Full text : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

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der  soltgenden  im

 

IAtummer  131

Zivilverhältnis  begangenen
strofluren  Hamlungen  verurteilt  worden  sind.
die  verbängte  Strafe:  Hochverrat,  Majestätebeie
  digung,  Beleidigung  der  Mitglieder  des
Haiserli  en.  Hauses,  Störung  der  öffentlichen
Nule,  Aufstand,  Aufruhr,  gewaltsames  Handeln
  gegen  eine  von  der  Regierung  in  Verhandlung
  össenllicher  Angelegenheiten  berufene  Versammung,
  gegen  das  Gericht  oder  eine  andere
össentlite  Vehorde,  ferner  Vorschubleistung  zu
cinem  der  angeführten  Verbrechen.  Ist  das
Strafrerfahren  noch  urcht  rechtsträftig  beendet,
so  veriuge  ich  die  Einsiellung  und  Abbrechung
des  Uerfährens.  Von  dieser  Gnade  sollen  jedoch
alle  Personen  aus.  goenommen  sein,  die  sich  der
Verfol  #ung  dur.“  Flucht  ins  Ausland  entzogen
haden,  zum  Feind  übergegangen  oder  nach  Ausbru.h
  des  Krieges  nicht  in  die  Monarchie  zurückgelehrt
  sind.“

Jum  Shuf  sagt  das  laiserliche  Handschreile.:
  „  Jal  erwart:  mit  Zuversicht,  daß  alle  meine
e  4  dem  Beispiele  solgend,  das  insbesondera

e  Deul'igien  und  ihre  Vertreter  durch  eine  maßbn
  die  Staatsinteressen  fördzrnde  Haltung
EEEEEIIttEItI…IIIXII
unen  zu  memer  lebhaften  Befriedigung  ge-Erenlen.
  sic  in  gemeinsamer  Arbeit  zur  Löiun
  aller  jener  !5r:  en  Aufgaben  zusammenfinden.
  die  inr  Heilung  der  Wunden,  die  der  Krieg
eicheln  5gein  hut  und  ur  geuononun  der  Dinge  an
u  weile  ritur  neuen  Zeit  an  uns  heran- 



ist  ein  gewaltiger  Sg  rritt,  den  Oesterreichs
#  rner  Kaiser  hier  tut,  eine  Abkehr  von  allen
1  Vahnen,  eine  Nenorienlierung  gründknl.
  Es  splicht  ein  Idealiemus  und  Opind
  eu  dirsem  Regierungsutt,  dem  man
im  Julrei'se  des  Landes  nur  wünschen  muhß,
an  *  5  r  al-  berechtigt  erweisen  wird.  Diese

  
 
 

Critul  de  ?  ericihens  tommt  sast,  wenn  nicht
a  adn  9  eiiich,  den  ni  chtdeuischen  Völlern
elurger  Moardhie  zugute.  Der  Tsche-   



der  wegen  seine  hochver-=

  zum  Tode  verurteilt  it,  geht
mnn  br  ollig  Juaffrei  aus,  beno
riflanzen  in  Südlirol,  in  den  sorbi-*v
  die  Rumänen  in  Siebenbür-»
  Jtutrt.(8-01.«tknu.tv.dtcnnt
en:  Veiner  unter  einet  Dede  itedten.  Nicht  oer
Zohn  in  reuig  ins  Vatzrhaus  zurüs-"r
  in  der  Bater  hat  ihm  unausge-Segen
  ge  sandt.  Der  brave  Sohn
i.  *  ulia-  Dc.  Inni  sich  mii  einem  Lobe  seierr
  *  urt.  elt  brolngen  und  mit  dem  Bewusrtisein
rrüheiteilten  die  Daupnaßt  des  Krieges

ict  geammen  hat,  daß  ver  am  meisten  ge-)

  arsch,

 
 
   

 

   

 

*  Nosenhelmer  Unzelgen

den  besten  Einslub  auf  den  weiteren  Verlauf  der
parlamentarischen  Session

Wir  wünschen  im  Interesse  der  österreichischer
Monarchie  sehnkichst,  daß  alle  an  diesen  Gnädenalt
  gelnüpften  Hoffnungen  sich  Dan  erfüllen
möchten.  In  der  inneren  Pontir  k  wird  die  nahe
Zukunft  die  ersten  Früchte  schon  zeigen  müssen.

os-Die

  Dienstagsitzung  des  Wiener  Abgeordne
hauses  sland  unter  dem  Eindrud  des  Gnadenerlasses.
  Die  slavischen  Parteien  befanden  sich
sichllich  in  einer  gehobenen  Stimmung,  während
die  deutschen  Abgeordneten  erusie  Mienen  zur
Schau  trugen.  Der  deuische  Nationasverband  will
eine  scharfe  Erllärung  abgeben.  Als  der  Amnenslieerlaß
  vom  Minisierpräsidenten  verlesen
wurde.  riefen  sich  die  deutschen  Abgeordneten  zu:
„Das  geht  uns  nichts  an,  Unter  uns  gibt  es  leine
Hochverräter,  die  man  begnadigt.“  Als  dann
die  einzolnen  Sätze  der  Ame  2iekundgebung  von
den  slavischen  Parteien  mit  Händellatschen  begrüßt
  wurden,  fielen  auf  d.  u  deutschen  Bänlen
Jwischenrufe,  die  sick  gegen  die  hochverräterischen
  Handlungen  bezogen,  deren  Straflosigleit
tmumehr  auggeschprochen  wurde.  Auf  einmal
brachen  die  deutschen  Abgeordneten  in  den  Ruf
aus:  „Hoch  die  Armec!“  Der  Beifall  der  Slaven
  wurde  wann  immer  demonstrativer.  und
baid  lieten  sie  sich  auch  zu  höhnischen  Jwischenrusen
  gegen  die  deutscken  Bänke  verleiten.  In
den  deutschen  Kreisen  herrscht  ernste  Stimmung.
Es  wird  betont,  daß  den  Abgeordneten  zwar
eine  Kritik  des  Amnestieerlasses  nicht  zusteht.
daß  man  aber  auf  das  peinlichste  davon  überrascht
  wurde  und  daß  zu  der  Zurückhaltug,  die
sich  die  Deutschen  bisher  auferlegt  haben,  kein
Grund  mehr  vorhanden  sei.

bergchledeue  Tschrichten.

Berlin.  3.  Juli.  Ein  Gerücht  wollte  wissen,
daß  die  ka  a  Litung  ein  allgemeines  Verbot
der  Hausschlachtungen  beabsichtigte.  Das  trifit
nicht  zu.  Wohl  aber  sind  anders  einschreio  5sd2m
Maßnahmen  geplant,  um  dem  bei  du  Lausschlachtungen
  eingerissenen  Mißbräuchen  enigegenzuwirlen.
  Nach  einer  Aufstellung  ist  nämlich
mindestens  1  Minion  Schweinc  auf  irgendeine
Weise  „verschwunden“,  d.  h.  durch  unerlaubte
Schlachtungen  der  allgemeinen  Fleischrationierung
  entzogen  worden.  Die  Maßnahmen  gegen
unerlaubte  Haueschlachtungen  sollen  in  allertürresser
  Zeit  belannt  gegeben  werden.

Neuyork,  3.  Juli.  Ein  elektrischer  Zug  ist
in  den  Riggura  důib  abgestürzl.  80  Personen
lind  ertrunken.

 

 

J  *xiele  gezahll  hat.  Die  Kri
n  ganz  unverhältnis  zmäßigem  Anteil
un#  ölereich  zusammeng:  bracht,  während
snen,  besonders  bei  den  ersten  beiden  An-«

  shdnsdsplannmmcngttntton
Ilkbkrtllinngclmc
schechen

  

  
 
 
    
   
   
 
 
  

   

in  Uereitell  wurde.
eann  Grossnut  konnen  sich  die  T
ri  #  niert  beklaren.
siän  jetzt,  wie  bie  weiteren  Folgen
Korrespondenz  aus  Wien
:  „Der  l#  sserliche  Gnadenerlaß
n  Triumuh  der  Tici.  schen  und  ande-Was
  dee  Slauen  für.  diese  beispiel-1
  verf:  orocg  en  hal#n,  ih  zur  Stunde
Eine  anrere  Meldung  aus
Im  Müizaussauft  des  Abad
  Obmann  Waldner  nu-#imrhuster
  den  tiefsten  Dank  aus  für
d##  Kaisels  und  bat  den  Minieten,
  dem  Kaiser  den  Daul  zur  Kennt-Der
  Erlas  madtte  nicht  kloß  auf
en  Al  ogroroneten  lenen  Eindru.
id  die  Oeuid  en  sihen  urter  dm  Einu
  in  dim  Handschreilun  gezollten
Nian  verspricht  sich  ron  dem  (Gnadenerla

  

  
  
   
 

Mncheuer  Neulgtenen.

München.  3.  Juli.  In  der  heutigen  Magistratosizung
  wurde  zu  der  Mitteilung,  daß
13  Ou#-  verfaufte  Eier  auf  dem  Marsfeide  abgeladen
  worden  seien,  bekannt  gegeben,  daß  es  sich
nicht  um  verdorbene  Eier,  sondern  um  Eierschalen
  handle.  Der  Dienstmann,  welcher  diese
Cierschalen  aufs  Marsfeld  verbrachte,  hätie  angegeb
  n,  daß  sie  von  dort  wieder  abgeholt  würden.
  Es  läme  also  wohl  ein  Trodnen  der  Schalcn
zur  weileren  kriegswirtschaftlichen  Verwendung
in  Betracht.  Die  Behauptung,  daß  es  sich  um
verdorben.  Eier  handle,  die  einen  üblen  Geruch
verbreiten  und  an  denen  Millionen  von  Würmern
  herumlriechen,  könne  als  absolut  unwahr
bezeichnet  werden.  Es  handie  sich  lediglich  um
Eierschalen.  Die  „M  N.  N.“  widersprechen  dieser
Darslellung  und  Verlangen  ungeschminkte  Ani-München.

  3.  Juli.  Eine  ###rsammlung  der
Organisation  der  Mündhener  Gaßtwirte  beschlos,
an  den  Magistrat  den  Antrag  zu  stellen,  die
uweisung  vo  nK  eninehl  und  Küchenbrot  wre

früher  zu  gewähren,  audernfalls  müßten  die
Gastwirte  den  Küchenbetrieb  gänzlich  einstellen.

Alchach,  3  In  Komoden  brach  vernosctlich
  —  n.  stentzündung  des  frisch
eingekrachten  Heues,  im  Anwesen  des  Bauern
Wolf  ein  Brand  aus.  In  kurzer  Zeit  war  das
Wohnhaus,  der  Stadel  und  die  Stallung  vollstandig
  niedergebrannt.  Die  gesamten  Heuvorräle,
  sowie  die  landwirtschaftlichen  Geräte  wurden
  ein  Ranb  der  Flammen.  Lediglich  das  Vieh
konnte  gerettet  werden.  Der  Brandleider  ist
beim  Heere  eingerückt.

Augsburg,  3.  Juli.  Der  Gemeindehaushaltplan
  für  das  Jahr  1917  schließt  mit  einem
Ueberschufs  von  rund  900  000  Mk.  ab,  ein  Er- 



daß  die  gemeindlichen  Krie  slasten  auf  beson.
dere  Rechnung  genommen  und  die  Ausgobenn  auf
das  niedrigste  Maß  beschränkt  werden.  Der  Umlagensatz
  von  150  Pro#rent  wird  für  1917  beibepalten.
  kichn  lönnen.

tdorf,  3.  Juli.  Ueber  die  hiesige  Umgerung
  hingen  schwere  Gewitter  nieder,  wobei
aud,  mehrere  Landstriche  verhagelt  wurden,
darunter  auck  Orerstdorf,  ferner  Nach  und  A
tusried.  Bei  einem  Gewitte  wurde  bahier  die
73jährige  Lohnlutscherswitwe  Blaliner,  die  mit
vier  anderen  Personen  Unterstand  in  einer  Heuhätle
  gesucht  Batte,  vom  Beitze  erschlagen.  Die
brigen  Personen  kamen  mit  dem  Sckhrecken  da-"Gberviechtach

  3.  Juli.  Vei  einem  G.  witter
schlug  in  Stadlern  der  Blitz  in  das  Anwesen
des  Gütlers  Joseph  Kreuzer,  ohne  zu  zünden.
Dagegen  tötete  er  die  23jährige  Tochter  Franzisla
  und  die  Nach  barsfrau,  oie  Gütlerswitwe
Anna  Dietl.  Die  übrigen  im  Zimmer  befindlichen
  Personen  wurden  betäubt.=Pirmasens,

  3.  Juli.  Di  eGeschichte  des  geheimnisvollen
  Raubmordes  an  dem  auf  Hamsterfahrt
  ausgegangenen  Kaufmann  Löwenthal  aus
Berlin  scheint  sich  zu  einem  Schwindel  größter
Art  anszuwachsen.  Auf  der  Pfälzischen  Bank
wurden  aus  falschen  Schech  43  0  10  Mk.  ven  emem
Abelannten  abgehoben.  Da  die  Leiche  des
anacblich  ermordeten  Löwenthal  absolut  nicht
aufgesunden  werden  klann,  anderseits  der  „Raubmörder"
  Gekhart  bei  seinen  ergebnislosen  Verhören
  ein  geradezu  bie  Rich  ter  verhöhnendes
Benehmen  an  den  Tag  legt,  isl  das  Gericht
in  Zweibrücken  zu  der  Anschauung  grlangt,  daß
Gekhart  und  Lowemhal  sich  zufammengetan  halen,
  um  sich  mil  einem  großen  Schwindel  bedeutende
  Gelobeträg:  zu  verschafien,  worauf  damn
Lowenthal  versckmand,  um  als  „ermordbet“  zu
gelten.  Auck  der  Falschscheck  wird  auf  Konto  der
Beiden  gesetzt.  *

Banerijches  Oberlend

Oberaudorf,  3.  Juli.  Die  Gewitter  der
letzten  Tags  Baben  versch.  edentlich  schweren  Scharen
  angericktet.  Am  36.  Juni  abends  erschlug
der  Bliu  auf  der  Lacheralpe,  Gde.  Niederaudors,
  zwei  Poferde  und  ein  Fohlen  des  Bauern
J.  Seebacher  in  Hödl,  Gde-  Miederaudorf.  und
ein  Pferd  dis  Bauern  Reindt  in  Bayerischell.
Der  Schaden  beläuft  sich  auf  etwa  101000  Mk.,
ist  aber  durch  kersicherug  gededt.

Bad  Aibling,  3.  Juli.  Ab  1.  Juli  wurde
der  Wachtmeister  Konra  Georg  der  Siation
An  nach  Schiehdorf,  Bez.-A.  Weilheim,  und  der
Sergeaut  Wilhelm  Schubart  von  Bruckmühl
nach  Bad  A:  bling.  versetzt.

Grafing,  3.  Juli.  Ein  Blitz  fuhr  in  Oberseissieden
  bei  Steinhöring  in  das  große  Chriftopheranmesen,
  das  ein  Raub  der  Flammen  wurde.
Der  Besither,  der  im  Felde  steht,  befindet  sich
gerade  auf  .—

 

gebnis,  das  allerdinge  nur  dadurch  erzielt  wird,

Donnerstag,  6.  Juli  1912

Vaterstetten,  3.  Juli.  Das  Oekonomieanwesen
  des  Herrn  Michael  Plötz  in  Vatersletten,
  ging  durch  die  Vermittlung  oes  altbekannten
  Immobilienbüro  Ed.  Bachberger  in
München,  Tal  12,  im  Kaufswege  in  den  Goesm
Herrn  Sebastian  Steyrer  aus  Neufahrn
über.  Protokollierung  hat  bereits  stattgefunden.
Hrien,  3.  Juli.  H  K.  Kooperator  Mar  Hele
  dahier  ¾l  dritter  Kaplan  an  der  Me
litanlirche  in  München  geworden.  Die  besten
Wünscke  begleiten  ihn.
Traunstein,  J.  Juli.  JIm  Magistrat  wurde
über  die  detzeitige  Lage  der  hetenemitteweror.
gung  eingehend  berichtet.  Darnach  kann  die  bisherige
  Brot  und  Mehlration  bei  dem  gegenwärtigen
  Stand  des  Mehlverbrauches  voraussichtlich
  bie  zum  Ende  des  laufenden  Uersorgungsiahres
  ungesch  mälert  beibehallen  werdon
und  braucht  nicht,  wie  ursprünglich  vorgesehen,
von  Ende  Juni  ab  geschmälsert  werden.  Die
gutjunftionterende  und  wohltätig  wirkend:  städtische
  Wildverlaufsstelle  i#t  nach  einer  neuen  Verordnung
  in  Gefahr  geraten,  von  der  Zufuhr  wesentlich
  beeintrachrigt  zu  werden,  da  ein  bestimmter
  Prozemssatz  des  gel.eferien  Wildes  an  größere
Städte  abzufuhren  wäre;  um  Aufhebung  dieser
Maßnahme  sur  die  hiesige  Verkaufsstelle  wurde
der  Magistrat  inzwischen  bereits  vorsiellig.  Die
Eier-  und  Butterversorgung  verläuft  im  Rahmen
der  lnappen  gesetzlichen  Rationen  leaisns
Die  flädt.  Kartoffelbestände  haben  sich  aut  g
halten;  die  Vorräte  der  alten  Ernte  werden  Gon
den  nächsten  Wochen  (Anfang  Juli)  zu  Ende
geben.  Die  Viehamieferung  und  oamit  die
Fleischversorgung  hat  sich  in  letzter  Zeit  wie  der
merllich  getessert.  Der  Mangel  an  Schweineund
  Kalbsleisch  ist  in  den  Verhältnissen  begründet
  und  wird  in  absehbarer  Zeit  voraussichllich
nickt  besser  werden;  ähnlich  liegen  die  Dinge  bei
den  Wurstwaren.  Verteilungs-(Kundenlisten:.
Waren  komten  seit  mehreren  Monaten  regelmaseig
  jede  Wocke  zur  Abgabe  kommen.  Die  Gesc
  ältsabwilung  in  der  fladt.  Kriegstleinvertaufoslelle
  wurde  weiter  nerbessert.  Die  Milchzuhr
  (insbesendere  durch  Abholen  der  Milch
durch  dieisadtgemeinde  laßt  im  Allgemanen  die
Milchraäon  befriedigen;  immerhin  is  sie  tronß
ailer  Bemahungen  nickt  so,  daß  an  eine,  wenn
auch  nur  leschräntte  Ausgabe  von  Milchmarten
an  Sommergäste  gedacht#  werden  k#önnte.  Die
Gafiwirte  baben  dafür  iuweisung  von  tondensierter
  Magermilck.  crhalten.  Die  Fischanlieserung
iit  insbes.  ens  dem  Hirschauer  Winlel  d29  Chiemĩces
  zurüdgegangen  und  hat  vielfach  ganz  auf.
gehört,  sotaß  der  Betirieb  der  städt.  Fischverlaufsslelle
  ur  in  besch  eidener  Weise-  fortlgefuhrt
werden  sonnte.  Dagegen  war  die  Seefisch=(Stodsisch-=
  Verforgung  reichlich,  auch  die  Versorgung
  mit  Sardinen  und  marinierten  Heringen
in  der  Kreinverlaufsstelle.  Die  Kaseverteilung
lonnte  jede  Woche  vor  sich  gehen.  Die  Spargelleliejerung
  in  der  städt.  Kleinverkaufollelle  war
in  den  lezten  Wocken  im  Vergleiche  zur  Nachfrage
  so  sürt.  daß  Lieferungen  abdbestellt  werden
mußten.  Die  Marmeladen-  und  Kriegemusversorgung
  war  in  den  letzten  Wocken  reichlich,  wenn
auch  biessach  Qualitãt  und  Preise  zu  bemängeln
waren.  Der  jtädt.  Krautverkauf  fand  unratio—
niert  seit  Herbst  unumerbrochen  zu  billigften
Preisen  und  in  guter  Qualität  slatt.  Auck  oie
stärt.  Besorgung  von  Frühgemüse  bedeutcet  eine
nicht  zu  unlerschättende  Ergänzung  und  Preiekegulierung
  des  hiesigen  Gemüsemarltes.  Im
Ganzen  ist  wohl  zu  hoffen.  daß  ein  erträglicher
Uelergang  bi  zum  neuen  Versorgungejahr,  gelingen
  wird,  insbesondere  unter  der  Vorausseung,
  daß  die  Getreidebetände.  auf  welche  die
Sltadtgemeinde  bis  zu  Beginn  des  neuen  Erniejahres
  noch  Anspruch  hat  und  welche  ihr  bestimmt
zugesichert  sind,  vollständig  und  techtzeitig  zur
—.  lommen.

   

 

Von  einsamen  Menschen
·

Roman  von  Fritz  Ganter
1#)  (Madboruck  ve#dete.

Cie  vogen  even  in  oie  A#emsbergerlstrane
in,  und  2#  ganas  Auge  siel  öufällig  auf  das
E  ic.  Er  jeufzte  tief  und  verllnu
  alm  ornuverneigen  das  leiie  Knistern
Elin  rp#ser  n  seiner  Brusttasche.

Neimarus  bedachtee  ihn  gespannt.

0  jehe,  baß  Sie  mir  zummmen.  Das
Genaat.  Aljo  ohne  Zaudern  über  Bord  mit
ulen  einngebiideten  #chten!  Und  dann  mit
ö.  :  u  binaus  aufs  Meer  der  Sehnsucht  im
u  nHayhn!  Sie  sollen  iehen,  wie  frisch  die
shwenen  werden  und
r#  Rummer?“  wandte  sich  da  der

 
  

 

 
   
 
 

len
z

 

dnnner  nech  seinen  beiden  Fahrgästen  um.
TMheinsbergerstraße  107,  entgegnete  Wolfgang.
  Und  dann  zu  Reimarus:  „Verzeihen

—.*  "re.  ich  ohne  Ihle  Zusummung  disponierte.
/v.  r  us  sollte  meine  Antwort  sein.  Rheinsrsue
  ate  16  wohn  nammich  Professor  Doktor
rDdt  11  *

imnd  zu  dem  wollen  Sie?“  fragte  Reimaru
  leicht  gereizt  im  spottischen  Tonfall.

„In.  CEr  ist  ein  Siudiengenosse  meines
Vater-,  umd  ich  habe  ein  —
un  inn  in  der  Tasche.

„So,  so!  Nun.,  dann  immer  4
Maler  sagle  das  unglaublich  küdl.  *
die  Kuopje  seines  Ueberroccees  und  ——  mit
der  Linken  nach  dem  Wagenschlagöffner.  „Wir
lind  gleich  da“,  ertlurte  er  leichthin.

#Wpolligang  reckte  sich  auf.  „Sie  mögen
mich  verdammen,  aber  ich  glaube  nicht  mehr
zuruckzukönnen.  Jetzt  steht  über  der  Pflicht

 

gegen  mich  selbst  mermn  gegebenes  Wort.“

„Jetzt.  Und  spatier?

Volaaia  Hli  *“*  Achseln.  „Ich  meiß
nicht.  Viellei  c.  crn  Hatürlich  auch
später.  Vian  bul  mein  Ideal  todwund  niedergeworsen.
  Und  Frau  Musika  weint  über  den
verlorenen  Sohn.“

Reimarus  ergriff  impulsio  Wollgenge  Hand
und  preßte  sie  warm.  e  Ihnen,
daß  Frau  Musika  einst  auchcn.  1  Sie
heimtehren  in  ihre  Tempel!

olsgang  Iächelte  verloren  und  hoffnungsarm.
  Aber  er  erwiberte  den  Druct  und  wußte,
daß  er  elne  Creundschaft  knüp

Der  Wagen  Hielt.  Nens#bens  sprang  ab
Woisgang  wollte  das  nicht.  Der
andere  winkte  mit  der  Hand.  „Weshalb  darüber
  Worte  verlieren!  Wenn  Sie  Ahre  Visike
absolviert  haben,  würde  ich  mich  jreuͤen,  Sie

bei  mir  sehen.  Ich  wohne  18.  zaren  Sie
schon  eine  Wohnung?

Wolsgang  verneint

„Ich  will  Ihnen  gbennto  lein.  wenn'  Sie
gestatten...  Ach  was,  keinen  Dank!  Also
auf  Wiedersehen!“

Reiinarus  schritt  schnell  davon.  und  Woli.
gang  stieg  die  Treppen  zu  Proseisor  Krutzingers
Wohnung  hinan.

s  war  ein  kleines  dürres.  vori
Männchen,  zu  dem  man  ihn  führt.
ihn  lich  Vanz  anders  vorge  estellt.
schaltrig,  mit  strengblickenden  An  v

Ganz  und  gar  anders.  Ud  nun  sand
er  einen  Mann,  der  eher  der  Boimer  eines
kleinen,  verstaubten  Antiquitätenladen=  zu
Lein  1  Lcheen.  als  der  Gelehrte  in  bevorzugter

tell

 

#r  saß  schreibend
lenen  Sein  relar,  der  zwischen  den  modernen
Stücken  der  ubrigen  Zimmereinrichtung  wie

ein  Fremdling  anmutete.  Seine  gumutigen
blauen  Augen  richteten  sich  freundlich  aus  den
Ankömmling,  und  mit  weicher,  eigentumlich
siungender  Stimme  st  er  zum  Sitzen  ein.

*  rnict?“  überlegie  er,  in
Und  nach  ge-Nun
  weiß  ich.

seinen  Crinnerungen  aen.
raumer  Zeil:  „Ah  so.  ja  so!
Tübingen,  Tühingen!  #o,  damale,  vor..
nun  wie  lange  ist  das  her  ..  dreißig,  fünfunddreißig
  Jahre.  Ei  gewiß,  an  die  (unfunddreißig
  Jahr#:  Ein  ganzes  Endchen,  za,  jal
Und  Sie  sind  Matthias  Warnicks  Sohn,  junger
Freund?“
Wolfgang  bejahte  und  gab  seincs  Vaters  Brief.
Der  Pre#zeior  las,  langsam  und  bedächisg.
leise  die  L'pren  bewegend.  Manchmal  schüttelte
  er  den  Kopf.
Endlich  war  er  fertig,  saltete  den  Bogen
r—  éusammen  und  legte  ihn  auf  seinen
jrei
Dann  rüusperte  er  sich,  zupite  das  weiße
Halstuch  zurechi  und  knöpfte  jeinen  stark  abgeschgbten
  Rock  zu  und  wieder  auf.
Das  sah  alles  nervös  verlegen  a
Schließlich  sagte  er:  „Om,  der  Wornic.
wollte  sagen  Ihr  Vater,  junger  Freund,  schreibt
mir  da  einen  ganz  trausen  Brief.  Ja,  hm,
einen  gauz  krausen  Briei.  Kann  ihn  schon
verstehen  und  verstehe  ihn  auch  wieder  nicht,
den  Warnick,  wollte  sagen  Ihren  Vater.  Das
Iik  ja  eine  ganz  konfuse  Sache  Om,  Sie
hatten  undere  Planc.  hi,  ja.  andere  Pläne?
Ich  meine.  Sie  wollten  von  vornherein  nicht
Jura  siudieren?“

 

vor  einem  en  all-  n,  vr.

        

dününg  hatte  es  vorenspeseben,  dan
diese  Froge  nniih  dem  Lesen  des  Brieses  kommen
würde;  denn  zweisellos  enthl  das  Schreiven
eine  Darstellung  der  ganzen  Vorgeschichte  bis
in  die  lieiniien  Details.  Dennoch  empfond  er
nun  ein  leeies  Grauen.  Natürlich  kam  nach
leinem  „Nein“  wieder  ein  Breittreten,  ein  etimmenwoiten,
  das  Anführen  von  tached
Frunden,  die  für  die  Sache  sprachen.  "

ber  das  verhuzelte  Männchen  nickte  nur,
##s  ihm  seine  Frage  beantwortet  war.

„Sie  wollten  Musik  studieren?“  erkundigte
er  sich  nach  einer  geraumen  Zeit  des  Nachinnens.


Und  nach  Wolfgangs  „Ja“  erbob  er  sich.

„Sie  haben  sich  nun  aber  doch  dem  Wuniche
Ihres  Jaters  gefügt.  a#s  ist  gut.  Ich  tann
Ohnen  weiter  auch  nichts  sagen,  hm.  und  einen
LEin#luß  auf  Sie  auszunden,  daß  Sie  Ihrem
Versprechen  treu  bleiben,  fühl-  ich  mich  nicht
beranlaßt.“

„Koun  ich  auch  gar  nicht  Kann  niemand.
Wozu  auch?ꝰ  Sie  haben  sich  endgültig  entschieden,
  wie  mir  Ihr  Vater  ichreibt,  und  das
muß  doch  genugen.  Hm,  ja,  grüßen  Sie
Ihren  Vater  von  mir,  wenn  Sie  an  ihn
schreiben.  Ich  habe  mich  gesreut,  von  ihm
zu  Dören.  Gott  befohlen,  junger  Freund!“

Beim  Hinabgehen  überlegte  Wolsgang,  daß
dieser  Besuch  zu  seiner  Zufriedenheit  auogesallen
sei.  Er  war  kaum  zehn  Minuten  oben  gewesen,
  und  die  Erwartungen,  die  sein  Vater
ieden#alle  auf  die  gewichtige  Stinmne  selnes
Grsdiengenoen  in  punmet,  Beeinsussung  gesetzt
  halle,  waren  zumsonst  gehegt  hdewesen.  Der
aute  Kukiuner  dachte  gar  nuhr  datan

 

(Fortletzung  **