Full text: Die Freimauerer, deren Ursprung, Geschichte, Verfassung, Religion und Politik.

Charakters, den Zirkel nicht zum Beschreiben von Kreisen 
an Bauwerken, sondern zum Einschlusse aller Menschen in 
eine brüderliche Familienrunde. 
Und wenn sie auch die konfessionellen Unterschiede 
und alle jene Dogmen nicht berücksichtigten, welche von 
Menschen erfunden worden sind, so warfen sie damit doch 
die Religion im allgemeinen nicht weg, sondern hielten fest 
an jenen zwei einzigen Glaubenssätzen, welche nie erfunden 
wurden, sondern sich dem menschlichen Geist und Herzen 
von selbst aufdrängen, — dem Dasein Gottes und der 
Unsterblichkeit der Seele. Sie eröffneten daher auch stets- 
fort jede Loge und schlossen auch eine jede mit Gebet zum 
„allmächtigen Baumeister des Weltalls,“ und hielten Ge- 
dächtnisfeiern für abgeschiedene Brüder, von denen sie die 
Formel brauchten: er ist in den ewigen Osten hinüber- 
gegangen, d. h. dahin, wo das Licht herkommt. 
Auch die politischen Parteien blieben unberück- 
sichtigt unter den Freimaurern, und nur der Grundsatz war 
allen gemein, das Vaterland zu lieben, Gesetz und Ordnung 
zu achten und das Wohl des Volkes zu befördern. 
Da dem neuen Bunde an seiner Einheit liegen 
mußte so war einer der ersten Beschlüsse der Großloge 
dahin gerichtet, daß ohne ihre Genehmigung keine Loge als 
rechtmäßig betrachtet werden solle. Es giebt daher bis auf 
den heutigen Tag keine anerkannte Freimaurerloge, welche 
nicht ursprünglich und mittelbar von London aus gegründet 
worden wäre. Trotz dieser Beschränkung, ohne welche der 
Bund wieder zerfallen wäre, entstanden schon in den ersten 
Jahren nach seiner Gründung eine Menge neuer Logen, 
welche die Ermächtigung hierzu von Seite der Großloge 
erhielten. Bei dieser Zunahme des Bundes machte sich das 
Bedürfnis fühlbar, gemeinsame Gesetze zu besitzen, und im 
Auftrage der Großloge unterzog sich einer der Stifter, 
Anderson, der Aufgabe, die bisherigen Beschlüsse der
	        
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