278 Zeit der Schwangerschaft.
sind vor allem die Bewegungen des Kindes, welche in der zweiten Hälfte des
fünften Monats beginnen und anfänglich nur in Zucken bestehen, das auch mit
Darmbewegungen verwechselt wird; dann in dem zunehmenden Umfang des Leibes.
Wir bringen in Fig. 177 das Profil einer normalen Frau neben dem einer
schwangeren in Fig. 178, welch letzteres uns die gewaltige Veränderung des
Außeren veranschaulicht; Fig. 177 zeigt die normale Gebärmutter in ihrer gewöhnlichen
Lage und Größe und Fig. 178 dieselbe im schwangeren Zustande, in welchem
sie sich ins große Becken erhoben hat und die Vorwölbung des Bauches bewirkt.
Die Darmschlingen sind hinter der Gebärmutter seitlich und oben verteilt, und es
wird aus dieser Lagerung klar, wie der Druck auf die Blase, den Magen und den
.· Darm bei Hochschwangeren
zustande
kommt,
und zwar um so
mehr, je stärker
die genannten
Organe gefüllt
Q. sind und je verkehrter
die
Lebensweise der
Frau im übri-Sch
gen ist.
Man unterscheidet
sich ere
.· -- und unsichere
Fig. 177. Weiblicher Körper im Fig. 178. Weiblicher Körperam Schw angernichtschwangern
Zustand. Ende der Schwangerschaft. " -
G.Gebärnmtter.sch.Scheide. G. Gebärmutter. Sch. Scheide. schaftszeichen.
Zu ersteren gehören
nur die kindlichen Herztöne und die Bewegungen des kindlichen
Körpers, welche beide erst zu Ende des fünften Monats gefunden werden.
Viereinhalb Monate vorher sind also Zweifel zulässig. Unsichere Zeichen sind,
weil auch bei anderen Zuständen auftretend: Ausbleiben der Menstruation,
Vergrößerung des Leibumfanges und verschiedene Gesundheitsstörungen, welche
allgemein als „Schwangerschaftszeichen“ gelten, wie Erbrechen morgens und
Übelkeit unter Tags, Hitzgefühle in den Geschlechtsteilen, Druck und Vollgefühl
im Leibe und anderes mehr. Bekanntlich bleibt die Menstruation bei
Gemütserregungen, bei Erkältungen, Überanstrengungen oder bei Bleichsucht
und anderen schweren Erkrankungen aus, ist also durchaus nicht immer als
absolutes „Schwangerschaftszeichen“ aufzufassen; die Auftreibung des Leibes
kommt auch bei Darmstörungen, Gasansammlungen und dergleichen, vor allem
aber bei inneren Geschwülsten vor und ist nicht selten mit dem Ausbleiben der
Menstruation verbunden; Übelkeiten, Druck, Völle sind Begleiterscheinungen