April und Mai 1902. 309
Interesse hinweise, das Seine Majestät der Kaiser für die Ausstellung
vom ersten Augenblicke des Planes bis zur Verwirklichung bekundet hat-Ein
Zeichen seines Wohlwollens ist es, daß wir die Freude haben,
— zum Kronprinzen gewendet
Eure Kaiserliche und Königliche Hoheit als Protektor dieser Ausstellung
bei der heutigen Feier in unserer Mitte zu begrüßen. Eure Kaiserliche
und Königliche Hoheit haben sich davon überzeugen können, wicviel Großartiges
in industrieller und künstlerischer Hinsicht die Düsseldorfer Ans—
stellung enthält. In der Industriehalle, in den verschiedenen Einzelpavillons
und noch mehr in der großen Maschinenhalle sind unseren Blicken
Schaustücke der Technik und des Gewerbefleißes vorgeführt, wie sie
meines Erachtens so ernst und wuchtig selbst auf europäischen Universalausstellungen
kaum jemals anzutreffen waren.
(Beffall.)
Unser großer Königsberger Weiser Kant setzte auf seine erste Schrift die
Bezeichnung „Von der wahren Schätzung der treibenden Kraft“ voran.
Ich glanbe, daß wir nach unserem heutigen Rundgang in dieser Schätzung
reicher geworden sind.
(Bravo.)
Unsere Ausstellung — und daran hat heute Vormittag in seiner
Eröffnungsrede der hochverdiente Vorsitzende Geheimrat Lueg erinnert,
das haben auch viele Mitarbeiter an dem großen Werke in sorgenvollen
Stunden erfahren — ist in einer Zeit durchgesetzt worden, da die Industrie
und gerade die Eisenindustrie unter der ungünstigen Gestaltung des Weltmarktes
zu leiden hatte. Aus eigener Kraft ist solchen Schwierigkeiten
zum Trotze das Unternehmen emporgewachsen, in dessen Vollendung die
rheinisch= westfälische Industrie heute wie in einem Spiegel ihre eigene
Tüchtigkeit erblicken kann. Ich habe an dieser Stelle weit weniger den
Ausdruck der Erkenntlichkeit entgegenzunehmen für die Mithülfe der
Behörden, als umgekehrt im Namen der Königlichen Staatsregierung zu
danken für das in Düsseldorf gegebene Beispiel von Selbstvertrauen und
Tatkraft unter erschwerenden Umständen
(Bravol)
und Ihnen zu danken, meine Herren, den Unternehmern, wie den Arbeitern,
die so dem Lande und der Welt beweisen, daß sich der Deutsche und nun
gar der eisenrodende Westfale nicht so leicht umschmeißen läßt.
(Lauter, anhaltender Beifall.)
Was die Reichsverwaltung zur stetigen Entwickelung und zu einem
neuen wirtschaftlichen Aufschwunge beitragen kann, das zu leisten sind wir