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Jetzt erzehlte königliche bull ist geben zu den zeithen, alsz
st. Burckhardt zum Würtzburgischen bischoff erwöhlt, doch noch
nicht bestett gewesen.
Nun seindt die obgesetzte kay. bullen, Caroli desz groszen
und Ludovici pii, einander nicht wiederig.) Dann diese bull Carolin
desz groszen redet von etlichen cellen alsz Ammerbach, Murrhardt
etc., so seinem vatter Pipino aigenthumblich gehörig, unnd
aus bitt st. Burckhardts an stifft Würtzburg geben; hab. darausz
ausz dem wortt cellen zu vernehmen, dasz zu den zeiten Pipini
1 seithen, unnd ehe kaiser Karl der gross Römischer könig gewesen H!, H3, H4, R, 813.
& Oaroli H!, H2, Ht, 883, 8 geben bab, darauss.. Hi, H?2, R; geben hat, da aus H*.
1) Die Haupturkunden, die für die Anfänge des Klosters Murrhardi in
Betracht kommen, sind folgende: 1. Urk. Karls des Gr., vom Okt. 758 (unecht),
WU. 1, 36; 2. Ottos III., 12. Des. 993, WU. 1, 229; 3. Heinrichs II.,
9. Febr. 1003, WU. 1, 236: 4. Konrads II, %. Mai 1025, WU. 1, 268;
5. Ludwigs des Frommen, 817 (gefälscht, aber mit geschichtlichen Überresten),
WU. 1, 87. Von diesen Urkunden vertreten die vier ersten, wie Bossert „Die
Anfänge des Kl. Murrh.“ WVjhsh. 1668, 217 ff. überzeugend nachgewiesen hat,
den Würsburgischen Standpunkt und wollen dartun, dass das Kloster schon
von anfang an und durch seine Stiftung selbst von Würzburg abhängig sei,
wihrend die leiste Urkunde die Selbständigkeit Murrhardts behauptet und von
keinerlei Einfluss Würsburgs bei der Stiftung eiwar weiss. Der starke Widerspruch
swischen diesen beiden Darstellungsweisen ist in Murrhardt nicht unbekannt
gewesen, und so bemüht sich denn auch der Chronist, ihn so gut es
geht aussugleichen, was um so dringender schien, da auf Murrhardter Seite
Lloss Eine Urkunde stand, auf Würsburger dagegen vier. Er glaubt den
Widerspruch u.a. dadurch lösen zu können, dass er — hiemit wohl nur die
in Murrhardt schon lange überlieferte Deutung wiedergebend — die Behauptung
aufstellt, Karl (oder Pippin) habe nur den Plats für die Einsiedelei (cellula)
geschenkt, dagegen Ludwig habe die für Errichtung eines Klosters erforderliche
Stiftung gemacht. Diese Auskunft fällt freilich in nichts zusammen angesichts
der Urkunde von 817, wo schon die Zuweisung des ersten Ansiedlungsplatees
für den eremita Walderich dem Kaiser Ludwig zugeschrieben wird. —
Das Bewusstsein von der Wichtigkeit der Ludwigsurkunde für die Murrhardiischen
Selbständigkeitsansprüche findet jedenfalls in der Voranstellung dieser
Urkunde, in der nachtragsweisen Vorführung der übrigen und in dem Harmonisierungsversuch
seinen deutlichen Ausdruck.
Über die Echtheit und den geschichtlichen Wert der Urkunden se. Bossert
a.a. O., und desselben Darstellung in (Calwer) Württ. Kirchengesch. 46, wo
das Ergebnis dahin zusammengefasst wird: „Das Kloster Murrhardi kann unmöglich
unter Pippin gegründet sein. Was sich aus den widerstrebenden Traditionen
Würsburgs und Murrhardts für uns ergibt, dürfte die Zuteilung des
Kronguts Murrhardt, das ursprünglich zum Speierischen Murrgau gehört haben
muss, an Würzburg sein. Das Kloster aber ist erst eine Gründuny aus dem
9. Jahrhundert.“