der Obotrit 3) in die Parade, dann die ungeduldige Citation
Sr. Majlestät! nach Berlin, wo ich am 25. Octlober] immer
noch früh genug gewesen wäre. Und nun bin ich bier, habe seit
4 Wochen zweimal die Sonne gesehn, und sage mir alle Tage,
daß im Hovember ohne Frau und Kinder garnicht zu leben ist.
Aus langer Weile gebe ich diners, deren Reste mich jedesmal in
Verlegenheit setzen. Dertilge ich sie allein, so verderbe ich mir
den WMagen, lade ich mir junge oder alte Gourmet's dazu ein,
so berausche ich mich mit ihnen. Des Abends drängt ein rout
den andern, und nächstens werde ich anfangen zu spielen und zu
metzlern 4), wenn Johanna nicht bald in die leeren Räume einrückt.
Sie wollte am Sonnabend, den 22., von Reinfeld abreisen,
schrieb mir aber am 2o. einen etwas kleinlauten Brief über Rälte
und Schnee, den ich am 23. erhielt. Seitdem habe ich keine
Abnung, ob sie sich jenseit des Gollenbergs oder diesseit der
Randows) befindet. Ich hatte ihr empfohlen, Dich im Allgemeinen
um eine vorbereitende Erwägung in Betreff ihres Unterkommens
in Berlin zu bitten, und Oir demnächst von Cöelin
aus mit dem Telegraphen zu melden, wann sie bestimmt in Berlin
eintreffen würde. Mit Hetlel! des Princes habe ich mich erzürnt,
die Leute werden zu vornehm und dickfellig, und ich wußte
nicht recht, welchen andern Gasthof ich ihr empfehlen sollte;
ich habe das letzte Mal in Hôtel Royal gewohnt, ganz leidlich,
es sah mir aber aus, als ob dieses jugendliche Unternehmen entweder
noch nicht, oder schon „fertig" wäre. Sollte Johanna
zufällig in Berlin sein, so grüße sie von mir. Ich komme vielleicht
selbst am Sonnabend 6) dort an. Ich habe eine Aufforde-8)
Graf Bülow, siebe oben r. 34.
1) D. b. die Gesellschaften der Frau Emma Netzler, geb. Lutteroth, Gattin
des Bankiers Gilhelm Megtzler zu besuchen, in deren Salon die am Bundestag
beglaubigten Gesandten viel verkehrten.
) D. b. in Neinfeld oder Kröchlendorf.
9 29. Horv ber.
74