Volltext : Der Kanzler.

zwingendsten  Interessen  des  europäischen  Gleichgewichts  und
unserer  eigenen  Zukunft.

...  Es  ist  ja  unzweifelhaft,  daß  durch  die  Annahme  dieses
neuen  Gesetzes  das  Bündnis,  in  dem  wir  stehen,  außerordentlich
  an  Kraft  gewinnt,  weil  das  durch  das  Deutsche  Reich
gebildete  Mitglied  seinerseits  außerordentlich  verstärkt  wird.
Die  Dorlage  bringt  uns  einen  Suwachs  an  waffentüchtigen
Truppen,  einen  möglichen  Suwachs  —  brauchen  wir  ihn  nicht,
so  brauchen  wir  ihn  auch  nicht  zu  rufen,  dann  können  wir
ihn  zu  hause  lassen;  haben  wir  ihn  aber  zur  Derfügung,
haben  wir  die  Waffen  für  ihn  —  und  das  ist  ja  durchaus
notwendig;  ich  erinnere  mich  der  von  England  1813  für  unsere
Landwehr  gelieferten  Karabiner,  mit  denen  ich  noch  als
Jäger  ausexerziert  worden  bin;  das  war  kein  Kriegsgewehr
...  das  können  wir  ja  nicht  plötzlich  anschaffen  —  haben
wir  aber  die  Waffen  dafür,  so  bildet  dieses  neue  Gesetz  eine
Derstärkung  der  Friedensbürgschaften  und  eine  Derstärkung
der  Friedensliga,  die  gerade  so  stark  ist,  als  wenn  eine  vierte
Großmacht  mit  700000  Mann  Truppen  —  was  ja  früher  die
höchste  Stärke  war,  die  es  gab  —  dem  Bunde  beigetreten  wäre.

Diese  gewaltige  Derstärkung  wird,  wie  ich  glaube,  auch
beruhigend  auf  unsere  eigenen  Landsleute  wirken  und  wird
die  Uervosität  unserer  öffentlichen  Meinung,  unserer  Börse
und  unserer  Presse  einigermaßen  ermäßigen.  Ich  hoffe,
sie  werden  Linderung  fühlen,  wenn  sie  sich  das  klarmachen,
daß  nach  dieser  Derstärkung  und  von  dem  Zugenblick  an,
wo  das  Gesetz  unterzeichnet  und  publiziert  ist,  die  Leute  da
sind;  die  Bewaffnung  wärec  notdürftig  auch  jetzt  vorhanden;
aber  wir  müssen  sie  besser  anschaffen,  denn  wenn  wir  eine
Armee  von  Criariern  bilden,  von  dem  besten  Menschenmaterial,
  das  wir  überhaupt  in  unserem  volke  haben,  von  den
Familienvätern  über  dreißig  Jahre,  dann  müssen  wir  auch
für  sie  die  besten  Waffen  haben,  die  es  überhaupt  gibt,  wir
müssen  sie  nicht  mit  dem  in  den  Uampf  schicken,  was  wir
für  unsere  jungen  Linientruppen  nicht  für  gut  genug  halten,
sondern  der  feste  Mann,  der  Familienvater,  diese  hünen—
gestalten,  deren  wir  uns  noch  erinnern  können  aus  der

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