Aummer s
6———————"
60 jährige Bergmam Johann Riesmann, ebenfalls
Vater von sechs Kindern; der pensionierte
Bergmann Aloys Sirch ist nur ungefährlich
erkrankt. Eine Gerichtskommission traf
zur Aufnahme des Tatbestandes am Samstag
ein. Die Verhaftung des Händlers Movern,
dessen Schnapsbrennerei nebst den gelsamten
Vorräten und Erzeugnissen in Beschlag genommen
wurde, hat bereits statigefunden.
Grenziende.
Kufstein, 10. Jan. Durch eine Verordnung
der Regierung sind in Oesterreich zu Neujahr
einige Mehlsorten außerordentlich starl, z. B.
Weizengrieß und Backmehl gleich um die Hälfte
im Preise erhöht werden. In Niederösterreich
lostete daraufhin z. B. ein Kilo Weizengrieß
und Backmehl statt 78 Heller 1 Krone 20 Heller!
Kochmehl Nr. 1 kostete statt 67 Heller
99 Heller, Roggen= und Weizenbrotmehl statt
48 Heller 53 Heller. Auf eindringliche Vorstellungen
verschiedener Organisationen hat jetzt
die Wiener Regierung neue Vorschriften erlassen.
Darnach wurde die Ausmahlung in folgender
Weise festgesetzt: 306 Grieß, 2205 Kochmehl
Nr. 2, 57700 Brotmehl; auf Kleie entfallen
15% und 30% werden auf Verstaubung
gerechnet. Im Zusammenhange damit wurden
folgende Preisansätze für je 100) Kilogramm
bestimmt: Brotmehl 42 Kronen, Kochmehl
Nr. 2 58 Kronen, Grich 80) Kronen: für die
feineren Mehle, und zwar für Kochmehl Nr. 1
90 Kronen, für Backmehl 110 Kronen. Die
auf Grund dieser Verlaufspreise der Kriegsgetreideverkehrsanstalt
von den politischen Landesstellen
durch Verordnungen festzusetzenden
Kleinverschleißpreise haben mit dem 11. Jannar
1916 in Kraft zu treien. Dadurch ist beim Grieß
und beim Kochmehl 2 eine namba#e Verbilligung
eingetreten und beim Brotmehl der ursprüngliche
Preis wieder hergestellt. Somit ist
also die Preisermäßigung für die „Bollsmehle“
recht beträchtlich, während die feineren Mehle
der Verwöhnten und Vermögenden begreiflicherweise
nicht der gleichen Preiserniedrigung teilhaftig
werden konmen. Voraussegung der neuen
Preisregelung war eine entsprechende Abänderung
der Mahlvorschriften sowie die Uebernahme
des etwaigen Ausfalles — die Regierungsmitteilung
spricht von „namhaften Opsern“
— auf den TWaatscho B.
Kufstein, 10. Jan. Vom Schidsal hart verfolgt
ist die Fam lie Gruber vom Schneiderhäusl
in Hinterthiersee. Am d. Januar siarb
im Alter von 300 Jahren die Gatun und Mutter,
ihren trauernden Gatlen mit lieben Kindern,
von denen das jüngste erst zwei Wochen
alt ist, zurüdklassend. Nun muß der schwergeprüfte
Mann in einigen Tagen einrücken. Hossentlich
finden sich mildtätige Menschen, die sich
der armen Kleinen annehmen.
Ke####““
Miesbach, 10. Jan. Einen guten Fang
machte Schutzmann Stadler. Seil September
1915 treibt sich in unserem Bezirte ein Deserteur
namens Weber Anton vom 10. Rgl. herum.
Stadler war dem Burschen schon lange
auf der Spur, bis ihn gestern, als er nach
München sahren wollte, das Schicksal ereilte.
Bei seiner Verhaftung fand man auch einen
scharf geladenen Revolver.
Hrien, 10. Jan. Der 59 Jahre alte Dienstlnecht
Franz Jus von Gars am Inn wurde
außerbalb Nimsting im Walde erhängt auigefunden.
Verschmähte Liebe soll die Ulrsache
zum Selbstmord gewesen sein.
Prien, 10. Jan. Uelermorgen feiert Herr
Schreinermeister Lorenz Winkler in Prien mit
seiner Frau Anna die filberne Hochzeit.
Tittmoning. 10. Jan. Der Stadtmagistrat
gestaltet den Mahhaiten einer Reihe von Nachbargemeinden
Groß= und Kleinvieh in der Freibank
zu schlachten und zu verlaufen. Der Preis
muß mindestens um 10 Pfg. für das Pfund
billiger als der sonst übliche niedrigste Verlaufspreis
sein.
Traunstein, 10. Jan. Eine Kriegsgedächtniskirche
ist auch für den Chiemgan geplant.
Der Magistrat hat sich bereits in seiner letzten
Sitzung damit beschäftigt. Es wird darüber
berichtet: Von dem Diplom- Ingenieur Joses
Angerer dahier wird zugleich im Namen mehrerer
Bürger die Errichtung einer Kriegs-Gedächtnislirche
für den Chiemgau in Traunstein
zur dauernden Ehrung der im gegenwärtigen
Weltkriege gefallenen Helden aus dem Chiemgau
nach vorgelegten künttlerischen Zeichnungen
(Umgestaltung der Kapelle im alten Friedhofe
in eine Kriegsgedächtniskirchenanlage) angeregt.
Von Seite der kath. Kirchenverwaltung wird
im Prinzip gegen das Projekt und gegen die
Benützung des Friedhofsgrundes nach Auflassung
der Gräber keine Einwendung erhoben.
Das Magistratskollegium beschließt, die Verwirllichung
dieses pietätvollen Projektes zu fördern
und es zunächst grundsätzlich gutzuheißen,
sowie sich mit ihm im allgemeinen einverstanden
zu erklären unter der Voraussetzung, daß bezuglich
der olenten Straßenanlage dem Baulinienplane
Rechnung getragen wird. Eine endgültige
Stellungnahme, insbesondere auch in
# rage etwaiger Zuschußleistung, behält si
agistratskpllegium pis zur genaneren
truktion des Projeltes vor. Es wird dem Gemeindekollegium
zur beschlußmäßigen grundsätzlichen
Stellungnahme zugeleitet.
Trostberg, 10. Jan. Eine besondere Neujahrssreude
haben die Banerischen Stickstoff-Uerle
den Familien der ins Feld einberusenen
Arbeiter gemacht. Außer den laufenden Unterstützungen
zahlte sie. 50 Mk. für die Frau des
Einberuenen und je 5 Mk. für jedes Kind.
Verücksichtigt sind alle Familien der ins Feld
Einkerusenen, deren Zahl sast 300 ist, auch
Eltern und bedürftige Anverwandte unverheirateler
Einkerufener.
K####nunten.
Sitzung des Nollegiums der Gemeines-Bevollmächtigten
in KRosenheim.
Mittwoch, den 12. Januar, .
Tagesordnung:
1. zr ahl der Vorstandschaft für 1916;
2. Anschaffung einer Bügelmaschine für die
höhere Mädchenschule;
Elat der Armenlasse für 1916;
Geheime Sitzung.
Fanrkeicktss
Seid sparsamer!
Das zweite. Weihnachtssest im Weltkrieg liegt
Dinter uns. Die Erinnerung an das erste Weihnachtsofest
ist wieder wach geuorden und damit
die Erinnerung an eine Zeit, in der viele,
jehr viele mit roller Berechtigung sorgenvoll
in die Zuiunft sahen. Denn danials war unsere
Kriegsernäbrung noch nicht in dem Masee
üclergestellt, wie heute. Inzwischen isi und die
Ernisert geworden, das mir diesen Krieg auf
em Geliele der Ernäh rung durchhalten kön
neu, wen wir sparsam sind, vom Brot angesangen,
bi? zu allen übrigen Nahrungsmit—
teln. Es scheint aber satt. als ob man in weiten
Kreisen dieles „Wein“ vergeien lat. Wer
im vorigen Jakr glaubte. 7½ der Kuchen
aus den deutschen Häusern verschwinden würde,
wer ermartet hat, daß mit den fleischlosen Tagen
der Fleischverbrauch wesentlich abnehmen
werde, scheint sich geirrt zu haven. Wir haben
es erlert, daß die Verbraucher massenhaft sich
am Abend vor dem kleischlosen Tage mit Fleisch
versorgten, und es gibt keine Konditorei, leine
Bäckerei in den großen Städten, in der nicht
Kuchen und füße Waren in den größften Mengen
zum Verlause stünden. Die Verantwortung
scheint auf den „Slaat“ und die „Polizei“ abgew
älzt zu sein, und der Verlr raucher vergißt,
daß alle staatliche Regelung letzien Endes vergellich
ist, menn er nicht jelbst mit eisernem
Willen und starler Opsermilligteit das Seinige
beiträgt. Vielfach haben die Verbraucher vergessen,
daß die Brotration, welche doch lediglich
als oberste Verbrauchsgrenze gedacht ist.
teineswegs für den Einzelnen die moralische
Erlanknis bedeutet, nun latsächlich so viel Brot
zu essen, wie er auf die Brotlarte laufen iann.
Gerade, weil auf diesem Gebiete dem Cinzelnen
eine ihm zukommende Nabrungsmenge vom
Staate gewäl. rleisiet wird, darf nicht vergessen
wWerden, daß das Gekot sreiu illiger Spariamleit
und freiwilliger Beschränkung hierdurch
durchaus nicht aufgeholen wird, sondern daß
es hach m#ier vor raterländische Pflicht des Einrelnen
ist, nur so menig Brot zu verbrauchen,
wie es ihm irgend möglich ist und mit sirenger
Selb#tzucht Ersparnisse an seiner Brotkarle vorzunehmen.
Diese Pflicht muß Leute von neuem
letont 7 ringesch ärft werden. Wenn wir und
an der Schwelle des neuen Jahres fragen, was
mir sell#t r*. haben, um den Auskungerungsplan
unserer Feinde zunichte zu machen, dann
werden wir sagen: „es muß anders nerden als
in letzter Zeit!“ Diese Einsicht tut uns bitter
not, denn mit ihr steht viel, sehr viel auf dem
Spiele.
53
su-Rosenheim,
11. Januar.
Auf dem Felde der Ehre gefallen:
Alfono Reiter, Sanitäts-Bizeseldwebel aus
Haslach bei Traunstein; Franz Taver Bachmaier
aus Traunstein, Erziehungssohn von Joh.
und Marg. Oeggl in Traunstein, Soldat im
Landwehr-Inf.-Rgt.
Auszeichnungen im Felde. Der Obermonteur
Josef Simon der Maschinenfabrik
Martin Beilhack in Rosenheim, welcher im 1.
Fus. Art.-Ngt. steht, ist mit dem Eisernen Kreuz
2. Klasse ausyegeichnet worden; das Militärverdiensilreuz
3. Klasse mit der Krone und mit
Schwertern wurde ihm früher schon vrliehen.
Der Dienstknecht Jaiob Moser, Sohn d es Lokomotioheizers
Jakob Schamböck in Rosenheim,
welcher als Patrouillenführer im k. k. 3. Landesschützen-Regiment
steht, wurde mit der silbernen
Tapferkeitsmedaille 2. Klasse ausgezeichnet;
sein Bruder Josef Schamböck stand im
16. Inf.-Rgt., wird aber bereits seit dem 26.
August 1914 vermißt. Dem Gefreiten Simon
Brandmaier, bis vor kurzem Staats-Strahenwärter
in Prutting, dann in Ampfing, wurde
das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen; noch
zwei seiner Brüder, die Staats- Straßenwärter
in Wasserburg sind, stehen im Felde; der Vatex
ist ein M pe von 1870/71,
durch
Siegesfeier in der Schule. Zur Feier
der Säuberung von Gallipoli und der damit
ersolgreich abgeschlossenen, denkwürdigen und
heldenmütigen Verteidigung der Dardanellen
die verbündeten tapferen osmanischen
Streitkräste sowie auch zugleich zum Gedenken
an die demnächst bevorstehende militärisch und
wirtschaftlich bedeutsame Wiedereröffnung des
Bahnverkehrs nach dem Ballan ist vom Kuiluoministerium
die Freigabe des Unterrichts für
sänitliche Schulen auf einen Tag verfügt worden.
Beflaggung. Anläßlich der Vertreibung
der Engländer von Gallipoli ist die Beflaggung
der staatlichen Gebäude angeordnet worden.
Auch militärischerseils ist wegen der voil-Üändigen
Näumung der Halbinsel Gallipoli vom
Feinde für Montag und Dienstag beflaggt
worden. Sehr zu begrüßen wäre es gewesen,
wenn auch die Gesamteinuohnerschaft diesem
Beispiel gesolgt wäre.
Leider sind aber in
Rosenheim nur menige Häuser beflaggt. Warum
wohl? Hält man die Vertreibung der
Engländer und Franzosen von Gallipoli nicht
für einen so großen Eriolg, daß er der Beflaggung
würdig wäre? Schon allein die
Freude an dem türlischen Erfolg und die Sympathie
für unsere osmanischen Verbündeten
hätten alle veranlassen müssen, die Fahnen aufzuziellen.
Auch das Kultueministerium hat der
gesamten Schulsugend zur Feier des Sieges
einen schulfreien Tag gegeben. Heute um 12
Uhr millags erllang auch Sieges geläute von
den Kirchen der Stadt. Der Erfolg auf Gallipoli
i##l also ein voller Sieg, der verdient hätte,
daß alle Häuser beflaggt worden wären.
An den Posischaltern wird eine vom
Vanerischen Landeskomitee für jreiwillige Kranleupflege
im Kriege ausgegetene Kriegslarte,
die mit dem Fünspfennig= Wertstempsel bedruckt
isi, für 10 Vig. verlaujt. Den Ueberschuß von
: Pig. für jede algesetzte Karte erhält das
Roͤtle ar zur Förderung seiner segensreichen
Ausgaben.
Katholisches Kasino. In der sehr
itarl bejuchten Veriammlong am Sonntag bielt
das Ebrenmitglied H. Pfarrer Nappoiler
vomn Endorf einen dodinshressaln Vortrag mit
dem Thema „Wir Katholilen und der Krieg“.
Meisterhaft verstand es Redner, mil seinen klafren
Ansführungen und Schlußfolgerungen die
aufmerlsamen Zuhörer zu sesseln. Reicher Beisall
und Dank solgte dem schönen Vortrag.
Anichließend an die Rede gab es Kriegogedichte
und Gratulation zum König-Ludwig-Kreuz.
serner zum lommenden Ramensseste des Vorsitzenden,
Herrn Abgeordneten NRuedorffer. Dem
lürzlich verstorbenen langjährigen eifrigen Mitglied
Herrn Malermeister Strobl wurde ein
elrender Nachruf gewidmet. Nasch verflogen die
Stunden in geselligem Beisammensein. Die
übliche Bücherverlosung brachte den Schluß der
anregenden Versammlung.
Katholischer Frauenbund. So viel
Mitglieder und liebe Gäste, als das Vereinslolal
nur fassen lonnte, waren gestern dem Rufe
des lalh. Frauenbundes gesolgt, und wahrlich,
ihre Erwartungen wurden nicht geläuschl. Nachem
der Vorsigende die Erschiencnen begrüßt
lalte, fülrte H. H. Chorregent M. Haider
den Anmesenden in rührenden und erhebenden
Bildern deutsche Heldenfrauen der Vergangenlieit
und Gegenwart vor Augen, so wie sie
uns slets Zzum leuchtenden Beispiel dienen. Das
angelorene Heldentum zeigt sich schon in den
germaniichen Frauen; sie führten zmar nicht
selbsti die Streitart, solgten aber, wenn deutsche
Schwerter sich mit seindlichen kreuzten, ihren
Männern und feuerten sie von der Wagenburg
aus zum Kampfe an. Heute ilehen die Frauen
nicht mehr hinter der Front, aber der Mut
lebt noch und hat seine Früchte in der Heimat
gezeitigt. Die doppelte Arbeitslast, die seit
Kriegsausbruch auf den Schultern der Frauen
lastel, hat mancher von ihnen bereits „Gesundheit,
ja das Leden gelostet; auch ein Opfertod
fürs Vaterland. Dann die stetige nagende
Sorge um die fernen Lieben im Felde, die jede
Schwungkraft lähmt. Die Frauen aller Stände
haben nun auch diesen schweren Schützengrabenlampf
in der Heimat bestanden. Aber nicht nur
auf diese beschränkt sich ihr Wirken, nein, ihre
Tätigkeit reicht hinaus in das Feindesland.
Beispiel: Die Kaiser-Wilhelmspende von Mk.
4300,000, die deutsche Frauen für Verwundete
und Gefallene gestiftel. Ungezählte Liebesgaben
von Frauenhand wandern täglich ins
Feld. Mit erstaunlichem Mute segtzten sich
Frauen großen Gefahren an der feindlichen
Grenze aus. Das goldene Ruhmesblatt in der
Kriegsgeschichte aber bildet die caritative Tätigleit.
An den Bahnhöfen, in der Fürsorge
für die Hinterbliebenen, in den Lazaretten:
überall finden wir Frauen. Ihre Heldengröße
hat manche sogar an die Front getrieben als
freiwillige Krankenpflegerin. (Der Ausspruch
des Heilandes: „Eine Kröheere Liebe hat niemand,
als daß er sein Leben hingibt für seine
Keunen hat sich an unseren Getreuen im Felde
bewährt.) Nicht geringeren Opfermut zeigt die
Frau, die ihren Gatten, die Mutter, die ihren
einzigen Sohn dem Vaterlande schenkt. Glückliches
Volk, das solche Mütter wie unsere besitzt!
Es wäre aber das Bild der beldenfrauen
nicht vollständig, wollten wir nicht derjenigen
Ke die trotz Entbehrungen und Ansteknasgefahr
am merzenslager unserer Ver-
wundeten aushalten, unsere kath. Ordensschwestern.
„Deutschland, küsse den Saum ihrer Gewänder;
sie sind in den Kriegen deine Engel!“
sagt Detlev v. Lilienkron. Wenn es heißt, daß
es eine Freude ist, unsere Tapferen im 5
zu sehen, so gilt dies nicht weniger von #n
deutschen Frauen, was selbst der Kaiser bestätigt
mit dem Ausspruch: „Das Vaterland ist
stolz auf seine Frauen.“ Möchten besonders
diejenigen, welche dem kalh. Frauenbunde angehören,
diesen Heldenfrauen durch Opfersinn
allzeit würdig an die Seile gestellt werden.
„Wir waren auch mit dabei“, können sie dann
mit dem Sänger der deutschen *2
sagen. Der Dank des Herm geistlichen Beirates
an den Reserenten lang aus in einen
tiesanpfundenen Glückwunsch des kath. Frauen-Lundcs,
der dem Vorstandsmilglied Frau Konrektor
Wiemeyer zuteil wurde, anläßlich der
allerhöchsten Auszeichnung mit dem König-Ludwig-Krenz,
die wohl als eine Ehrung des
ganzen Frauenbundes betrachtet werden darf.
Die Anwesenden gaben ihre Anteilnahme durch
Erhekung von den Sitzen kund. Die weihevolle
Stimmung wurde hierauf noch erhöht durch ein
von drei Mitgliedern der Ilgendableilung vor ·
getragenes Weihnachtsliel. Nach kurzer Pause
verlas H. H. Geistl. Rat einen interessanten
Bericht über die feierliche Eröffnung der Generalversammlung
des lath. Frauenbundes am
6. Jannar im Reichstagsgebäude zu Berlin.
Hiemit sand das eigentliche Programm der
Versammlung seinen Abschluß.
Ein Beispiel rührenden Opfersinnes,
das manchen wohlhabenden Deutschen
beschämen und zu vaterländischen und menschen
sreundlichen Werlen aneisern müßte, gab ein
aus Franlenthal zum Lamsturm einberufener
Friseur, Losef Fsinger. Er wurde selddienst.
untanglich, meldete sich freiwillig zum Arbeits
dienst und arbeitete in einer Fabrik für Hee
reslieserungen, bio er schwer erlranlte. Nun
hat er sein Kranlengeld dem Roten Kreuz und
seinen Lisherigen Verdienst in der Fabrik, ei
nen Belrag von 239 Ml., seinem Generallom
mando zur Unkerst ützung von Kriegsbeschädigten
oder ihrer Angehörigen u#erwiesen mit der
Bemerkung, daß er seinen Lebensunterhalt aus
eigenen Mitteln bestreite und sich inimer sreue.
„sür unsere Tapferen was tun zu können“.
Ein Juhiläum ganz seltener Art kann
heute die Witwe des Oberlolomotivführers
Franz Miller, Frau Babelle Miller, Hofmann
straße 2, begellen. Heute sind 50 Jahre verlossen,
seitdem sie im gleichen Hause wohnt.
Gewiß eine Seltenheit in unserer namentlich
auf dem Wohnungemarkt so wechselvollen Zeit!
Frau Miller hat in dieser Wohnung nicht nur
die Kriege von 1866 und 1870/71, sondern
auch den großen Weltkrieg 1914,16 erlebt. Die
Jubilarin gehört schon eine lange Reihe 50.1
Jahren zu den Abonnenten des „Rosenheime:
Anzeiger“. Möge sie noch viele glückliche Stun.
den in ihrem Heime erleben!
Ueber die Vierpreiserhöhung läht
sich die „M. P.“ aus Nosenheim schreiben:
Die Bierpreigerhöhung hat unn auch in unserer
Stadt eingesetzt. Die vom Braukapital für
den 15. Dezember 1915 vorgesehene Erhöhung
ist nach Einverneht. ien mit dem Stadtmagistrat
am 1. Jannar 1916 in Kraft getreten. So
wurde die Erhöhung öfsenklich verlündet. In
Wirklichkeit mühte es laulen: Magistrat und
Preierrüzungsstelle sind vor dem mächtigen
Vrautapital zusammengelnict. In der Sitzung
vom 16. Dezember wurde noch beschlallen, die
Notkentigien einer Erhöhung sei nicht bewie
sen, auch müsse erst der „Gehalt der Stamm.
würze festgelegt werden. Die letzte Sitzung vom
29. Dezember wurde kurzerhand agesagt, so daß
nicht mehr darüber verhandelt und gesprochen
werden konnte. Jegt kostet der Liter dunlles
Bier 34 Pfg., der Viters helles 36 Pfg. Daber
brauchen die Brauereibesiter den Stammwmürz.
gehalt weder anzugeben noch nachzuweisen. Die
biesigen Brauereien haben hier nicht den hohen
Vieraufschlag wie in München zu entrichten, wodurch
sie schon 2 Pfg. ertra gewinnen. Die
Stammwürze beträgt durchschnittlich nicht eim
mal 900., Das bringt den Brauereien wieder
einen Gewinn von 2 Pfg. am Liter. Dabei i#
nicht zu vergessen, daß die jetzt verzapften Biere
schon sertig waren, also keinen Pfennig an
Mehrausgaben beim Einlauf der Rohprodukte
verursachten. Trotzdem holt man sich aus den
Taschen des Volkes ansehnliche Gewinne heraus
ohne die geringste Gegenleistung. ie Erbitterung
der Konsumenten ist groß. Die “
nisse werden unhaltbar. Die ganze Preisprü
fungsstelle ist zum Gespölt der Oeffentlichkeil
geworden.
Eine billige Bierquelle soll von de
nächslen Ta een ab in Nosenheim fließen. E#
ist die im Wintergarten des Hotels „Deutsches
Haus“ zurhne „Kriegs-Kantine", in welche
das Bier um 30 Pfg. für den Liter ausg
schänkt wird. Es muß also doch noch billig
Bier geben. Auch kann die Bierknappheit ni
so groß sein, wie es sonst gewöhnlich hei
denn sonst würde sich die betreffende Brau
sicherlich hüten, das Bier billiger abzuge
Am meisten werden sich die Biertrinker seen 7
vorausgese W daß das billige Bier auch gu
Ob auch Bräuer und * über die
Bierguelle Fr 6m— ad ,