Febr. 23.
bis
März 2.
156 1611 68.
Kasse gekommen wäre. -- Wegen der Zurückbaltung der Quoten
von der Kasse wird nochmals umgefragt, wobei Trier sich recht-
fertigt, dass es 15 Monate zum jülichschen Wesen geliefert, die
übrigen 25 zum Unterhalt eines Fähnleins Knechte und zur Be-
hauptung des Ehrenbreitsteins gebraucht habe, wobei auch Köln
einige tausend Gulden zugeschossen habe. Köln hat seine Quote
ähnlich verwendet und glaubt sich viel zu hoch veranschlagt; er
kann höchstens ein Drittel des Matrikularanschlags aufbringen; wegen
der langen Kriege sind die Stiftsuntertanen völlig verarmt, der
Koadjutor muss auf eigene Kosten Hof halten; man möge Kom-
missarien zur Untersuchung der Verhältnisse ins Erzstift abordnen
und beim Bundestag die Moderation befördern. Speier verspricht,
nur die Mittel zur notwendigsten Verteidigung zurückzubehalten.
Februar 26. Auf Kölns Anregung stellt Mainz zur Umfrage, in
welcher Weise Sachsen in den Bund aufzunehmen sei. Niemand (auch
Köln nicht) ist darauf instruiert; nur äussert Xö1n das Bedenken, ob
nicht Sachsens Einnahme den Katholischen praejudizierlich wäre, da
Sachsen und Braunschweig verschiedene Stifter eingezogen hätten. —
Darüber findet besondere Umfrage statt, wobei Trier warnt, diesen
schweren Stein zu erheben, da man sonst zu einem dem vorigen ent-
gegengesetzten Schluss kommen wärde; ebenso warnt Mainz und
erinnert, dass man zu Prag eine neue Unionsnotel! aufgesetzt und
Sachsen mitgeteilt habe, die auf Erhaltung des Religions- und Profan-
friodens gehe und des Kaisers Autorität besser „exprimiere.“ Die
Verhandlung beim Bundestag, wenn Sachsen erscheint, wird die Be-
dingungen geben; jetzt ist nicht ratsam, etwas zu „moviern.‘“ Köln
‚hätte eine Klausel zum Schutz der Katholiken gewünscht, sonst gibt
er sich zufrieden.
Bei der dritten Umfrage werden die im augsburger Abschied
ausgesetzten Punkte wegen Verbesserung der Mängel im Defensions-
wesen zur Beratung gestellt. Man einigt sich zunächst, dass man die
Bundesobersten nicht durch Abschiede binden könne und dass diese
die Beschlüsse pro re nata fassen müssten, allenfalls mit Zuziehung
der Adjunkten. Die Vorschläge Baierns und Augsburgs sind beim
uächsten Bundestag anzuhören. — Auf die vierte Umfrage wegen
der Schickung an Erzherzog Albrecht (8. Artikel) können Trier und
Köln sich erst bis zum Bundestag erklären, ebenso wegen des 9.
Artikels (Rechnungen). — In fünfter Umfrage wird das kölnische
Defensionswesen (6. Artikel) vorgenommen. Trier und Köln
betonen die Fortdauer der Gefahr durch das jülichsche Wesen; die
Abdankung des auf Rechnung des Bundes geworbenen Volkes ist
jetzt unratsam. Man möge Köln nicht hilflos lassen; würde die
Besatzung von Kaiserswerth meutern, so könnte daraus die grösste
Gefahr erwachsen. Mainz wird sich darüber beim Bundestag erklären,
I Vgl. oben no. 3, S.5, Anm. 3.