Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

Aummer  1007

soonnnhusales.

Sitzung  des  Kollegiums  der  Gemeinöe-Bevollmächtigten
  in  Rosenheim.
Mittwoch,  den  28.  April  1915
vormittags  129  Uhr.

Vorsitzender:  GB.  Finsterwalder.

Anwesend:  24  Mitglieder.

Bom  Haustättergut.

In  einer  früheren  Siyung  wurde  vom  Kollegium
  die  Vornahme  verschiedener  baulicher
Aenderungen  und  Verbesserungen  auf  dem  Hauställergut
  beschlossen,  welches  jüngst  in  Hru.
Arzmiller  einen  neuen  Pächter  erhalten  hat.  Die
Vaurornalimen  wurden  erst  nach  Abschluß  des
Pad  tvertrages  deraten  und  genehmigt.  Indessen
  murde  an  den  Bau  der  Waschlüche  usw.
die  Bedingung  gelnüpft,  das  der  Pächter  die
jährliche  Pachtsumme  um  100  Ml.  erhöhen
solle.  Weitere  Verhandiungen  mit  Herrn  Arzmiller
  haben,  wie  der  Vorsigende  berichtet,  zu
dem  Ergednis  gesührt,  daß  diese  Erhöhung  vom
Päiter  abgelehnt  mird.  Der  Magistrat  beschloß
  daher,  ren  dieser  Bedingung  abzusehen.

GB.  Wendl  sericht  gegen  die  Errichtung  der
Waschtüucke.  Das  Sauslätlergut  stehe  schon
lange,  warum  solle  es  denn  jeßl  auf  einmal
nicht  mehr  obne  die  Maschküche  gehen.  GB.
Ruedorffer  bdetont  namentlich  den  Charaiter  der
Wirtscheaft  als  Sommerwireschaft,  sodaß  die
Baurornahmen  nicht  erforderlich  würen.  (B.
Görfert  meint,  daß  er  besser  gewesen  wäre,
all  diese  Fragen  vur  Abschlus  des  neuen  Pachtvertlagen
  zu  erörlern  und  dann  den  Pachtschilling
  darnach  einurichten.  GB.  Kriechbaumer
  äuß  en  siä.  für  die  bedingungslose  Ausführung
  der  Baurornal  men.  Jedem  anderen
Wirie  wärden  diese  Auflagen  gemackt.  infolgedessen
  dur'se  die  Stadt  Inilt  innren  eigenen  Anwesen
  nicht  anders  verfahren.

Schließlich  ufurde  mil  allen  gegen  drei  Stimmen
  beschlossen,  die  Banvornahmen  ohne  die
früher  daran  getinun  f#  Bediagung  auszuführen,
  aher  eine  Früöhng  des  Pachtschillings
bei  Erneuerilng  des  wre  ertrages  in  Aussicht
zu  nehmen.

Die  Gasleitung  in  der  Haustätier
straße.

Der  Brauereibe  r  KayerSmumbeck  hat  den
nch  gesiellt,  oie  Gasleitung  zu-  seinem  Anwesen
  Hauftätierstraße  12  zu  veriegen.  Nach
den  Darlegungen  der  Direllion  des-  Gaswerkes
bedingt  die  Verwirklichung  dieses  Antrages  die
Au#lassung  der  bisherigen  Gasleitung  daselbst
und  die  Einfügung  einer  flärleren  Rohrleitung,
ebenso  die  Verlänge  erung.  Insgesamt  entstehen
dadurch  Kosten  in  Höhe  von  1100  Mark.  Hiervon
  sind  421,  Mark  durch  die  bereits  vorhandenen
  Rohre  gedeckt.  Eine  Umfstage  bei  den
Anwohnern  ergab,  daß  sie  zur  Gasabnahme
bereit  sind;  ihre  Anmeldungen  erreichen  einen
jälrlicen  Betrag  von  256  Marl.  Der  Magistrat
  himmie  dem  Antrag  zu;  die  Kosten  soilen
aus  laufenden  Mitteln  des  Gaswerkes  gedeckt
werden.  Diesem  Beschlusse  gab  aus  das  Kollegium
  seine  Zustimmung.

Von  der  Austraße.

Früller  schon  sind  Kiagen  laut  geworden  über
den  Zumand  der  Austraße  bei  schlechtem  Wetter.
Runmehr  haben  sich  die  Anwohner  der  Straße
mil  oinem  Gesuch  an  den  Magistrat  gewandt,
den  Unterhan  der  Siraße  auf  die  Stadt  zu
übernehmen.  c  indelt  sich  um  eine  Strede
von  220!  Meier  v.-  1  oer  Ledererbachbrücke  bis
zum  Anwesen  Nr.  13.  Der  Maginrat  hat  dem
Gesuch  stanngegeben.  Bei  der  Peuligen  Beralung
stellte  G.  B.  Rubandl  die  y  cane.  warum  nur
die  Strecke  bis  zum  Anwesen  Nir.  ?  in  Betracht
gezogen  werden  solle;  man  soll-  do..,  gleich
die  ganze  Straße  übernehmen.  Eine  Anfrage
beim  Stadtibauamt  ergab,  daß  die  Straße  berücssick
  tigt  ist,  soweit  sie  in  städuis  chem  Besig  sich
besindet;  der  Rest  sei  ein  Feldweg,  für  den  die
Eigentümer  der  betreffenden  Grundstücke  auszulommen
  hätten.  Daraufhin  wurde  nach  Befürwortung
  des  Gesuches  durch  die  (B.  Stegmaier,
Ruedorfser  und  Schmidt  dem  Magistratsbeschluß
zugestimmt.

Stiftung  eines  Freiplatzes.

Wiederholt  wurde  an  die  Stadt  das  Ersuchen
gef.  ellt,  für  die  orthopädische  Klinik  in  der
Laube#van#talt  für  krüppelhafte  Kinder  einen
Freiplatz  zu  stiften.  Das  Ersuchen  wurde  indesien
  abschlägig  beschieden,  da  man  es  als
Pflicht  des  Staates  betrachtet,  hiefür  zu  sorgen.
  Zudem  ist  die  Anstalt  jetzt  nicht  ihrem
Jweck  zugeführt,  sie  dient  vielmehr  als  Kriegslazarett.
  GB.  Göpfert  verweist  darauf,  daß
man  die  Gelder  für  die  Zwecke  der  Anstalt
bei  der  Landesversicherungsanstalt  sich  sichern
müßte.

Vom  städt.  Eektrizitätswerk.

Demncchst  ist  an  einer  Turbine  des  städt.
Ekektrizitätswerkes  eine  größere  Au"besserung
vorg#unehmen,  für  welche  der  Kanal  etwa  14
Tag#  abgestellt  werden  muß.  Im  Zusammenhang
  damit  beamtragt  die  Direktion  die  Anbrineines
  hydraulischen  Regulators  an  dieser

ung
n-  Turbine.  Der  Magistrat  geelr

den  dafürt  angesetzten  Betrag  po#n-  3000  Ma

 

—.—  +–—

da,  wie  der  Verwaltungsrat  bemerkt,  die  Er—
haltung  der  Leistungsfähigkeit  des  Werles  dadurch
  gefördert  werde.

GB.  Rais  empfiehlt  ebenfalls  die  Genehmigung,
  da  durch  den  Regulator  6  8  Pferde
kräfte  gewonnen  seien.

G.  Huber  spricht  seine  Verwunderung  darüber
  aus,  daß  diese  Forderung  nicht  in  der
Eleltrizitate  Kommission  vorberaten  worden
sei.  Die  Kommission  könnte  bei  dieser  Gelegenheit
  eine  Besichtigung  des  Werkes  überhaupt
vornehmen,  um  sich  von  den  tatsächlichen  Zuständen
  zu  überzeugen.

Der.  Vorsitzende  erwähnt,  daß  die  Frage
zwar  nicht  in  der  letzten  Zeit  in  der  Kommission
beraten  worden  wäre,  wohl  aber  in  einer  vor
längerer  Zeit  stttgehabten  Sitzung;  etwa  vor
einem  Jahre  habe  der  Direltor  des  Werles
in  der  Situng  darauf  hingewiesen.  Eine  eigene
Sitzung  habe  jetzt  darüber  nicht  stattgesunden.

B.  Schmidt  spricht  ebenfalls  für  Ueberweisung
  des  Punktes  an  die  Kommission  und  für
eine  Besichtigung  des  Werkes

GB.  Göpfert:  Wenn  wir  damit  durchdringen
wollten,  daß  in  all  diesen  Fragen  immer  zuerst
die  Kommission  gehört  werde,  müßten  wir  die
Frage  zurückverweisen.

Darauf  murde  die  Zuräckverweisung  an  die
Kommission  mit  allen  gegen  2  Stimmen  angenommen.


Die  städtischen  Kartoffelverkäufec.


Bis  jetzt  hal  die  Stadt  zwei  Waggon  Kar
toffeln  für  die  minderbemittelte  Vevöllerung
verlaust.  Die  Verkäufe  schlossen  mit  einem  Al.
tivrest  von  207.20  und  323.50  M  .  Das
Kollegium  ist  mit  dem  Beschlusse  des  Magiitrates,
  daß  diese  Beträge  der  Angehörigensürsorge
  zugewiesen  werden  sollen,  einverstanden.

Abänderung  der  Viltualienmarkt
ordnung.

Zur  Sicherung  der  Artitel  des  Viltualienmarltes
  für  die  Bevöllkerung  namentlich  in  der
Kriegszeit  hat  der  Stadtmagistrat  vor  einigen
Wochen  eine  Aenderung  der  Vittualienmarktordnung
  beschlossen,  welche  seinerzeit  vom  Rollegium
  der  Gemeindebevollmächtigten  erinnerungslos
  zur  Kenntnis  genommen  wurde.  Diese
Aenderung  vermochte  jedoch  nicht,  gewisse  Mißstände
  zu  beseitigen,  so  daß  der  Magistrat  Veranlassung
  nahm,  neuerdings  eine  Aenderung  der
Marktordnung  vorzunehmen.  2  Dieser  neue  Vorschlag,
  welchen  wir  gestern  bereits  veröffentlicht
haben,  lag  jetzt  dem  Kollegium  zur  Kenninis-=mahme
  vor.

GB.  Wendl  findet  es  für  ungerecht,  daß  das
Gewerbe  so  behindert  werden  solle.  Namentlich
die  Konditoren  und  die  Wirte  würden  dadurch
stark  betroffen.

B.  Langenegger  ist  dafür,  daß  mit  aller
Entsähiedenheit  gegen  jene  vorgegangen  werde,
welche  die  Bäuerinnen  mit  ihren  Marktartileln
abfangen.  Es  sei  vorgelkommen,  daß  ein  Konditor
  große  Mengen  Eier  über  seinen  Bedarf
eingekauft  habe;  er  lalke  sie  ein  und  verlaufe
sie  später,  weil  er  höhere  Preise  erwarte.  Gegen
  dieses  Gebaren  müsse  mit  aller  Strenge
vorgegangen  werden.

(ÖB.  Schmidt  hielt  es  ebenfalls  für  höchste
Jeit.  daß,  neue  Bestimmungen  getroffen  würden.
Denn  die  Konsumenten  müßten  auch  geschützt

werden.  Man  könnte  auf  dem  Viltualienmartt
die  Wahrnelmung  machen,  wie  von  Händlern
den  Bäuerinnen  die  Markttörbe  einfach  weggenommen
  würden.  Es  scheine  indessen,  daß
die  neuen  Bestimmungen  nicht  richtig  abgefaßt
wären.  Die  bürgerlichen  Magistratsräte  wollten
  sicherlich  nicht,  daß  den  Konditoren  leine
Gelegenheit  für  ihre  Einkäufe  gegeben  sei.  Sie
wollten  nur,  daß  der  Handel  nicht  vor  10  Uhr
seine  Einläuse  betätigen  dürfe.

6B.  Wendl:  Die  Vorschriften  für  den  Handel
  beständen  un  Recht.  Aber  der  Auflauf  für
den  eigenen  Verbrauch  des  Gewerbes  dürfe  nicht
unterbunden  werden.

Da  über  verschiedene  Fragen  Zweisel  auflauchten,
  wurde  der  magistratische  Referent  zur
Aufschlußerteilung  erusen.  RR.  Wander  teilte
dann  mit,  daß  die  Abänderung  das  Abfangen
von  Fieranten  verhindern  wollte.  Das  sei  vereitelt
  worden  durch  einen  Konditor,  der  große
Auftäuse  über  seinen  Bedarf  vorgenommen  habe.
Dieser  habe  eine  entsprechende  Belkanntmachung
erlassen,  und  die  Fieranten  seien  dann  zu  ihm
gegangen  und  hätten  dort  verkauft.  Er  gebe  zu,
daß  in  den  Bestimmungen  über  die  gewerblichen
Einläufe  eine  gewisse  Härte  liege.  Aber  es
ließe  sich  nicht  ändern,  wenn  man  #um  Ziele
gelangen  wolle.

OB.  Schmidt:
Uhr  einlaufen?

RR.  Wander:  Rein!  Eine  Erhebung  habe
ergeben,  daß  an  einem  Markttage  nach  10
Uhr  noch  für  250  Mk.  Eier  zauf  dem  Marlte
waren.  Der  Bedarf  könne  also  noch  gut  gedeckt
  werden.  Aehnliche  Bestimmungen  seien  in
der  früheren  Marktordnung  schon  vorhanden
gewesen,  sie  seien  jetzt  nur  schärfer  gefat
worden.

Dürsen  Konditoren  vor  10

 

GB.  Wendl:  Die  Wirte  und  die  Konditoren
haben  gewöhnlich  ihre  ständigen  Eierlieferanten.
Wenn  nun  bei  diesen  Eier  bestellt  werden,  darf
die  Bäuerin  diese  Eier  dem  Wirt  bringen  oder
ist  sie  gexwungen,  sie  auf  den  Viktualienmarkt

zu  tragen?

MR.  Wander:  In  diesem  Falle  dürften  die
Eiet  schon  gebracht  werden.  Im  übrigen  handelc
  es  sich  jetzt  nur  um  eine  Kriegsmaßnahme.
Wenn  indessen  die  Konditoren  die  neue  Bestimmung
  als  Härte  empfinden,  mögen  sie  sich
bei  ihrem  Berufskollegen  bedanken,  welcher  sie
veranlaßt  hat.

GB.  Schmidt  möchte  nicht,  daß  alle  Bestimmungen
  nach  dem  Kriege  wieder  verschwinden;
  zum  Teil  müßten  sie  auch  nach  dem  Kriege
zum  Schutze  des  Publlkums  aufrecht  erhalten
werden.

M.  Wander  verweist  noch  darauf,  daß  auch
die  Händler  beschränkt  seien  im  Znteresse  der
Allgemeinheit.

Dann  wurden  die  neuen  Beslimmungen  vom
Kollegium  ohne  Erinnerung  zur  Kenntnis  genommen.


Rechnungsprüfung.

Ueber  die  Abrechnung  über  den  Rest  von
!70  000  Mk.  aus  dem  1207er  Millionen-Anlehhen
  und  das  1913er  Mnlehen  zu  110  000
Mark  bericht’te  G.-B.  Schmidt
Einnahmen  1)  aus  verkauften

Werlpapieren  einschl.  Stüczin-170000
  Mi.

sen  für  nom.  170  553.81  M.
Altiorest  vom  Verlause
830  000  Mk.  4192.57
174746.38  „

)  aus  verlauften  Wertpapieren
einschl.  Stüdtzinsen  s.  nominal
110000  Mt.  04  667.35

Gesamteinnahmen  279413.73  „

Verwendet  wurden  die  beiden
Anlehen  wie  folgt:

Rückzahlmg  von  Gesellschaftsanteilen
  Kaiserbad  47500.

Reparaturen  und  Neuanlagen
im  Kaiserbad

Instandsetzung  der

15000.  „
Doktorhäuser

  im  Kaiserbad  —
Deckung  des  Passivrestes  pro

1911  Kaiserbad  7065.15  „
Deckung  des  voraussichtlichen

Passiorestes  pro  1912  Kaiserbad

  6  000.—  „
Stückzinsen  aus  den  für  die  Darlehen

  Kaiserbad  verkauften

Wertpapieren  271.67  „
Ankauf  des  Inventars  der  Töchterschule

  16  000.  „
Zuschuß  zur  Grunderwerbung

Rosenheim  Frasdorf  26  000.—  „

Entschädigung  an  die  Gemeinde
Westerndorf  für  die  Einverleibung
  Fürstätt  einschl.  Zins.

Wasserversorgung  Fürstätt

Strastenbeleuchtung  Fürstätt

Kaufschilling  an  Gabriel  für  den
Grund  hinter  der  Birkenau

Kaufschilling  f.  d.  Mangfallforstgründe
  von  der  Aisingerbrücke
bis  zur  Mangsallmündung
(Der  Kaufpreis  war  9  700)
Mark;  1000  Mark  wurden
à  conlo  Grenzschlachthof  verrechnet)


Schaffung  eines  Unlerhaltungsfonds
  f.  die  Mangfallstrecke
Mitterwöhr  =  Innmündung
9  oaluterhaltgee.  beträgt

0  Mk.,  der  Beitrag  der
aht  ijt  i

Strabenbeleuchtung  in  der  äuß.
Kaiserstraße  und  Ebersbergerstraße
  anläfßl.  des  Töchterschulneubaues


Deckung  des  Passiorestes  der
Crenzschlachthofkosse

Deckung  des  Passiorestes  der
Tslerschulbaufofse

Rückstände  der  Töchterschule  zur
Schuldentilgungskasse

Deckung  des  Passiorestes  der
Shlachthofbetrieberechuung

41  282.20
9934.85  „
13  100.—  „

9000.  „

5  700.  .

5000.  .

2.511.78  „
7189.40  „
3787.55  „
25  600.—  „

8  859.89  „
*  i-  #„ä  Fossiorete-  des
Gymnasial-Pensionats  pro
9246.67  „
Zinsenrückstände  10  663.53  „
Kosten  der  Anlehensaufnahme  1  014.20
Gesamtausgaben  276  526.69,

Gesamteinnahmen  279413.73  „
Gesamtausgaben  276  528.89
Aktivrest  2  887.84  „
welcher  in  der  Vorschußkasse  als  Depositum
vereinnahmt  wurde.

Insgesamt  erhielt  die  Stadttkomwere  ur
Dedung  von  Zinsentũdständen  11740.  83

An  diese  Nechnungsstellung  knüpfte  der  8
ferent  län  igen  Ausführungen,  die  zu  äer
beren  De  führten,  an  der  sich  d  .
Beppo  Huber,  edorffer  und  Scheuere  beteiligten.
  Die  Rechnung  murde  dann  genehmigt.

 

 

 

 

Frcitag,  30.  April  19186

Lolalnscheichlen.

Rosenheim,  29.  April.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Leonhard  Bichler,  Freibauer  in  Kleinhartpenning,
  Landwehrmann  im  12.  Landwehr-Juf
Rgt.,  Inhaber  des  bayer.  Verdienstkreuzes  mit
Krone  und  Schwertern;  Florian  Oswald,
Bauerssohn  aus  Altbabensham,  Soldat  im  18.
Res.=  Inf.-Rgt.;  Johann  Mitterwieser,  Lacknerohn
  von  Eriesstätt,  Soldat  im  15.  Res.-Juf.=—



Rgt.;  Georg  Machl,  Gütler  in  Au,  Pfarrei
Nieden,  Ers.-Res.  im  15.  Juf.-Rgt.;  Hermann
Grübl,  iihoohn  aus  Ruhpolding,

  Inf.  im  15.  Juf.-#
it  dem  Eisernen  K  wurde  ausczeichnet
  der  Leutnant  im  Vayer.  Landwehr-Juf.-Reg.

  Nr.  1  Herr  J.  Amort,  Lehrer  in
Rosenheim.  Herr  Amort  ist  bereits  Inhaber
des  Militärverdienstlreuzes  2.  Kl.  mit  Krone
und  Schwertern.

Tabaktag.  Zigarren=  und  Spezereihändler
  in  Kosenlhin  die  sich  an  dem  Tabaktag
beiligen  wollen,  werden  auf  das  Inserat  vom

ds.  Mts.  aufmerksam  gemacht.

EM--  ins  Ausland.  Von  jetzt  ab  ist
nach  einer  amtlichen  Mitteilung  bei  den  offen
auszuliefernden  Briefsendungen  nach  Oesterreich-Ungarn
  und  dem  nicht  feindlichen  Ausland
  allgemein  die  Anwendung  der  nachbezeichneten
  Sprachen  geslattet:  Deutsch,  Französisch,
Englisch,  Spanisch,  Italienisch,  Holländisch,
Dänisch,  Schwedisch,  Norwegisch,  Portugiesisch
(bei  Briefsendungen  nach  dem  besetzten  Teil  von
Belgien  nur  Deutsch,  Flämisch  oder  Französisch),
  bei  Briefsendungen  nach  der  Türkei  ist
die  spanische  Sprache  ausgeschlossen.

Für  die  Gedenktafel,  welche  an  der
Stätte  errichtet  werden  soll,  wo  die  Eliegerlatastrophe
  sich  creignete,  Ist  bereits  eine  Spende
  zu  verzeichnen.  Eine  Dame  hat  den  Betrag
von  20  Marl  für  diesen  Zweck  zur  Verfügung
gestellt.  Dieser  schöne  Anfang  wird  gewiß  noch
Nachfolger  finden.

Entwichener  Gefangener.  Der  russische
  Kriegsgesangene  Alerander  Schekowlj  ist
aus  dem  Gesangenenlager  Puchheim  entflohen.
Schekowkj  ist  27  Jahre  alt,  umgesähr  1.72
Meter  groß,  kräftig  gebaut,  hat  blonde  Haare
und  Bartanflug,  trägt  russische  braune  Infanterieuniform,
  Litewla  und  Hose,  braune
Militärmütze  mit  rotem  Streifen,  deutsche  Militärstiefel,
  versteht  etwas  deutsch,  spricht  es
aber  nicht,  hat  nur  70  Pfg.  Geld  bei  sich.  Die
Flucht  sand  wahrscheinlich  in  der  Nacht  vom
27.  zum  28.  Axril  statt.

Gendarmeriedienst.  Sergeant  Gg.
Schmid  in  Breitbrunn  a.  Ch.,  früher  in  Siegsdors,
  wurde  ab  1.  Mei  zum  Wachtmeister  und
die  Gendarmen  **“  Anernceher  in  Inzell,
zurzeit  zur  Die:  **  ilfe  in  Lenggries,  sowie
Karl  hule  hi  der  Hauptstalion  Traunftein,  zurzeit
  Obergendarm  beim  Feldgendarmerietrupp
der  deutschen  Südarmee,  zu  Sergeanten  befördert.


Meisterprüfung.  Anmeldungen  zu  den
im  Laufe  der  nächsten  Monate  ltantsindenden
Meisterprüfungen  werden  noch  bis  zum  15.
bei  der  Handwerkslammer  von  Oberbgyern,
München,  Damenstiftstraße  5-1II,  entgegengenommen.


Aus  der  sozialdemokratischen  Partei.
  Die  „M.  P."“  berichtet  über  die  Hauptsween
  des  sozialdemolratischen  Vereins
Rosenheim:  Nach  dem  Bericht,  den  der  Vorsitzende
  Genosse  Köd  in  der  Generalversammlung
  erstattete,  mußte  der  Ausschuß  infolge  der
Einberusungen  wiederholt  neu  ergänzt  werden.
Der  Bericht  des  Kassiers  Genossen  Langenegger
sand  volle  Zustimmung.  Aus  dem  Schlachtfelde
  gefallen  ist  (Genosse  Harll  vom  Brauereiarbeiterverband.
  Im  Felde  slehen  44  Genossen.
  Neu  ausgenommen  wurden  89  Mitglieder.
  Den  drei  Gemeindebevollmächtigten
Göpfert,  Langenegger  und  Geistaller  wurde  für
ihre  Tätigleit  besondere  Anerkennung  ausgesprochen.
  Der  Ausschuß,  dem  Entlastung  erleilt
  wurde,  wurde  einstimmig  wiedergewählt.

Der  neue  Taschenfahrplar,  herausgegeben
  von  der  Buchdruckerei  Keil,  ist  soeben  erschienen.
  Da  die  Fahrplonänderung  bereits  am
1.  Mai  in  Kraft  tritt,  wird  er  allen  sehr  willkommen
  sein.

Bunte  Cbroull.

Ein  Soldat,  der  sein  Gedächtnis

verloren  hat.  Im  Queen  Mary-Hospital
liegt,  wie  die  „Daily  Mail“  erzählt,  ein  verwundeter
  Soldat,  der  sich  nicht  mehr  seines
Namens  und  seines  Negiments  entsinnen  kann
und  so  den  Aerzten  viel  Kopfzerbrechen  macht.
Bis  jetzt  konnte  noch  nicht  festgestellt  werden,
wer  er  eigentlich  ist.  Er  lam  Mitte  März  mit
einem  Trupp  Verwundeter  àus  der  Schlacht
bei  Neuve  Chapelle.  Der  Unbekannte  ist  bei
sarmbtein.  sitzt  aufrecht  in  seinem  Bett  und
t  ganz  vernünftig  aber  jede  Erinnerung

an  n  sein  früheres  Selbst  oder  an  seine  Familie
scheint  völlig  aus  seinem  Gedächtnis  geschwunden
zu  sein.  ulich  hörte  er  ein  paur  Männer

 

von  dien  sprechen,  da  entwarf  ####“
lebend  ülderung  des  Leben-  i.  Bombay,
daß  m  die  Vermutung  kum,  e  habe  in

Ilirth  hedlent.  Man  glaubt  aus  seinen  Reden.
zu  7*  daß  er  den  Krieg  in  Süpafriso  miterlebt
  hat.