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sehr liebenswürdigen Aerzten, nur der schreckliche Karbolgeruch
des Lazarets, der bald alle Kleider und selbst alles Eßbare
durchzog, fiel schließlich auf die Nerven, auch mußte man sich
an das Stöhnen der in den Parterreräumen liegenden schwer
Verwundeten gewöhnen. Lange sollte übrigens unsere Ruhe
nicht dauern, am 16. September erhielten wir den Befehl, daß
wir am andern Tage die 6te Division von Vorposten ablösen
sollten.
Bei prachtvollem Herbstwetter sagten wir unserm Verneville
Lebewohl und rückten nach Saulny in die erste Linie der
Vorposten. Hiermit begann für mich der Ernst des Krieges,
denn von nun an hörte die Lebensversicherung auf. Unsere
Vorpostenstellung lag direkt unter den Kanonen vom Fort
Plappeville, Plappermaul wie es unsere Leute bald nannten,
da es oft gewichtige Worte zu reden verstand, der äußerste
rechte Flügel oder vielmehr der vorgeschobene Posten desselben,
les Tuilleries, dicht vor dem Dorfe Lorry devant Metz, das
von den Franzosen besetzt war, ebenso wie das Dorf Woippy
vor unserer Front, von dem sich ein kleines Gehölz fast bis zu
unserer Postenkette erstreckte, das täglich und nächtlich der Schauplatz
von kleinen Patrouillengeplänkeln war. Unsere Stellung
nahm den Ostabhang des Höhenzuges ein, der das linke Moselufer
begrenzt und war eigentlich ein militärisches Unikum. Die
Forts Plappeville und auch St. OQuentin konnten uns jeden
Augenblick in unsern Positionen wie in den Ouartieren mit
Granaten bewerfen, jedoch thaten sie es für gewöhnlich nicht,
sondern straften nur Unvorsichtigkeiten mit gelegentlichen Schüssen,
wenn sich z. B. eine größere Anzahl von Soldaten, besonders
mit Helmen, an gewissen Stellen zeigten, wenn des Abends heller
Lichtschein irgendwo zu sehen war u. s. w. Sie schossen übrigens
mit solcher Präzision, daß es uns allen völlig klar war, daß
sie uns jeden Augenblick den Garaus machen konnten. Die
der 10ten Brigade zugewiesene Strecke der Vorpostenlinie war
etwa 4000 Schritt lang, in der Mitte lag das Dorf Saulny,
der rechte Flügel reichte bis zum Gehölz von Vigneulles und
schloß sich dort an die 9te Brigade an, während der linke
Flügel nördlich Saulny Verbindung mit dem X. Korps hatte.
Die Front war durch einen starken, von ineinander gezogenen