72 Findet GO. K. XIIES. 2 Nr. 7 auchäuf Jüden Anwendung!
fordernisse des christlich Versterbens.Nist gar
keine Ausnahmsbestimmung gegeben, in den obonltenden
Bedenken ist eine solche nur angedeutet.
Die GO. selbst enthält .also nichts, was
durch das Gesetz vom 29. Juni 1851 hätte aufgehoben
werden können, so daß dieses die Ftreffende
Stelle unverändert lassen mußte. Anden Anmerkungen
zur GO., welche die Ausnahme zum Nachtheile
der Juden entgegen Christen aussprechen,
etwas abzuändern, wäre nach den Motiven zum
Gesetzentwurfe und der Ministerialerklärung, ineder
XXXIII. öffentlichen Sitzung der Kammer der Abgeordneten
vom 2. Juni 1851 ,
vgl.stenograph.BerichtNr.33.-.S.611;s»
unpassend gewesen. Gleichwohl würde hiernach kein
Zweifel sein, daß die treffende Stelle in den Ammerkungen,
— welche, wie wir gesehen- haben, im Grunde
nichts ist, als eine aus der in Kap. X §. 11 Nr. 5.
der GO. ausgesprochenen Exzeptionsmäßigkeit des
Juden zum Zeugnisse in Rechtsstreiten seiner Glaubensgenossen
gegen Christen gezogene Folgerung —
durch das Gesetz von 1851 beseitigt wäre, wenn
nicht der Plenarbeschluß mit der Kraft des Gewohnheitsrechtes
dazwischen treten würde.
dieser durch das Gesetz vom 29. Juni
1851 außer Wirksamkeit gesetzt werde, ist nun noch
zu untersuchen.
.: Der Art. 1 Abs. 1 hebt nur in Ansehung des
bürgerlichen Rechtes, welches hier, wie die Motive
und die Kammerverhandlungen entnehmen lassen, im
engeren Sinne zu fassen ist und das Gebiet des
Civilprozesses nicht mitbegreift, alle Ausnahmen, in
civilprozessualer Beziehung aber nur die Bestimmung
der GO. Kap. X §. 11 Nr. 5 auf. Die Motive
gehen von der Ansicht aus, daß außer dieser
Ausnahmsbestimmung, welche einzig und allein die
Juden betreffe und mit allen ihren durch Analogie