  üblichen  völkerrechtlichen  Auffassung  dieses
Begriffs  abweichenden  Sinne,  in  welchem  sie  neuerdings  als
koloniale  Gebietserwerbsart  gebraucht  wird,  ein  Erzeugnis  der
modernsten  Rechtsentwicklung  von  übrigens  sehr  zweifelhaftem
juristisch-technischem  Werte  ist,  hat  die  Okkupation  zu  allen
Zeiten  eine  hervorragende  Bedeutung  für  den  Erwerb  der
Gebietshoheit  gehabt.  Die  Grundsätze  jedoch,  nach  denen  sie
von  den  Staaten  gehandhabt  worden,  sind  sehr  schwankende
gewesen,  und  auch  die  völkerrechtliche  Theorie  hat  es  bis
zum  heutigen  Tage  nicht  zu  einer  sicheren  und  klaren  Gestaltung
  dieser  Lehre  bringen  können.  Oberhaupt  ist  gerade
die  Lehre  vom  Gebietserwerb  bisher  eine  der  schwächsten
Seiten  der  völkerrechtlichen  Doktrin  gewesen.

So  Vortreftliches  in  dieser  Wissenschaft  nach  den  verschiedensten
  Richtungen  in  neuerer  Zeit  geleistet  worden  ist,

580  grosse  Fortschritte  auch  die  praktische  Entwicklung  des