114 Bechselverjährung und deren Würdigung im Prozesse.
v. Canstein ist deshalb auch der Meinung, daß
das Gericht die Versäumung dieser Fristen von Amtswegen
zu berücksichtigen habe — und zwar nicht nur
iene der erwähnten Präklusivfristen, sondern auch jene
der übrigen Verjährungsfristen, weil „die Unklagbarkeit
und die Unzulässigkeit eines privilegirten Prozesses als
Mangel einer absoluten Prozeßvoraussetzung von Amtswegen
zu würdigen seien“.
v. Canstein muß jedoch zugeben, daß die herrschende
Rechtslehre gegen die von ihm behauptete schwächere
Wirkung der Wechselverjährung, sowie gegen die
Offizialberücksichtigung des Ablaufs der Verjährungsfristen
sei; er macht auch das weitere höchst bemerkenswerthe
Zugeständniß, daß in Betreff dieser Präklusivfristen,
welche für die Klage (Streitverkündung u. s. w.)
gesetzt sind, ganz andere Normen gelten, als bezüglich
derjenigen, welche für Präsentation, Protesterhebung und
Notifikation bestimmt seien, — endlich, daß jedenfalls
die für die Präklusivfristen des Handels-, Civil= und
Prozeßrechts sich ergebenden Normen nicht für die Präklusiofristen
der A. WO. zur Anwendung gebracht werden
können (a. a. O. S. 391 Anm. 15 u. 16, S. 394 u.
Anm. 28).
Weshalb andere Grundsätze gelten müssen und
worin eigentlich die Verschiedenheit der betreffenden
civilrechtlichen Normen bestehe, sagt jedoch v. Canstein
nicht.
Gegen diese, anlangend die Wirkung der Wechselverjährung
ganz vereinzelt dastehende Meinung ist nun
vor Allem zu bemerken, daß die Annahme bloßen Verlustes
der sog. prozessualen Wechselstrenge als Wirkung
der Verjährung schon bei Berathung der WO. ausdrücklich
perhorreszirt wurde — s. Protokolle S. 203—204)—
29) S. dagegen auch schon Fick im Archiv f. W#. Bd. VI
S. 25 ff. ·