Full text: Preußische Geschichte. Zweiter Band. (2)

Diertes Buch. 
Der innere und äußere Kusbau des 
preußischen Königtums. 
1701—170. 
I. Rönig Friedrich I. I701—171|3. 
Die lange Reihe der Festlichkeiten, welche die Krönung 
verherrlichten, war beendet. Am 6. Mai 1701 zog der König 
in Berlin ein. Als er nahte, donnerten die Geschütze. In 
den Straßen, wo bewaffnete Bürger Spalier bildeten, erhoben 
sich Ehrenpforten, an denen huldigende Ansprachen stattfanden. 
Auf der Stechbahn und dem Schloßplatz stand das Militär in 
Parade. Bei der Ankunft im Schloß erdröhnten abermals 
Salven. Es folgte ein Vorbeimarsch der Bürger. Am nächsten 
Tage wurden die Kollegien, die königlichen und die städtischen 
Beamten und die Richter und Prediger empfangen. Dabei 
ergossen sich Ströme der Beredsamkeit. Noch Tage dauerten 
die Festlichkeiten, unter denen die prachtvolle Jllumination Be- 
wunderung erregte, die am 9. Mai die Stadt in ein Lichtmeer 
tauchte, so daß sie nach dem Bericht eines Zeitgenossen das 
Licht der Welt zu heißen verdiente, während die Mauern Ge- 
mälde bedeckten, die des Königs Regierung verberrlichten und 
künftige Großthaten verkündeten. Am Abend des 10. Mai 
gab es dann noch ein großes Feuerwerk am Leipziger Thore 
unter Leitung des Generalfeldzeugmeisters Markgrafen Philipo, 
des Halbbruders des Königs. Alljährlich aber wurde die Wieder- 
kehr des Krönungstages durch ähnliche Veranstaltungen be- 
gangen. Denn Friedrich hielt eine solche imponierende Be-