Mittagsschlaf — Moralischer Wahnsinn. 747
fähige Früchte so herstellen, daß von ihren körperlichen Fehlern nicht viel zu
sehen übrig bleibt. Nichtlebensfähigen muß man baldigen Tod wünschen.
ittagsschlaf. Den einen schadet er, den anderen ist er unentbehrlich.
Alle blutarmen, lebhaften oder geistig tätigen Menschen, welche
Bedürfnis nach einer Mittagsruhe haben, sollen diesem Drange nachgeben
und eine halbe bis ganze Stunde auf bequemem Lager ruhen, mit warmer
Decke, damit die Füße warm bleiben, und bei geöffneten Kleidern und reiner
Zimmerluft. Ein solches Mittagsschläschen stärkt sehr und macht für die
Nachmittagsarbeit wieder kräftiger. Wer aber fettleibig ist oder Verdauungsbeschwerden
hat, der liege nie nach dem Essen, sondern mache lieber einen
kleinen Spaziergang. Solchen ist ein Stündchen Ruhe vor dem Mittagessen
eher zu empfehlen, wenn sie Müdigkeit plagt.
Do-cke. Was ist denn die Mode? Der jeweilige Geschmack in Paris.
Und warum ist sie für die Frauenwelt so gefährlich? Weil sie ihr selbstständiges
Denken raubt, weil die Mode sich zu allen hygienischen Sünden
verleitet und daher ihren Körper schädigt. Man betrachte unsere historische
Modetafel. Welche Veränderungen und wie viel Überflüssiges neben Unschönem
und Gesundheitsschädlichem! Wir wollen alle klugen Frauen anregen, sich
von der Herrschaft der Mode zu befreien, nur das anzunehmen, was vernünftig
und schön ist und zu unserer Körperbeschaffenheit paßt, nicht aber,
was sie ausnahmslos allen vorschreibt. Wer Gesundheitspflege treibt, wer
gesunden Schönheitssinn hat, dessen Standpunkt wird der Mode gegenüber
klar vorgezeichnet sein. Darum lese man aufmerksam den I. Teil unseres
Buches. Er lehrt uns, was wir von der Mode zu halten haben.
Molken. (Siehe Milcherzeugnisse, „Ernährung“, I. Teil.) Molken
wirken bei Verdauungsstörungen vortrefflich, auch bei krankhaftem Durst.
Dondsucht. Siehe „Nachtwandeln“.
Moorbãder. Sie genießen großes Ansehen in der Frauenwelt.
Die verschiedenartigsten Krankheiten sollen sie in ihrem Schlamm begraben,
und doch ist es hauptsächlich nur die gleichmäßige Wärme, mit der sie den
Körper umgeben und welche von entschiedener Bedeutung für ihn ist. Das
Moor besteht aus Erde und verwesten pflanzlichen, ferner verschiedenen
mineralischen Bestandteilen, wie Schwefeleisen, Kohlensäure, Kieselerde usw.,
deren eigentliche Wirkung auf die Haut man noch nicht kennt.
Man wendet sie mit Erfolg bei Nervenschmerzen, Rheumatismus, Blutarmut,
fehlender Monatsblutung, Eierstocksgeschwülsten und anderem an.
Vermeiden müssen sie Herzkranke, Lungenkranke oder solche, die zu Blutungen
neigende Geschwülste haben; verboten sind sie auch bei Schwangerschaft.
Tritt eine schwächende Wirkung der Moorbäder ein, dann unterbreche man sie.
Moralischer Alahnsinn. Wo körperlicher Niedergang zu beobachten
ist, dort stellen sich auch geistige und moralische Störungen ein. Es gibt