sie sich eingehender darüber beraten und ıhm dann Antwort
geben könnten.
Wir sehen, sowol der Vortrag des Nuntius, wie die
darauf erfolgende Antwort der Stände — das Regiment wird
bei derselben nicht erwähnt — hielt sich in sehr allgemeinen
Grenzen. Nur hatte aber Chieregati vielleicht geglaubt,
es würden bestimmte Vorschläge zur Beseitigung des kırchlichen
Zwistes ihm entgegengebracht werden; er durfte das
umso eher, als ihm bereits im Privatgespräch solche Vorschläge
geäussert worden waren — von einem lutherisch
gesinnten Regimentsmitglied, von dem kursächsischen Rat
Hans von der Planitz.
Es dürfte der Mühe wert erscheinen, hier etwas näher
auf dies Gespräch einzugehen, welches wenige Tage vor der
eben besprochenen Sitzung stattgefunden hatte, am 7. December,
eines Sonntags, im Predigerkloster. Veranlasst wurde
dieses Gespräch!) dadurch, dass Planitz von seinem Kurfürsten
beauftragt worden war, dessen Antwortsschreiben auf
das bereits oben?) erwähnte Breve dem Nuntius zu überreichen.
?)
Chieregati sprach seine Freude über den Brief aus, pries
den Kurfürsten als einen weisen, klugen und christlichen
Fürsten und unterliess es nicht, bei dieser Gelegenheit die
umlaufenden Gerüchte zu erwähnen; als unterstütze der Kur-1)
Gedr. bei Jordan 1. c. S. 26—38. Vgl. Maurenbrecher, Gesch.
d. kath. Ref. S. 221f. — Baumgarten S. 231—33 lässt d. Gespräch am
8. December stattfinden.
2) Seite 8 f.
8) Planitz an den Kurf. am 11. December: „Do ich im“ (dem
Nuntius) „auch euer curf. gn. briff uberantwortt kam er mit myr und
ich mit ym yn eyn gesprech, wie euer curf. gn. dasselb hiebey vorzceychentt
fynden werden, hab es in eyner eyll von stund an auffgezceychentt
ob ich im aber zcu vill ader wenigk gethan hab in gebungh
der antwortt...... ich underthenigklich euer cf. gn. wollen
myrs gnedigklichen zcu gnaden halten, den es auss undertheniger
Meynungh im besten beschehen.“ — Im Corpus Reformatorum |].
S. 585 ff. findet sich eine Antwort des Kurf. auf Adrians Brief in
latein. Sprache in zwei versch. Fassungen, wohl v. Melanchthon verf.
Jedenfalls bezieht sich dieselbe nicht auf jenes Breve v. 5. Okt. 1522.