Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

"("*.  erhaltung  des  Friedens  angelündigt.

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gegenüber  gestanden.

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Nummccllk

Glaswerks-II

chitt19,21.sntlill«s

 

Erlaubnis,  die  Gloden  des  Kapitols  zut  Be
geisterung  des  Volkes  zu  läuten.

Nach  der  Rede  d'Annunzios  zogen  die  Demonstranten
  unter  Absingen  von  nationalen  Liedern
zur  französischen  Botschast.)  wo  die  französische
Fahne  aufgezogen  war.  Diese  wurde  von  der
Menge  unter  Neigung  ihrer  Falnen  mit  Hochrufen
  begrüßt.  Der  französische  Votschafter
Barrore  erschien  auf  dem  Ballon  und  Harf
mit  dem  Ruf  „Evviva  Italia“  Blumen  aus
die  huldigende  Menge.  Dann  hielt  er  eine  sranösische
  Ansprache,  in  der  er  sagte,  daß  er  in
der  Demonstration  des  römischen  Volles  die
crffreulichen  Auspizien  für  den  gemeinsamen  Sieg
der  Fran:  zosen  und  Italiener  sehe.  Auf  seinen
erneuten  NRuf  „Enviva  Italia!“  wurde  mit
lebhaften  Hoch  rufen  auf  Frankreich  geantworlet.
  Nach  einem  Vorbeimarsch  um  Ministerium
des  Innern,  wo  Salandra  lebhafte  Ovationen
dargebracht  wurden,  löste  sich  der  Demonstralionszug
  ohne  Zwischenfall  auf.  (Jv.)

Die  Umwandlung.
19.  Mai.  In  einem  Leitartikel
führt  der  „Malino“  aus:  Da  der  Krieg  beschlossene
  Sache  und  Italiens  Schidfalstunde
gelommen  sei.  so  widerrufe  er  heute  alles,  was
er  frülter  gegen  die  Entente  und  die  Kriegs
freunde  gesagt  habe  und  nehme  seine  Warnungen
  zur  Einsicht  und  Ruhe  zurück.  Viele
bisher  ententeseindlichen  Biätter  zeigen  jetzt  eine
volllommene  Wandiung  in  ihrer  Gesinnung  und
malen  ihren  Lesern  das  Bild  des  zum  Golse
von  Venedig  werdenden  adriatisohen  Meeres
uund  einer  italienischen  Provinz  Anatolien  aus.
Das  „Giornale  d'Ilalia“  richtel  einen  Auf
ruf  an  die  noch  immer  dem  Krieg  arbolden
Sozialisten  und  führt  aus.  wenn  Italien  diesen
Augenkblick  unausgenützt  verftreichen  ließe,  woa

Lugano.,

.  Europa  eine  neue  Landkarte  erhalten  lönnte,

würde  es  Mitschuldiger  Oecsterreichs  sein,  Mitschuldiger
  der  teutonischen  Bedrückung  (1,  und
Spießgeselle  und  Helfer  jeder  Tyrannei.  (3Z.)
Die  sozialist.  Kriegsgegnerschaft.

Genf,  19.  Mai.  Das  .  Journal“  meldet
aus  Chiasso:  Die  italienische  Sozialistenpartei
beschloß  einstimmig,  den  Widerstand  gegen  den
Krieg  fortiusetzen.  Für  Sonntag  sind  zahlreiche
Versammlungen  der  Arbeiterschaft  zur  Aufrei  aitH
Die  Regierung
  hat  die  Versammlungen  bisker  nicht  verboten.
  (3.)

Chiasso,  19.  Mai.  Zentralvorstand
der  italienischen  eaised  verössentlicht
einen  Aufruf,  in  dem  es  heißt:  Eine  freche
Minderbeit  von  Narren,  eine  gewalttätige,  im
Geheimen  genälrie  und  Frankreich  ergebene
Freimaurerclique.  unlertützt  von  der  Polizei
und  unreinen  Elementen,  die  diese  iu  treiben
wissen,  hat  sickt  in  einigen  Hauptorten  der  Sttaße
benächtigt  und  mißbraucht  die  Parlamenisfreiheit.
  Gegenüber  soviel  llebermut,  welchen  die
Regierung  stützt  und  pflegt,  mus  das  Volk
seine  gewaltige  Stimme  erheben,  beoor  das
Parlamem  zusammentritt.  Während  man  in
Rom  mit  allen  Mitlteln  versuchi,  den  Willen  derjenigen
  571  unterdrücken,  welche  sich  dem  Frieden
widersetzen,  kont  von  einem  Ende  der  Halbinsel
bis  zum  anderen  der  feierliche  Protest  des  italienischen
  Volkes.  Das  italienische  Parlament
dürjte  vielleicht  schon  heute,  wo  viele  seiner

Söhne  und  Vater  die  Uniform  anzielen  müssen,
nicht  mehr  imtande  sein,  den  Krieg  zu  vermeiden.
  Die  Veraulworlung  für  die  lommenden
Folgen  sallen  auf  die  Urheber  zurück.  Nieder
*  mit  dem  Kricg!

Erkämpftes  Glück.

10  Roman  von  A.  Below.
(Nachdruck  verdeten

1  Die  sime.r  Worie  dieser  Ci.##auxvom
,LLände,  die  un  auf  ihn  ba##ie  und  an  ihn
glaubie,  urun  Ludwig  Gu.  luhher  wie  Hammerschläge.
  Cr-  schickle  den  Viener  jort  und  schritt

ausgercgt  im  Zimmer  auf  und  nieder,  indem  er
dum  erstenmalr  seine  Emrand#unden  fur  Ottolme

unbarmheriig  zurnliederte.  Mu-  oanine:  wden  Wangen
und  bänmernden  Schläjen  wariser  üch  endüch  auf
einen  Stuhl  und  ichlug  die  Hunde  schamerjüllt
vor  dar  Gesicht.  Ja,  er  lonnte  es  vor  sich  selber
nicht  in  Abrede  nellen,  er  veres  gegen  das
secite  Gobot,  er  begehrte  eines  bKre  ren
und  dieser  andere  war  sein  erbilietter  aigner,
ader  ihm  als  Todseind  mit  cnihe  ülem  Tegen

Fort  mußie  er  aus  Kuyp-##hausen
  und  dies  so  rasch  als  moglich:  darin

*  die  einge  Rettung.  Er  rief  nach  Philipp
und  trug  ihm  aus,  alles  zur  Abreise  vorzubereiten.
DTes  ehrlichen  Burschen  Angen  glänzien  auf,  als
er  den  Befehl  vernahm;  er  halle  sich  auf  Kunp-*

  hausen  nie  recht  wohl  gefühll,  außerdem  gingen
„ihm  die  Worte  des  rothaarigen  Schreiber#e,  moy#-7

  er  diesen  so  rss.  abgesertigt  halte,  im
Kopse  herum.  „Tie  Gräfin,“  murmelte  er
röfleren  nachdenklich  vor  sich  hin,  „dat  is  en  moje

IMinsch,  en  wabren  Cgenstaler:  de  schall  em  woll

Jeiallen,  un  wer  kannt  welen,  wal  dar  van  wart.“

4½.  zent  war  er  beruhigt  und  sein  Bebagen  wuchs

als  Ludwig  Güntber  erllärte,  auch  d

nach  Jever  aufzugeben.  Die  Frau.  welcbabe

  auffuchen  wollen,  sei  schon  seit  Jahr  und
7½9  von  dort  verzogen,  er  habe  nichi  in  Er- 



 

 

 

Ein  platonischer  Protest.
Genf,  19.  Mai.  Der  römische  Soz#talistenverand
  beschloß,  in  der  Kammersinung  einen
platonischen  Kriegeprotest  zu  Verlesen  und  hierauf
  dem  VBaterland  seine  Wünsehe  für  einen
glücklichen  Ausgan:  des  Kriegen  ausiusprechen.

Eine  Antwort  auf  die  Rede  des
Reichslan:elers.

Lugano.  1).  Wai.  Von  Blättern
bringt  bis  jetzt  nur  der  „Secolo“  die  Rede
des  deutischen  Reilan##ter?  wieder,  zu  der  er
erllärt:  Zu  spät!  Atalien  will  nicht  um  sein
gutes  Recht  dette.  1,  sondern  es  schicktt  sich  an,
dieser  Re  iraft  seines  jreien  Willens  und
mit  seinen  Wiisen  durchussetzen.  Es  ist  eine  unverbrüchlichbe
  „bohrleit,  dän  Dreibund  in
jenen  Tagen,  als  Oeltlerreich  und  Deutschland
den  Krieg  gegen  Europa  begann  (1),  ohne  uns
zu  benachrichtigen,  zerrissen  wurde.  Ulnsere
Würde  wurde  beleidigt,  sie  glaubten  uue  behandeln
  zu  können  nichit  wie  ihresgleichen,  sondern
wie  Diener,  denen  man  einen  Besehl  zum  Ausführen
  gir:,  obne  iln  zu  rechtfertigen.  Wir
haben  die  Handlungssreiheil  für  unsere  Verteidigung
  und  unsere  Zulunft  wahlrgenommen.  (J.)

den

der

Jtaliens  Risilo.

Köln,  19.  Mai.  Die  „Köln.  Zig.“  schreikt
iu  der  ösierreichicch.  ilallenen  Krife  aus  Berkin:
  Ein  elwaiger  kriegerit  cher  Amturm  gegen
die  Mächte  Deutschland  und  Oesterreich-Ungarn
in  dem  Augenblid,  während  diese  Mä-  hie  mil
nahe  zu  einjähriger  Kriegserfahrung  auf  der
Höhe  ihrer  Leiüftungsfähigkeit  stehen  und  gl#  ich·
ꝛeitig  die  Ohnmacht  ihrer  bisherigen  Gegner
erwiesen  ist,  würde  nicht  nur  die  günstige  wirt
schaftliche  und  finanzielte  Enlwicklung  Italiens
aufs  schwerste  gefährden  und  das  Land  um
Jahriehnte  in  seiner  Entwickiung  zurückwerfen,
fondern  auch  seiner  bisherigen  Machtstellung
an  und  für  sich  einen  Sioß  versetzen,  von  desfen
  Kraft  sic  die  Führer  der  Kriegebewegung
wohl  laum  Rechenschaft  geben.  Dazu  läme
aber  auch.  daß  Italien  keine  Hoffnung  mehr
behallen  würde,  sich,  wie  es  vermoge!  der  Fruchtbarleit
  und  der  Gesundheit  seines  Volkes  seine
Bestimmung  ill,  als  gleichberechtigter  Machtsaktor
  neben  Frantreich  zu  siellen.  Es  würde
gleichzeitig  auf  eine  Zulunft  verzichten,  die  nach
Nordasrika  verweist  und  welche  die  Herrschaft
im  Mittelmeere  in  ihrem  Schoße  trägt.  Oeslerreich
  und  Ungarn  haben  gesprochen.  Deutschland
hat  gesprochen.  Ein  Angebot  ist  gemacht,  das
zur  Grundlage  dauernder  Freundschaft  und  weilerer
  glänzender  Machtentfaltung  Italiens  werden
  kann.  Was  die  Verlockungen  der  Frauvosenfreunde
  und  der  Rausch  der  Begeisterung
den  Le#rblendeten  vorgauteln:  leichteren  (Oewinn,
  als  die  Zentralmächte  ihn  bieten  könnlen,
  ist  eine  verhängnisvolle  Täuschung.  (.3.)

·  ·  2

     

Jtaliens  Vertrag  mit  dem  Dreiverband.


Jüngst  teilte  die  „Nowoje  Wremja“  in  Pelersburg
  den  Juhalt  der  Abmachungen  Ilaliens
mit  England,  Frankreich  und  Rußland  mit.
Jetzt  gibt  die  italienische  Zeimung  „Il  Momento“
  die  Grundlagen  des  Vertrages  belannt,
die  nach  der  „Berliner  Kreuzzeitung“  die  solgenden
  sein  sollen:

1.  Gemeinschaftliche  strategische  Direkliven
wischen  England,  Nußland,  Frantreich  und
Jlalien  zum  Zwecke  einer  schnellen  und  wirksamen
  Ofsensive  gegen  die  Zentralmächte.

lahrung  briungen  tonnen  wohm.  Somit  gelte  es
jent  bloß  noch,  so  rasch  als  möglich  den  Kuftren
der  Großmutter  in  Oldenburg  zu  eriüllen,  dann
leten  sie  frei  und  die  weite  Welt  stände  ihnen

nWahrend  Philipp  sich  daran  machte,  die
wenigen  Esselten  srinen  Herrn  zusammenzusuchen
und  zu  verpacken,  begab  sich  dieser  zur  Gräfin,
am  Abschied  zu  nenh  Micht  ohne  Verwirrung
leilte  er  der  schonen  Frau  seinen  plöylichen  Entschluß
  mit,  möglichst  bald  abzureisen.  Cttoline
machte  leinen  Versuch,  ihren  jungen  Verwandten
zum  Bleiben  zu  bewegen.  nur  lächelte  sie  so  eigen,
indem  sie  bemerkie:  „Aber  einen  Abschiedsirunk
darf  ich  Ihnen  voch  noch  kredenzen,  Cousin?
Sie  sind  solange  hier  und  baben  noch  nicht  aus
dem  „Fallen  von  Knuphausen“  getrunlen.  Ja,
Sie  kennen  das  losteare  (zesäs  wohl  noch  ucht
einmal  und  sind  doch  ein  Glied  der  Familie.=Turch
  einen  allen  Diener  des  Hauses  ließ
die  Schloßherrin  darauf  sogleich  das  Kleinod  herbeibringen.
  Ludwig  Güntber  stannte.  Er  hatie
ein  Meistenverl  der  Goldschmiedelunst  vor  Augen.
Der  Körper  des  jußhoben  Kunstwerls,  das
einen  Fallen  in  wachsamer  Haltung  auf  einem
Felsengrunde  darstellte,  war  völlig  aus  Edelsteinen
ebildet,  die,  dicht  auneinander  gereiht,  in  eine
Heeinchente  Kiltmasse  eingebeluct  waren.  Die  Augen
waren  Chrysoprase,  die  Kopffedern  waren  Rubinen,
dir  Flügel  entlang  reihlen  sich  Grauaten,  Smaragden
und  Sapbirc;  die  lichteren  Siellen  des  Leibes
wurden  durch  Opale  dargestelli  und  die  Füße  umklammerten
  blaue  Türlifr.  Sophie  Charlolle  von
Varel  hatte  das  sellene  Stück  seiner  Zeit  in
Dresden  von  den  Hofjuwelieren  Gebr.  Dinglinger
für  eine  namhafte  Summe  ansertigen  lassen.
Die  Gräßin  schlug  den  Kopf  des  Falken  zurück
und  nun  zeigie  sich,  daß  das  Junere  *  und

 

2.  Teilnahme  Italiens  an  den  strategischen
Operationen  gegen  die  Dardanellen  und  gegen
die  Türkei.

Zusammenwirken  der  verbündeten  Flotte
mit  den  Flottenoperationen  Italiens  im
Adriatischen  Meer.

4.  Teilnahme  Rumäniens  an  dem  Kouflikt.
Dajür  sei  Italien  solgender  Zukunftswechsel
ausgestel.  worden

Anschluß  Jtaliene  an  die  Ententemächte,
welde  jetzt  schon  dem  „deutichen  Blod“  gegenüberstehen,
  und  Gleick  zucliung  seiner  Rechte  mit
denjenigen  der  schon  kämpfenden  Nationen.

2.  Verständigung  über  das  Gleichgewicht  im
Mittelmeer  zwischen  den  Nalionen,  welche  in
Zukunft  die  Lnadruplie-Entente  bilden  werden.

3.  Anerlennung  der  italienischen  Ansprüche
im  Orient  auf  einer  Vasis,  welche  im  richtigen
Aerhälluis  zu  derjenigen  steht.  die  für  die  anderen
  am  Kriege  gegen  die  Türkei  teilnehmenden
Nationen  maßgebend  ist.

4.  Zusicherung  einer  endgültigen  Regelung
der  Frage  des  Adriatischen  Meeres  an  Itaseitens

  der  Ententemächte.

.  Besondere  Bereintarung  ũber  die  Ratifizierung
  der  Grenze  von  Lybien  und  wahrscheinlich
auch  in  bezug  auf  Tunis  unter  dem  Vorlehalt,
  das  die  Interessen  Euglands,  Frankreichs
  und  Italiens  gewahrt  bleiben.

2

lien

au

De  Keegslage.

Wiederhol!  ans  cinrm  Teil  der  letzten  Nummer.)

Günftiger  Verlauf  der  Kämple  bei  Dpern.
Fortdauer  der  Kämpfe  am  Njemen.
Beim  Sanübergang  7000  Nussen  gesaugen,
  4  Geschätze  und  28  Maschinengewehre
  erbentet.

VI:  Großes  Hauptauartier,  den

19.  Mai,  vormittags.  Amtlich.

Westklicher  Kriegsschauplatz.

Nördlich  von  )pern  nahmen  die  Kämpfe  auf
dem  östlichen  Kanaluser  einen  für  uns  günstigen
  Verlauf.

Südlich  von  Neuve  Chapelle  setzten  die  Engländer
  nach  starlem  Artilleriefeuer  an  einzelnen
  Stellen  zu  neuen  Angriffen  an.  Sie  wurden
überall  abgewiesen.

Auf  der  Loretohöhe  nahmen  wir  einige  seindliche
  Gräben  und  erbenteten  zwei  Maschinengewehre.


Ein  starker  franzssischer  Angriff  gegen  den
Südteil  von  Neuville  brach  unter  schwersten  Verlusten
  für  den  Feind  in  unserem  Feuer  zusammen.


Im  Priesterwalde  versuchten  die  Franzosen
um  Mitternacht  vorzubrechen,  wurden  aber  durch
unser  Artillerieseuer  niedergehalten.

Oestlicher  Kriegsschauplatz.

Auf  der  Linie  Shagori-Frauenburg  sind  gestern
  stärkere  feindliche  Kräfte  angetreten.  Nördlich
  und  südlich  des  Rjemen  dauern  die  Kämpfe
weiter  an.

Südöstlicher  Kriegsschauplatz.

Die  Russen  versuchten  gestern,  das  weitere
Vorschreiten  unserer  über  den  San  (nördlich
Przemysl)  vorgedrungenen  Truppen  durch  Gegenangriffe
  aufzuhalten.  Alie  diese  Angrisse
sc  eiterten  unter  schweren  Verlusten  für  den
Fend.

Eine  aus  Hannoverauern  und  Olbenburgern
  bestehende  Diolsion  hat  in  den
letzten  beiden  Tagen  bei  den  Kämpfen  um
den  Sanüberganug  7000  Gefangene  gemacht
  und  4  Geschütze  u.  28  Maschinengewehre

  erobert.

Zwischen  Pilica  und  oberer  Weichsel  sowie
südöstlich  Przemysl  werden  die  Kämpfe  fortgesetzt.


Oberste  Heeresleitung.
·  ri  ·
Der  amtliche  österreichische  Bericht.

W.  I.B.  Wien,  19.  mal.  Amtlich  wird#
gemeldet:  Die  auf  dem  önlichen  San-User
vorgedrungenenverbündeten  Truppen  war.
sen  uestern  Harke  ruflische  Kräsfte,  die  hc
nordosllich  Jaroslau  neuerdings  gestellt
haiten,  bis  über  die  lubaczomkha  zurick.

Gieniawa  wurde  erobert,  der  Uebergaug
  über  den  San  auch  dort  erzwungen
nud  hlebei

7000  Gefangene  gemacht,
8  Geschütze  erbeutel.

ein  in  den  Morgennunden  versuchter

kelnalicher  SGegenangriff  wurcke
blutig  zurückgeschlagen.

die  Rämpfe  am  oberen  dnjen#r  in  der
Gegend  von  Strol  dauern  sort.

Unsere  Angriffskolonnen
erftfrmien  ubedlich  Gambor  mehrer
LEöten##ellangen  der  Musses  nud  erober
ten  vom  KFeinde  harlnäcklg  vertelotate
)6Z  Oeirscha#

An  der  Prurminic  bat  such  nichts  welentlches
  ereiguci.

In  Russisch-Polen  wmird  im  bergiand  von
Klelce  gekämpft.

Der  stelloertr.  Chef  des  Generalstabes:

öfer.

 

 

·  ·  ·

Die  Kriegelage  im  Westen  und  Osten  sielll
sich  als  für  uns  durchaus  gunstig  dar.  Auf
dem  westlichen  Kriegsschauplatz  ist  der  mit  gro
sem  Kraflaufwand  unternommene  Versuch  der
anpofen,  unsere  Truppen  vor  Bpern  zurüclzu
drängen,  vollständig  gescheitert.  Ein  neuer
Durchbruchsversuch  der  Engländer  bei  Neuve
Chapelle  Lat  zunächst  nur  rn  schweren  Verlusten
für  den  Feind  gefuhrt.  Die  Kämpfe  sind  dort
noch  nicht  abgeschlossen.  Eine  groß  angelegte
Offensive  der  Franzosen  bei  der  Lorettohölhe
und  südlich  bei  Arras  hat  seit  drei  Tagen  leine
Fortschritte  mehr  erzielen  können  und  ist  voll
ständig  zum  Stehen  gebracht  worden.  Die  Fran-"osen
  suchen  deshalb  ihre  dortigen  früheren  Er
jolge  nach  Möglichreit  aufzubauschen,  die  rein
ortlichen  und  auch  an  sich  mäßigen  Ersolge
als  grose  Siege  binssseslen  und  den  gängliche
  Stillstand  ihrer  Operationen  durch  Aus
reden  vom  schlechten  Wetter  u.  dgl.  zu  bemän
leln.  Wir  haben  somit  alle  Ursache,  mil  dem
bieherigen  Verlauf  der  Freuch-Joffreschen
Frühjahre-Offensive  zufrieden  zu  sein.  Auf  dem
östlichen  Kriegsschauplatze  sind  die  Gefechte  bei.
Szawle  noch  im  Gange.  Inzwischen  verlreiben
sich  die  Russen  die  Zeil  damit,  dorlige  lleine
Erfolge  als  gewallige  Siege  auszuposannen.
während  sie  sich  über  dic.  schwere  Niederlgea
in  Galizien  ausschweigen.  Unsere  Operalionen
südlich  des  Rjiemen  nehmen  weiter  einen  guten

 

mu  semstem  Golde  bekleidet  war.
seiner  Herrin  füllte  der
raum  mit  edlem  Wein.
weg  trafen  atäl  *  ihren  Peiler,  als  sie,
ihm  den  Trank  kreden  zmil  ihren  roten  Lippen
den  goldenen  Rand  n  kie.  „Drink  all  utlagie
  sie  dann,  auf  die  einme  Sage  vom  Grafen
tio  von  Oldenburg  und  den  Wunderhorn  Bezug
  nehmend,  indem  sie  Ludwig  Günther  das
lostbare  Gesäß  darreichte.  Mecchanisch  nahn  dieser
den  Pokal  in  (Empfeng  und  fuhrte  ihn  halb  unbewußt
  just  an  der  Sielle  zum  Munde,  wo
Cttolinens  Lippen  geruht  hatten.  Die  Meichs
gräsin  bemerlte  es  und  lächelte  sull,  und  dann
leñ  sie  ihre  wunderbaren  Augen,  welche  die
Farbe  des  Meeres  hatten  und  auch  so  un—
ergründlich  schienen  wie  das  Meer,  voll  auf  den
jungen  Grasen  ruben  und  immer  strabtender,
locender  und  verheißungrvoller  wurde  der  Alick,
bis  der  Jungiing,  überwatiigt  von  der  Ruroewan
seiner  das  oldcesaß
  beiseite  sehtẽ  und  mit  einem  nuttn  in
weichem  Zelialeii  und  Qual  sich  sellsam  mischten,
der  hohben  Frauengestall  zu  Jußen  Nürue  und,
ihre  Kuiee  umklammernd,  in  sieberhafter  Erregung
  mil  zuulernder  Stimme  stammelte:  Quoline,
Citoline,  ich  liebe  Tich  —  ich  bete  Tich  an
„Du  holder,  tershter  Junge,“  süüsterte  die
Grafin,  indem  sie  sich  niederbengte  und  den
Kuienden  emporzog  an  ihre  Brust.  Ludwig
Günther  war  es  wie  im  Traum.  Er  sühlle  die
Lippen  der  geliebten  Frau  heiß  auf  den  seinen
brennen,  und  während  er  ihre  Küsse  trank  wie
ein  Verschmachtender  in  der  Wüste  das  Wasser
der  endlich  aufgesundenen  Oasenquelle=  tönte  es
Hrenenhent.  lochet  in  sein  Ohr:  Abend  erich
  Tich  in  diesem  Gem  Die  Worte
enen  dem  Guoll  Sopbie  Cha#  zürn  die  Be-Auf

  Geheiß
ulle  Getreue  den  Hohl-Uei#er
  den  Falken  hin- 



    
 

sinnung  wicher  ee  1—  i.
zuntreiten,  der  **r  11  „  5n  1  **’'i'es
WMit  dem  An-  I  t.«:i·-«
Du  bist  das  -  Wilheln  Veniine!  Niemals

—  uiemals!“  riß  er  sich  aus  den  Armen  die  ihn
so  lind  und  weich  umsingen,  und  stürmte  davon,
gleichwie  als  würde  er  von  sinsteren  Mächten  gejagt.
  Ottoline  lächelte:  „Der  geliebte  Tor!  Nun,
er  wird  wieder  lommen.  Duu  reines,  edles  Herz!“-Ohne

  auf  die  Richtung  zu  achten,  liey  Lud
wig  ihe  dahiu.  Es  schien,  als  ob  er  nicht
eilends  genug  weite  Entfernung  zwischen  sich  und
das  Schloß  bringen  lounte.  Sein  ganzes  Innere.
war  in  wildem  Aufruhr.  In  seiner  Seele  brannte
die  Scham,  daß  er  so  neiner  Leidenschaft  un##rlegen
  war.  Er  sühlte  sich  selber  gedemütigt,  wie
noch  nie  zuvr

on  von  atemlosen  Lauf  müde  geworden,.
wars  er  sich  ins  Gras  und  grübelte  über  seine

ge  nach.  Sein  empsindliches  Ehrg#ühl  peinigte
zas  Vorstellung,  gerabe  gegen  einen  erbitterten
Gegner  unedel  und  niedri  gehordelt  zu  haben,
und  dann  ließ  sich  wieder  aat  und  schmeichelnd
ie  Stimme  der  Leidenscha##l  vernehmen.  In
vollem  Glanze  ihrer  sinnwerückenden  Schönheit
trat  das  Bild  Ottolinenzz  zum  Greifen  deutlich
vor  seines  Geistes  Au-  vden  hin.

Er  wollte  es  vannen,  seine  Gedanken  gewaltsam
  loreißen  von  Schloß  Knyphausen,  um.
sonst.  Aufs  neue  sprang  er  aul  und  eille,  ohne
auf  We  we#d  Steg  zu  ad  n  dahin,  kreuz  und
auer.  Die  Sonne  war  lä  ast  im  Westen  untergesunken,
  die  Nacht  stieg  a  mählich  herauf;  ein
leuchter  Wind  machte  sich  auf  und  krieb  chwarze
Wolken  am  Himmel  zusammen.  #oi  ünther
achtete  nicht  darauf.  bostet-  pfadlos  weiter.

4