Bericht des gemischten Ausschusses etc. 115
London und Manchester und London und Dover gewesen sind, aber Mr. Cardwell
konstatirt, dass es im ersten Falle keine wirkliche Konkurrenz gegeben habe.
Und Mr. Thompson, Obmann der North-Eastern hat gezeigt, dass zwischen verschiedenen
in verschiedenen Theilen des North-Eastern -Systems gelegenen
Städten, obwohl es dort ein vollständiges Monopol gibt, die Fahrpreise innerhalb
derselben Zeit in viel ausgedehnterem Maasse herabgesetzt worden sind. In der
That bedarf es kaum dieser Expertise, um zu beweisen, dass, wo die angeblich
konkurrirenden Partheien so wenige sind, und sie thatsächlich die Preise festsetzen,
direkte Konkurrenz nur wenig mit dieser Festsetzung zu thun haben
kann.
Gleichwohl kann es nicht in Abrede gestellt werden, dass die Konkurrenz
zwischen Eisenbahnen immerhin einigen Einfluss auf die Preise ausübt. So
lange es zwei noch nicht völlig vereinigte Eisenbahnen gibt, welche zwischen
denselben Orten Passagiere und Waaren befördern, wirken sie einschränkend
auf einander; wenn eine auf einem sehr übertriebenen Preise besteht, treibt sie
die andere eher zur Rivalität, als zur Vereinbarung, und demzufolge wirkt, so
lange ihre Interessen nicht permanent durch Fusion vereinigt sind, die Furcht
vor einander in einer gewissen Ausdehnung einschränkend auf beide ein.
In anderer weniger direkten Richtung hat auch die Konkurrenz beträchtliche
Wirkung; in der grossen Verschiedenheit von Geschäften und Vereinbarungen,
welche Eisenbahngesellschaften ausführen, ist es für eine Gesellschaft
möglich, Bequemlichkeiten oder Erleichterungen zu bieten, welche die andere
nicht bietet, ohne dass sie die Vereinbarungen, welche sie mit der anderen bezüglich
gleicher Preise gemacht hat, bricht oder zu brechen scheint. Es können
bei einer Eisenbahn die Züge bequemer oder rascher, die Wagen besser eingerichtet,
die Bequemlichkeiten für die Ansammlung und Beförderung der Güter
grösser sein, als bei einer anderen, und in allen diesen Hinsichten können
Eisenbahnen, welche gemeinschaftlich arbeiten noch mit einander konkurriren,
und thun es auch zweifelsohne bis zu einer gewissen Ausdehnung. Oft gehen
Züge zur selben Zeit auf verschiedenen Linien nach denselben Plätzen, wobei
bezweifelt werden kann, welcher schliesslich Vortheil oder Nachtheil für das
Publikum bringt. Es heisst, dass die Bequemlichkeit in den Stationen verbessert,
Beschwerden beseitigt, Güter so schnell befördert werden, um einen
Dampfer zu erreichen, und es ist von einem Experten angegeben, dass Sconti und
Kommissionsvergütungen, welche in Wirklichkeit eine Preisherabsetzung involviren,
einzelnen Kaufleuten gewährt werden. Es ist so ziemlich unmöglich zu
sagen, wie die wirkliche Ausdehnung dieser Erleichterungen sei, oder wie weit
sie der Konkurrenz zu verdanken sind. Noch weniger ist es möglich zu sagen,
ob nicht grössere Erleichterungen durch die Fusion zu erzeugen sind. Aber,
dass sie bis zu einer gewissen Ausdehnung existiren und dass die Konkurrenz
einen Beweggrund abgibt sie zu bieten, das kann nicht bezweifelt werden.
Die Ausdehnung, bis zu welcher diese Formen der Konkurrenz wirken
können, hängt in einem gewissen Grade von den verschiedenen Formen ab,
welche die Vereinbarung annehmen kann. Die einfachste und wenigst vollständige
Form der Vereinbarung ist ein Uebereinkommen wegen gleicher Frachtund
Fahrpreise und in manchen Fällen für gleiche Geschwindigkeit, wo ein
konkurrirender Verkehr ist. Dieses Uebereinkommen erscheint jetzt als allgemein
und kann von den Gesellschaften in Ausführung gebracht werden, ohne sich an
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