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Nummccllk
Glaswerks-II
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Erlaubnis, die Gloden des Kapitols zut Be
geisterung des Volkes zu läuten.
Nach der Rede d'Annunzios zogen die Demonstranten
unter Absingen von nationalen Liedern
zur französischen Botschast.) wo die französische
Fahne aufgezogen war. Diese wurde von der
Menge unter Neigung ihrer Falnen mit Hochrufen
begrüßt. Der französische Votschafter
Barrore erschien auf dem Ballon und Harf
mit dem Ruf „Evviva Italia“ Blumen aus
die huldigende Menge. Dann hielt er eine sranösische
Ansprache, in der er sagte, daß er in
der Demonstration des römischen Volles die
crffreulichen Auspizien für den gemeinsamen Sieg
der Fran: zosen und Italiener sehe. Auf seinen
erneuten NRuf „Enviva Italia!“ wurde mit
lebhaften Hoch rufen auf Frankreich geantworlet.
Nach einem Vorbeimarsch um Ministerium
des Innern, wo Salandra lebhafte Ovationen
dargebracht wurden, löste sich der Demonstralionszug
ohne Zwischenfall auf. (Jv.)
Die Umwandlung.
19. Mai. In einem Leitartikel
führt der „Malino“ aus: Da der Krieg beschlossene
Sache und Italiens Schidfalstunde
gelommen sei. so widerrufe er heute alles, was
er frülter gegen die Entente und die Kriegs
freunde gesagt habe und nehme seine Warnungen
zur Einsicht und Ruhe zurück. Viele
bisher ententeseindlichen Biätter zeigen jetzt eine
volllommene Wandiung in ihrer Gesinnung und
malen ihren Lesern das Bild des zum Golse
von Venedig werdenden adriatisohen Meeres
uund einer italienischen Provinz Anatolien aus.
Das „Giornale d'Ilalia“ richtel einen Auf
ruf an die noch immer dem Krieg arbolden
Sozialisten und führt aus. wenn Italien diesen
Augenkblick unausgenützt verftreichen ließe, woa
Lugano.,
. Europa eine neue Landkarte erhalten lönnte,
würde es Mitschuldiger Oecsterreichs sein, Mitschuldiger
der teutonischen Bedrückung (1, und
Spießgeselle und Helfer jeder Tyrannei. (3Z.)
Die sozialist. Kriegsgegnerschaft.
Genf, 19. Mai. Das . Journal“ meldet
aus Chiasso: Die italienische Sozialistenpartei
beschloß einstimmig, den Widerstand gegen den
Krieg fortiusetzen. Für Sonntag sind zahlreiche
Versammlungen der Arbeiterschaft zur Aufrei aitH
Die Regierung
hat die Versammlungen bisker nicht verboten.
(3.)
Chiasso, 19. Mai. Zentralvorstand
der italienischen eaised verössentlicht
einen Aufruf, in dem es heißt: Eine freche
Minderbeit von Narren, eine gewalttätige, im
Geheimen genälrie und Frankreich ergebene
Freimaurerclique. unlertützt von der Polizei
und unreinen Elementen, die diese iu treiben
wissen, hat sickt in einigen Hauptorten der Sttaße
benächtigt und mißbraucht die Parlamenisfreiheit.
Gegenüber soviel llebermut, welchen die
Regierung stützt und pflegt, mus das Volk
seine gewaltige Stimme erheben, beoor das
Parlamem zusammentritt. Während man in
Rom mit allen Mitlteln versuchi, den Willen derjenigen
571 unterdrücken, welche sich dem Frieden
widersetzen, kont von einem Ende der Halbinsel
bis zum anderen der feierliche Protest des italienischen
Volkes. Das italienische Parlament
dürjte vielleicht schon heute, wo viele seiner
Söhne und Vater die Uniform anzielen müssen,
nicht mehr imtande sein, den Krieg zu vermeiden.
Die Veraulworlung für die lommenden
Folgen sallen auf die Urheber zurück. Nieder
* mit dem Kricg!
Erkämpftes Glück.
10 Roman von A. Below.
(Nachdruck verdeten
1 Die sime.r Worie dieser Ci.##auxvom
,LLände, die un auf ihn ba##ie und an ihn
glaubie, urun Ludwig Gu. luhher wie Hammerschläge.
Cr- schickle den Viener jort und schritt
ausgercgt im Zimmer auf und nieder, indem er
dum erstenmalr seine Emrand#unden fur Ottolme
unbarmheriig zurnliederte. Mu- oanine: wden Wangen
und bänmernden Schläjen wariser üch endüch auf
einen Stuhl und ichlug die Hunde schamerjüllt
vor dar Gesicht. Ja, er lonnte es vor sich selber
nicht in Abrede nellen, er veres gegen das
secite Gobot, er begehrte eines bKre ren
und dieser andere war sein erbilietter aigner,
ader ihm als Todseind mit cnihe ülem Tegen
Fort mußie er aus Kuyp-##hausen
und dies so rasch als moglich: darin
* die einge Rettung. Er rief nach Philipp
und trug ihm aus, alles zur Abreise vorzubereiten.
DTes ehrlichen Burschen Angen glänzien auf, als
er den Befehl vernahm; er halle sich auf Kunp-*
hausen nie recht wohl gefühll, außerdem gingen
„ihm die Worte des rothaarigen Schreiber#e, moy#-7
er diesen so rss. abgesertigt halte, im
Kopse herum. „Tie Gräfin,“ murmelte er
röfleren nachdenklich vor sich hin, „dat is en moje
IMinsch, en wabren Cgenstaler: de schall em woll
Jeiallen, un wer kannt welen, wal dar van wart.“
4½. zent war er beruhigt und sein Bebagen wuchs
als Ludwig Güntber erllärte, auch d
nach Jever aufzugeben. Die Frau. welcbabe
auffuchen wollen, sei schon seit Jahr und
7½9 von dort verzogen, er habe nichi in Er-
Ein platonischer Protest.
Genf, 19. Mai. Der römische Soz#talistenverand
beschloß, in der Kammersinung einen
platonischen Kriegeprotest zu Verlesen und hierauf
dem VBaterland seine Wünsehe für einen
glücklichen Ausgan: des Kriegen ausiusprechen.
Eine Antwort auf die Rede des
Reichslan:elers.
Lugano. 1). Wai. Von Blättern
bringt bis jetzt nur der „Secolo“ die Rede
des deutischen Reilan##ter? wieder, zu der er
erllärt: Zu spät! Atalien will nicht um sein
gutes Recht dette. 1, sondern es schicktt sich an,
dieser Re iraft seines jreien Willens und
mit seinen Wiisen durchussetzen. Es ist eine unverbrüchlichbe
„bohrleit, dän Dreibund in
jenen Tagen, als Oeltlerreich und Deutschland
den Krieg gegen Europa begann (1), ohne uns
zu benachrichtigen, zerrissen wurde. Ulnsere
Würde wurde beleidigt, sie glaubten uue behandeln
zu können nichit wie ihresgleichen, sondern
wie Diener, denen man einen Besehl zum Ausführen
gir:, obne iln zu rechtfertigen. Wir
haben die Handlungssreiheil für unsere Verteidigung
und unsere Zulunft wahlrgenommen. (J.)
den
der
Jtaliens Risilo.
Köln, 19. Mai. Die „Köln. Zig.“ schreikt
iu der ösierreichicch. ilallenen Krife aus Berkin:
Ein elwaiger kriegerit cher Amturm gegen
die Mächte Deutschland und Oesterreich-Ungarn
in dem Augenblid, während diese Mä- hie mil
nahe zu einjähriger Kriegserfahrung auf der
Höhe ihrer Leiüftungsfähigkeit stehen und gl# ich·
ꝛeitig die Ohnmacht ihrer bisherigen Gegner
erwiesen ist, würde nicht nur die günstige wirt
schaftliche und finanzielte Enlwicklung Italiens
aufs schwerste gefährden und das Land um
Jahriehnte in seiner Entwickiung zurückwerfen,
fondern auch seiner bisherigen Machtstellung
an und für sich einen Sioß versetzen, von desfen
Kraft sic die Führer der Kriegebewegung
wohl laum Rechenschaft geben. Dazu läme
aber auch. daß Italien keine Hoffnung mehr
behallen würde, sich, wie es vermoge! der Fruchtbarleit
und der Gesundheit seines Volkes seine
Bestimmung ill, als gleichberechtigter Machtsaktor
neben Frantreich zu siellen. Es würde
gleichzeitig auf eine Zulunft verzichten, die nach
Nordasrika verweist und welche die Herrschaft
im Mittelmeere in ihrem Schoße trägt. Oeslerreich
und Ungarn haben gesprochen. Deutschland
hat gesprochen. Ein Angebot ist gemacht, das
zur Grundlage dauernder Freundschaft und weilerer
glänzender Machtentfaltung Italiens werden
kann. Was die Verlockungen der Frauvosenfreunde
und der Rausch der Begeisterung
den Le#rblendeten vorgauteln: leichteren (Oewinn,
als die Zentralmächte ihn bieten könnlen,
ist eine verhängnisvolle Täuschung. (.3.)
· · 2
Jtaliens Vertrag mit dem Dreiverband.
Jüngst teilte die „Nowoje Wremja“ in Pelersburg
den Juhalt der Abmachungen Ilaliens
mit England, Frankreich und Rußland mit.
Jetzt gibt die italienische Zeimung „Il Momento“
die Grundlagen des Vertrages belannt,
die nach der „Berliner Kreuzzeitung“ die solgenden
sein sollen:
1. Gemeinschaftliche strategische Direkliven
wischen England, Nußland, Frantreich und
Jlalien zum Zwecke einer schnellen und wirksamen
Ofsensive gegen die Zentralmächte.
lahrung briungen tonnen wohm. Somit gelte es
jent bloß noch, so rasch als möglich den Kuftren
der Großmutter in Oldenburg zu eriüllen, dann
leten sie frei und die weite Welt stände ihnen
nWahrend Philipp sich daran machte, die
wenigen Esselten srinen Herrn zusammenzusuchen
und zu verpacken, begab sich dieser zur Gräfin,
am Abschied zu nenh Micht ohne Verwirrung
leilte er der schonen Frau seinen plöylichen Entschluß
mit, möglichst bald abzureisen. Cttoline
machte leinen Versuch, ihren jungen Verwandten
zum Bleiben zu bewegen. nur lächelte sie so eigen,
indem sie bemerkie: „Aber einen Abschiedsirunk
darf ich Ihnen voch noch kredenzen, Cousin?
Sie sind solange hier und baben noch nicht aus
dem „Fallen von Knuphausen“ getrunlen. Ja,
Sie kennen das losteare (zesäs wohl noch ucht
einmal und sind doch ein Glied der Familie.=Turch
einen allen Diener des Hauses ließ
die Schloßherrin darauf sogleich das Kleinod herbeibringen.
Ludwig Güntber stannte. Er hatie
ein Meistenverl der Goldschmiedelunst vor Augen.
Der Körper des jußhoben Kunstwerls, das
einen Fallen in wachsamer Haltung auf einem
Felsengrunde darstellte, war völlig aus Edelsteinen
ebildet, die, dicht auneinander gereiht, in eine
Heeinchente Kiltmasse eingebeluct waren. Die Augen
waren Chrysoprase, die Kopffedern waren Rubinen,
dir Flügel entlang reihlen sich Grauaten, Smaragden
und Sapbirc; die lichteren Siellen des Leibes
wurden durch Opale dargestelli und die Füße umklammerten
blaue Türlifr. Sophie Charlolle von
Varel hatte das sellene Stück seiner Zeit in
Dresden von den Hofjuwelieren Gebr. Dinglinger
für eine namhafte Summe ansertigen lassen.
Die Gräßin schlug den Kopf des Falken zurück
und nun zeigie sich, daß das Junere * und
2. Teilnahme Italiens an den strategischen
Operationen gegen die Dardanellen und gegen
die Türkei.
Zusammenwirken der verbündeten Flotte
mit den Flottenoperationen Italiens im
Adriatischen Meer.
4. Teilnahme Rumäniens an dem Kouflikt.
Dajür sei Italien solgender Zukunftswechsel
ausgestel. worden
Anschluß Jtaliene an die Ententemächte,
welde jetzt schon dem „deutichen Blod“ gegenüberstehen,
und Gleick zucliung seiner Rechte mit
denjenigen der schon kämpfenden Nationen.
2. Verständigung über das Gleichgewicht im
Mittelmeer zwischen den Nalionen, welche in
Zukunft die Lnadruplie-Entente bilden werden.
3. Anerlennung der italienischen Ansprüche
im Orient auf einer Vasis, welche im richtigen
Aerhälluis zu derjenigen steht. die für die anderen
am Kriege gegen die Türkei teilnehmenden
Nationen maßgebend ist.
4. Zusicherung einer endgültigen Regelung
der Frage des Adriatischen Meeres an Itaseitens
der Ententemächte.
. Besondere Bereintarung ũber die Ratifizierung
der Grenze von Lybien und wahrscheinlich
auch in bezug auf Tunis unter dem Vorlehalt,
das die Interessen Euglands, Frankreichs
und Italiens gewahrt bleiben.
2
lien
au
De Keegslage.
Wiederhol! ans cinrm Teil der letzten Nummer.)
Günftiger Verlauf der Kämple bei Dpern.
Fortdauer der Kämpfe am Njemen.
Beim Sanübergang 7000 Nussen gesaugen,
4 Geschätze und 28 Maschinengewehre
erbentet.
VI: Großes Hauptauartier, den
19. Mai, vormittags. Amtlich.
Westklicher Kriegsschauplatz.
Nördlich von )pern nahmen die Kämpfe auf
dem östlichen Kanaluser einen für uns günstigen
Verlauf.
Südlich von Neuve Chapelle setzten die Engländer
nach starlem Artilleriefeuer an einzelnen
Stellen zu neuen Angriffen an. Sie wurden
überall abgewiesen.
Auf der Loretohöhe nahmen wir einige seindliche
Gräben und erbenteten zwei Maschinengewehre.
Ein starker franzssischer Angriff gegen den
Südteil von Neuville brach unter schwersten Verlusten
für den Feind in unserem Feuer zusammen.
Im Priesterwalde versuchten die Franzosen
um Mitternacht vorzubrechen, wurden aber durch
unser Artillerieseuer niedergehalten.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Auf der Linie Shagori-Frauenburg sind gestern
stärkere feindliche Kräfte angetreten. Nördlich
und südlich des Rjemen dauern die Kämpfe
weiter an.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Die Russen versuchten gestern, das weitere
Vorschreiten unserer über den San (nördlich
Przemysl) vorgedrungenen Truppen durch Gegenangriffe
aufzuhalten. Alie diese Angrisse
sc eiterten unter schweren Verlusten für den
Fend.
Eine aus Hannoverauern und Olbenburgern
bestehende Diolsion hat in den
letzten beiden Tagen bei den Kämpfen um
den Sanüberganug 7000 Gefangene gemacht
und 4 Geschütze u. 28 Maschinengewehre
erobert.
Zwischen Pilica und oberer Weichsel sowie
südöstlich Przemysl werden die Kämpfe fortgesetzt.
Oberste Heeresleitung.
· ri ·
Der amtliche österreichische Bericht.
W. I.B. Wien, 19. mal. Amtlich wird#
gemeldet: Die auf dem önlichen San-User
vorgedrungenenverbündeten Truppen war.
sen uestern Harke ruflische Kräsfte, die hc
nordosllich Jaroslau neuerdings gestellt
haiten, bis über die lubaczomkha zurick.
Gieniawa wurde erobert, der Uebergaug
über den San auch dort erzwungen
nud hlebei
7000 Gefangene gemacht,
8 Geschütze erbeutel.
ein in den Morgennunden versuchter
kelnalicher SGegenangriff wurcke
blutig zurückgeschlagen.
die Rämpfe am oberen dnjen#r in der
Gegend von Strol dauern sort.
Unsere Angriffskolonnen
erftfrmien ubedlich Gambor mehrer
LEöten##ellangen der Musses nud erober
ten vom KFeinde harlnäcklg vertelotate
)6Z Oeirscha#
An der Prurminic bat such nichts welentlches
ereiguci.
In Russisch-Polen wmird im bergiand von
Klelce gekämpft.
Der stelloertr. Chef des Generalstabes:
öfer.
· · ·
Die Kriegelage im Westen und Osten sielll
sich als für uns durchaus gunstig dar. Auf
dem westlichen Kriegsschauplatz ist der mit gro
sem Kraflaufwand unternommene Versuch der
anpofen, unsere Truppen vor Bpern zurüclzu
drängen, vollständig gescheitert. Ein neuer
Durchbruchsversuch der Engländer bei Neuve
Chapelle Lat zunächst nur rn schweren Verlusten
für den Feind gefuhrt. Die Kämpfe sind dort
noch nicht abgeschlossen. Eine groß angelegte
Offensive der Franzosen bei der Lorettohölhe
und südlich bei Arras hat seit drei Tagen leine
Fortschritte mehr erzielen können und ist voll
ständig zum Stehen gebracht worden. Die Fran-"osen
suchen deshalb ihre dortigen früheren Er
jolge nach Möglichreit aufzubauschen, die rein
ortlichen und auch an sich mäßigen Ersolge
als grose Siege binssseslen und den gängliche
Stillstand ihrer Operationen durch Aus
reden vom schlechten Wetter u. dgl. zu bemän
leln. Wir haben somit alle Ursache, mil dem
bieherigen Verlauf der Freuch-Joffreschen
Frühjahre-Offensive zufrieden zu sein. Auf dem
östlichen Kriegsschauplatze sind die Gefechte bei.
Szawle noch im Gange. Inzwischen verlreiben
sich die Russen die Zeil damit, dorlige lleine
Erfolge als gewallige Siege auszuposannen.
während sie sich über dic. schwere Niederlgea
in Galizien ausschweigen. Unsere Operalionen
südlich des Rjiemen nehmen weiter einen guten
mu semstem Golde bekleidet war.
seiner Herrin füllte der
raum mit edlem Wein.
weg trafen atäl * ihren Peiler, als sie,
ihm den Trank kreden zmil ihren roten Lippen
den goldenen Rand n kie. „Drink all utlagie
sie dann, auf die einme Sage vom Grafen
tio von Oldenburg und den Wunderhorn Bezug
nehmend, indem sie Ludwig Günther das
lostbare Gesäß darreichte. Mecchanisch nahn dieser
den Pokal in (Empfeng und fuhrte ihn halb unbewußt
just an der Sielle zum Munde, wo
Cttolinens Lippen geruht hatten. Die Meichs
gräsin bemerlte es und lächelte sull, und dann
leñ sie ihre wunderbaren Augen, welche die
Farbe des Meeres hatten und auch so un—
ergründlich schienen wie das Meer, voll auf den
jungen Grasen ruben und immer strabtender,
locender und verheißungrvoller wurde der Alick,
bis der Jungiing, überwatiigt von der Ruroewan
seiner das oldcesaß
beiseite sehtẽ und mit einem nuttn in
weichem Zelialeii und Qual sich sellsam mischten,
der hohben Frauengestall zu Jußen Nürue und,
ihre Kuiee umklammernd, in sieberhafter Erregung
mil zuulernder Stimme stammelte: Quoline,
Citoline, ich liebe Tich — ich bete Tich an
„Du holder, tershter Junge,“ süüsterte die
Grafin, indem sie sich niederbengte und den
Kuienden emporzog an ihre Brust. Ludwig
Günther war es wie im Traum. Er sühlle die
Lippen der geliebten Frau heiß auf den seinen
brennen, und während er ihre Küsse trank wie
ein Verschmachtender in der Wüste das Wasser
der endlich aufgesundenen Oasenquelle= tönte es
Hrenenhent. lochet in sein Ohr: Abend erich
Tich in diesem Gem Die Worte
enen dem Guoll Sopbie Cha# zürn die Be-Auf
Geheiß
ulle Getreue den Hohl-Uei#er
den Falken hin-
sinnung wicher ee 1— i.
zuntreiten, der **r 11 „ 5n 1 **’'i'es
WMit dem An- I t.«:i·-«
Du bist das - Wilheln Veniine! Niemals
— uiemals!“ riß er sich aus den Armen die ihn
so lind und weich umsingen, und stürmte davon,
gleichwie als würde er von sinsteren Mächten gejagt.
Ottoline lächelte: „Der geliebte Tor! Nun,
er wird wieder lommen. Duu reines, edles Herz!“-Ohne
auf die Richtung zu achten, liey Lud
wig ihe dahiu. Es schien, als ob er nicht
eilends genug weite Entfernung zwischen sich und
das Schloß bringen lounte. Sein ganzes Innere.
war in wildem Aufruhr. In seiner Seele brannte
die Scham, daß er so neiner Leidenschaft un##rlegen
war. Er sühlte sich selber gedemütigt, wie
noch nie zuvr
on von atemlosen Lauf müde geworden,.
wars er sich ins Gras und grübelte über seine
ge nach. Sein empsindliches Ehrg#ühl peinigte
zas Vorstellung, gerabe gegen einen erbitterten
Gegner unedel und niedri gehordelt zu haben,
und dann ließ sich wieder aat und schmeichelnd
ie Stimme der Leidenscha##l vernehmen. In
vollem Glanze ihrer sinnwerückenden Schönheit
trat das Bild Ottolinenzz zum Greifen deutlich
vor seines Geistes Au- vden hin.
Er wollte es vannen, seine Gedanken gewaltsam
loreißen von Schloß Knyphausen, um.
sonst. Aufs neue sprang er aul und eille, ohne
auf We we#d Steg zu ad n dahin, kreuz und
auer. Die Sonne war lä ast im Westen untergesunken,
die Nacht stieg a mählich herauf; ein
leuchter Wind machte sich auf und krieb chwarze
Wolken am Himmel zusammen. #oi ünther
achtete nicht darauf. bostet- pfadlos weiter.
4