fullscreen: Heinrich der Löwe Herzog von Bayern und Sachsen.

1161 
17. Jan. 
Februar 
Februar 
März 
260 Drittes Buch. III: Eroberung Mailands. 
von Leon und von dem Patriarchen von Jerusalem ein, in denen diese ihn 
ihres Gehorsams versicherten"). 
Aber noch fehlte es in Frankreich selbst nicht an Klerikern, die dem Könige 
die Aufrechterhaltung des Provisoriums anrieten, um so während des 
Schismas von jeder geistlichen Gewalt frei zu sein. Die viktorischen Kardinäle 
Johann und Guido, sowie die Gesandten des Kaisers schürten den Zwist 
zwischen Ludwig und Alexander ihrerseits aufs fleißigste, so daß Arnulf 
von Lisieux einen Notschrei über den Zustand Frankreichs an den päpst- 
lichen Hof gelangen lie.“*). Um den König milder zu stimmen, richtete 
Alexander an ihn ein Schreiben, das ihm unter großen Lobeserhebungen 
dafür dankte, daß er sich entschlossen habe, ihn — Alexander — anzu- 
erkennen“). Durch die schmeichelhaften Worte gefangen, würde — so 
meinte er wahrscheinlich — der König sich scheuen, sie Lügen zu strafen. 
Immer energischer trat wirklich die allgemeine Stimmung der französi- 
schen Geistlichkeit, der klerikalsten ihrer Zeit, für Alexander auf. Fast jeder 
nannte ihn als den einzig rechtmäßigen Nachfolger Petri. Die einzelnen 
Kirchen des Landes klagten laut, daß man sie noch von der Einheit der katho- 
lischen Kirche getrennt halte, und schon versuchte die Geistlichkeit, eigen mächtig 
zu Besprechungen zusammenzutreten. So konnte der schwache Ludwig sich 
nicht mehr gegen den Sturm halten, und auch die freundlichen Schreiben, 
die Viktor IV. und Friedrich I. an ihn richtetenf), vermochten ihm keine 
Stütze zu bieten. Er beschloß, ein neues allgemeines Nationalkonzil im 
Verein mit den Engländern abzuhalten, auf dem ohne Zweifel die voll- 
ständige Anerkennung Alexanders zustande kommen mußte. Wahrscheinlich 
hat er sich über diesen Plan mit Heinrich II. in Verbindung gesetzt, denn es 
trat sofort ein allgemeiner Waffenstillstand zwischen den beiden noch eben 
so erzürnten Fürsten einff#). 
Auf dieser Synode zu Toulouse#f#f##) erschienen außer den beiden Königen 
und den Gesandten derchristlichen Reiche in Spanien wohl hundert Bischöfe 
und Abte aus England und Frankreich. Zuerst erhielt Guido von Crema, 
die Viktorier, das Wort; aber seine glänzende Rede wurde von Wilhelm von 
  
*) B Ferdin. ad Alex. Bouquet, Reo. XV, p. 763. — Ep. Amalrioi ad Alex., ibid. 
p. 763t. 
“ Ep. Arn. Lexov. ad cardd. Rom. eccles., Bouquet, Rec. XVI, p. 664—667. — 
Da uru Brief in diese Zeit fällt, geht aus dem hervor, was Arnulf über den bewußten 
treit schreibt. 
“% )Ep. Alex. p. ad Ludov. r. Bouquet, Rec. XV, p. 766 f. — Daß der Paypst sich auf 
535 best timmtes Faktum der Anerkennung bezieht, ist aus dem Wortlaut des Briefes 
ehr klar. 
0 Reuter, Alexander III., I. S. 163 f. — Der Brief Viktors (Bouqvet, Rec. XV, 
25 f.) ist vom 11. Februar, derjenige Friedrichs auch im Februar oder März ge- 
Höreeben, da der Kaiser sich befindet in procinctu Italicae expeditionis et prin 
imperü ad eandem unanimiter contendunt. Im April aber Waren die Fürsten * 
sämtlich in Italien eingetroffen. 
f1) Krit. Erört. III d. 
fff) Das Faktische größtenteils nach Reuter, Alex. III., I, S. 166 ff.