Full text : Bei den Fahnen des III. Armeekorps von Metz bis le Mans.

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dach  froher  gegenseitiger  Begrüßung  machte  er  mir  nämlich
den  Vorschlag,  eine  ansehnliche  Weinkiste,  die  er  mit  allerlei
sehr  köstlichem  Inhalt  vom  Prinzen  Friedrich  Karl,  mit  dem
er  in  nahen  persönlichen  Beziehungen  stand,  zum  Geschenk  er—
halten  hatte,  mir,  wenn  ich  sie  fortschaffen  könnte,  überlassen
zu  wollen.  Sollte  uns  das  Geschick  wieder  einmal  zusammen—
führen,  ehe  ich  auf  den  Grund  gekommen,  so  sollte  ich  mit
ihm  teilen.  Natürlich  ging  ich  mit  Freuden  auf  diese  Offerte
ein,  zog  den  Zahlmeister  ins  Vertrauen  und  verstaute  die  ge—
heimnisvolle  Kiste  auf  dem  Bataillonswagen,  wobei  der  Zahlmeister
  die  Sorge  übernahm,  sie  für  die  Folgezeit  vor  räuberischen
  Eingriffen  zu  schützen.  Meinen  guten  Major  v.  N.  traf
ich  erst  bei  le  Mans  wieder,  und  wo  war  da  der  Inhalt  der
Kiste,  er  tröstete  sich  aber  mit  der  Versicherung,  daß  die  exquisiten
  Getränke  nur  in  würdige  Kehlen  geflossen  seien,  und
wir  uns  stets  sehr  freundlich  und  dankbar  des  gütigen  Gebers
erinnert  hätten.

Als  ich  in  Ars  sur  Moselle  eintraf,  fand  ich  bereits  den
ganzen  Regiments=  und  Bataillonsstab  in  einem  sehr  anheimelnden
  Cafe  sitzen,  beschäftigt,  die  äußere  Nässe  durch  innere  Befeuchtung
  zu  paralysieren.  Mit  möglichst  strammer  Haltung,
mein  invalides  Bein  verdeckend,  trat  ich  zum  Regimentskommandeur
  heran  und  meldete  mich  gesund.  Großes  Erstaunen,  mich,
den  man  schon  in  Nancy  wähnte,  hier  zu  sehen  und  allgemeines
Kopfschütteln.  „Aber  wie  wollen  Sie  denn  aufs  Pferd  kommen,"
fragte  der  Kommandeur.  „Von  der  rechten  Seite  wie  der
Schinder  und  die  Juden,  Herr  Oberstleutnant“,  antwortete  ich,
worauf  er  lachend  sagte:  „Na,  wenn  Sie  einmal  wollen,  dann
übernehmen  Sie  nur  Ihre  Kompanie  wieder.“"

So  war  der  erste  Akt  des  Kriegslebens  zu  Ende,  er  hatte
mit  einem  großartigen  Effekte  abgeschlossen.  Froh  und  wohlgemut
  ging's  dem  zweiten  entgegen,  freilich  in  der  sicheren  Hoffnung,
  daß  der  Frieden  nicht  mehr  lange  ausbleiben  könne.
Wer  dachte  damals  daran,  daß  die  Franzosen  fähig  wären,
jetzt,  wo  eine  Armee  von  200,000  Mann  zur  Verwendung  im
Felde  frei  wurde,  ihren  Widerstand  fortzusetzen?  Auf  den  mit
so  großem  Pomp  angekündigten  suprêème  effort  und  die  levée
en  masse  hatten  wir  alle  wenig  Vertrauen.  Der  Erfolg  hat