und aber tausend exklusive Koterien durch unübersteigliche
Scheidewände eingeteilt.“ Man lese einmal die Stellen nach,
die Bismarck gegen diese Engherzigkeit ins Leld führt, so
wird man staunen über die Energie seiner Prüfung der
Schrift. Sie verleugnet sich nie in seinem Leben, würzt
selbst seine politischen Reden, ist aber durchaus zugänglich
für freien Humor und selbst für spaßhafte Anwendung.
Auch daran muß sich die kleine Pietistin gewöhnen. „Apropos,
von dem D— schreibt er ihr einmal, „ich kann in
der Bibel keine Stelle finden, wo es verboten wäre, den
Namen des Teufels zu mißbrauchen; weißt du eine, so
sage sie mir.“ Oder er sagt zum Wetter: „ach, daß du
kalt oder warm wärest, aber du stehst fortwährend auf Null“,
oder er schreibt: „Wenn ich dich um etwas bitte, so sage
ich dabei (nimm es nicht für Lästerung oder Spott!): dein
Wille geschehe, der deinige nämlich, und liebe dich nicht
weniger und bin dir keine Sekunde gram, wenn du meine
Bitte nicht erfüllst."
Kber das ist nur die Nehrseite seines tiefen Lebens in
der Schrift. Welcher Theologe könnte ernstlicher eindringen
in das PDroblem der Werkheiligkeit? Er hält es für einen
Dorzug der evangelischen Kirche, daß da auch CLaien die
Schrift lesen und auslegen dürfen, lebenslänglich beschäftigt
mit dem Studium der Quellen. Denn auf die Kuslegung
komme zuletzt alles an. Welcher Kuslegung ist nicht schon
allein das Wort Glauben in sich selbst und in bezug auf das,
was die Schrift zu glauben befiehlt in jedem einzelnen
Lall, wo sie das Wort gebraucht, fähig. Er will sie nur
nicht mit Schriftstellen überschwemmen, ihr nur aus einer