II. Städteordnung. 59
verwalten zu lassen. Dasselbe findet statt, wenn die
Stadtverordneten die Wahl verweigern oder den nach der
ersten Wahl nicht Bestätigten wieder erwählen sollten.
Die kommissarische Verwaltung dauert so lange, bis die
Wahl der Stadtverordnetenversammlung, deren wiederholte
Vornahme ihr jederzeit zusteht, die Bestätigung des
Königs, beziehungsweise der Regierung erlangt hat.
§ 34. Die Mitglieder des Magistrats werden vor
ihrem Amtsantritt durch den Bürgermeister in öffentlicher
Sitzung der Stadtverordnetenversammlung in
Eid und Pflicht genommen 73), der Bürgermeister wird
vom Regierungspräsidenten oder einem von diesem
zu ernennenden Kommissar in öffentlicher Sitzung der
Stadtverordnetenversammlung vereidet. Magistratemitgliedern,
welche ihr Amt mindestens neun?") Jahre
mit Ehren bekleidet haben 7.), kann in Uebereinstimmung
mit der Stadtverordnetenversammlung von dem
Magistrat das Prädikat „Stadtältester' 76) verliehen
werden.
73) Der Diensteid lautet: „Ich schwöre, daß ich Seiner
Königlichen Majestät von Preußen, meinem Allergnädigsten
Herrn, unterthänig, treu und gehorsam sein und alle mir
vermöge meines Wates obliegenden Pflichten nach meinem
besten Wissen und Gewissen genau erfüllen, auch die Verlellung
gewissenhaft beobachten will. So wahr mir Gott
e e.“
74) Die neunjährige Amtsdauer braucht nicht ununterbrochen
zu sein.
75) Auch den noch fungirenden Pagtftratemttgliedern.
* Das Recht, die goldene Amtskette zu tragen, wird der
Terson oder der Stadtgemeinde vom Könige verliehen; die
often der Anschaffung trägt die Stadt.