Metadaten : Dr. J. Milbiller's kurzgefasste Geschichte des Königreichs Bayern.

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Zeit  auf  seinen  Zügen  gegen  die  widerspenstigen  Städte  der  Lombardie
  in  Italien  sehr  nützliche  Dienste.  Uber  ein  unerwarteter
Umstand  machte  in  der  Folge  der  zwischen  beiden  herrschenden  Eintracht
  ein  Ende:  Der  alte  geldbedürftige  Welf  hatte  nach  dem
Tode  seines  einzigen  Sohnes  und  Erben  seine  eigenthümlichen  Güter
  am  Lechrain  und  in  Schwaben  seinem  Neffen,  Heinrich  dem
Löwen,  verkauft.  Da  aber  dieser  in  der  Hoffnung,  daß  ihm  diese
Güter  ohnehin  bald  als  Erbtheil  zufallen  würden,  mit  der  Auszahlung
  der  verglichenen  Kaufsumme  säumte,  trat  sie  Welf  dem
Kaiser  Friedrich  gegen  eine  Summe  Geldes  ab.  Von  dieser  Zeit
an  behielt  Heinrich  einen  heimlichen  Groll  gegen  den  Kaiser  im
Herzen.  Ohnehin  war  er  auch  nebst  vielen  andern  Fürsten  der
ewigen  Händel  desselben  in  Italien  müde.  Unvermutbet  verließ
er  daher  dessen  Heer,  und  entzog  ihm  seinen  Beistand  zu  einer
Zeit,  da  ihn  jener  am  nöthigsten  hatte.
S.  B.

Durch  dieses  Betragen  fand  sich  der  Kaiser  Friedrich  empfindlich
  gekränkt.  Kaum  bemerkten  dieses  die  Großen,  die  den
Herzog  tbeils  wegen  seiner  großen  Macht  beneideten,  theils  wegen
seiner  Strenge  in  der  Behauptung  seiner  Gerechtsame,  oder  wegen
seines  ernstlichen  Verfahrens  gegen  die  Störer  der  öffentlichen
Nuhe  haßten,  als  beinahe  jeder  mit  schweren  Klagen  gegen  ihn
auftrat.  Heinrich  wurde  von  dem  Kaiser  dreimal  zur  Verantwortung
  vorgeladen;  und  als  er  nicht  erschien,  in  einer  vierten  Reichsversammlung
  im  Jahre  1180  in  die  Reichsacht,  und  sowohl  des
Herzogthums  Bapyern,  als  des  von  Sachsen  für  verlustig  erklärt.
Nur  die  braunschweigischen  Lande,  die  ihm  eigenthümlich  angehörten,
konnte  ihm  der  Kaiser  nicht  entzieben.

5.  0.

Das  Herzogthum  Baypern  erhielt  nun  der  Pfalzgraf  Otto  VI.
von  Wittelsbach,  ein  Herr  aus  dem  alten  baperischen  Geschlechte
der  Grafen  von  Schevern,  dessen  Vater  erst  vor  Kurzem  dieses
Stammsschloß  in  ein  Kloster  verwandelt,  und  seinen  gräflichen  Sitz
nach  Wittelsbach  verlegt  hatte.  Die  dadurch  erledigte  Pfalzgrafschaft
  wurde  seinem  Bruder  Otkto  verliehen.