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stelockame#t#; die Wortsorm der letzteren Stadt wird
später in Deutschland angenommen, weil die Einrichtung
die berühmteste war: börs, locus ##bf studiosi in eoliegio,
aut mercatoros in urbe conreniunt Schottel 1290,
danach Sticler börse, ebenfalls noch bei Studenten
wie bei Kausleuten, während schon Schuppius das
Wort nur im heutigen kaufmännischen Sinne brancht:
ein solch plaudern als wie auf der börseb zu Hamburg
oder zu Amsterdam 196; auf dem markt, auf der börse
Schiller Fiesko 2, 4; auf die börse gehen, die börse
besuchen. an der b. kaufen, handeln u. a.; übertragen
auf die Gesamtheit der Börsenbesucher und die Börsengeschäfte:
die börse war belebt, matt, schlosz in bester
stimmung u. a. Dazu börsianer, der an der Börse Geschäfte
macht unter die börsianer gegangen Keller
Sinnged. 205. 2) Geldbeutel, nach dem franz. bourse
(doch ist die Bezeichnung bursner bursarius für Beutler
schon im 15. Ih. deutsch Dief.), zunächst nach Adelungs
Zeugnis „in gezierter Sprechart“: eine börse zichend
Schiller Kab. 5, 5; seidene börsen voll zechinen
Platen Abbass. 2, 100; für Vermögen, Geldmittel:
Borste — böse.
meine börse ist klein, erlaubt das nicht; (ihr) sahet!
mir öfter in die augen als in die börse Schiller
Kab. 4, 9.
Vorste, k. steifes Haar, namentlich bei Schweinen;
in der alten Spr. in drei Geschlechtern, neben Fem. ahd.
borsta, mhd. borste auch Masc. Neutr. borst und burst,
altengl. byrst; noch bei Henisch durst mit dem Plur.
burst; Bed. scheint entwickelt auf Grund des stechenden,
urverwandt altind. bbreti-s Spitze, Zacke, Ecke. zeka
burste, borste, pursten Die .; borsten eines schweines,
igels; seine haare sind wic borsten. — Borstenpinsel, m.
Pinsel aus Borsten. — Borstenvieh, n. Schweine. —
borstig, Borsten habend, ursprünglich borsticht: setosus
porstoht Dief., bei Maaler burstig, Henisch borstig;
borstigte sehweine Stieler; borstig kinn, borstiger
bart ebd.; mit rothem haar . das kurz und borstig
stund Wieland Perv. 1, 78; übertragen auf rauhes
Gebahren: ein borstiger mensch, der sich nicht viel gefallen
läßt; sich im respeet zu erbalten, musz man
recht borstig sein Goethe Div. 6, 21.— Borstwisch, m.
von Borsten gefertigter, mit Stiel versehener Wisch.
Vorte, t. starkes Band zum Vesatz eines Kleidungsstückes;
ahd. porto, borto Besatz, mhd. borte Band,
abgezweigt aus altem bort Rand (s. bord); noch bei
Luther Masc. ein borte 2. Mos. 28, 32, später weiblich:
die borte Stieler;; vielfach borde geschrichen: geschachert
mit alten borden und schnallen Schiller
Räub. 1, 2; die borden vom altartuch abgetrennt 2, 3.
— Boktenwirler, m. Handwerker der Borten wirkt.
Böschen, abdachen, eigentlich mit Rasen belegen (graszpösch
glebe Maaler); böschung als Wort der Befestigungslunst,
vom Wall Frisch; vgl. abböschen.
Böse, wertlos, schlecht; von ungutem Gemüte; nur
dem hoch= und niederd. Gebiete eigen, abd. pösi, mbd.
bese, mnd. bose und Dös, altsries. bäse; Herkunft unsicher,
indes wohl zweisellos, daß dic eigentliche Bed.
bloß die des nichtswerten, auszuschießenden, im Gegensatz
zu dem des guten, eigentlich sich sügeuden, passenden
ist (wie denn dieser Gegensatz, vielsach aus Sittliches
übertragen, bis heute besteht); die Bed. scheint zunächst
nnr auf Wirtschaftliches zu gehen, und erst spater sich
zu erweitern. Superl. dösest, die zusammengezogene
orm: wer geboren in bös’'sten tagen Goethe Div.
6, 3, jetzt selten, früher in einem Wortspiel: dag beste
tuon, daz beeste lan Freidank 110, 24. Bedeutung:
1'schlecht, unbrauchbar, von Dingen: er tet einen borsen
rue an Ges. Ab. 2, 230; meine schuch sind bösz Henisch;
noch jetzt in Oberdeutschland; warf ich wich herfur wie
das böse in ciner waune Simpl. 1, 230; in alter Spr.
auch von Menschen, gering: derstarcho unde der mabtigo,
den du wändost pösin, intirmum Notker Ps. 23, 8; ein
bösartig — Bosheit. 472
besser man (Iwein 38) von geringem Stande. 2) durch
schlechte Beschassenheit lästig, in mancherlei Wendungen:
böses wetter, böser weg; so bese naht ich nie gewan
Lichtenstein 340, 21; bösen gesehmack (Geruch) Wickram
Rollw. 104; böse tage, 2citeu; wir gebrauchen
die gute zeit in freier luft, die böse im zimmer Goethe
27, 235; das böseste liegt jetzt hinter uns; er denkt,
jetzt sei er durch den dornhag bindurch und das buste
sei gewonnon JGotthelf Schuldenb. 21; im Süden
noch jetzt das ist böse, böse dran sein, es böse haben,
wofür im Norden seblimm; kanst aueb betten 7 antwort
er: nein. spricht der pfaff: das ist bös! Wickram
Rollw. 125. Von Kranlheiten: einen bösen finger, böscs
auge, böse zähne; volksmäßig das böse wesen, die
Epilepsie; übertragen ein böses gewissen haben; böses
blut (f. d.) machen. 3) diese Bed. verstärkt und verinnerlicht,
in Schlechtigkeit schadend; von lebenden Wesen:
ein böser mann, böses weib; böse buben; mn beser
schalc, wiht; den übermuth dieses bösesten aller nachdarn
Treitschke 1, 551; böse geister; der böse, der
Teufel; den bösen sind sie los, die bösen sind geblieben
Goethe Faust I; ein döser hund, böse bestien, durch
Angreifen schadend; von Eigenschaften und Handlungen:
eine böse zunge, ein böses manl haben; cin böser
achtet auf böse meuler Spr. Sal. 17, 4; sein böser
wille Schiller Tell 3,1; böse kniffe Pestalozzi 6, 69;
von Dingen: eine sehedliche böse wurzel 1. Macc. 1,11;
böse schwarze blattern 2. Mos. 9,9; ein böser traum
Schiller Picc. 1, 3; einem böses thun (Nch. 6, 2), erzeigen,
zufügen, wunschen; böses über einen reden
(1. Kön. 22, 23); böses mit bösem vergelten u. a.; (als
ich) dem guten fordernd meine bände reichte, dem
bösen, wie dem übel, widerstritt Goethe nat. Tocht. 3, 1.
4) (in Anlehnung und mit Ubergang in 3) sittlich nichts
wert oder verderbt: 2e friunt ich baz behalten kan
zwelf frume dan ein beesen man Freidank 90, 18;
der bösen rotte Ps. 22, 17; die bösen missen sich bucken
fur den guten Spr. Sal. 14, 19; böse menschen, böse
gedanken, thaten; etwas böses thun; wie kund jr gutes
reden, weil jr böse seid? Matth. 12, 34; er widersteht
der bösen lust Gellert 2, 128; fubst. Neutr. er bilft
aus der versuchung zum bösen 96; das böse scheun
101; wie der mensch aus gutem und bösem ist gemischt
Schiller Picc. 2, 1; u. f. w. 5) böse, ungütig,
in den Formeln böse auf einen, über einen sein, werden;
bös sein, zurnen Henisch; sei mir nicht mehr böse!;
du wirst mich noch böse machen; oberdeutsch: alles
wollte mir böse (übel) Rosegger Waldheim. 1, 122. —
bösartig, von böfer Art, schädlich: bösartige krankheiten;
eine bösartige bestie Schiller Räub. 4, 5. —
Bösewicht, m. böser Mensch, bei Notker noch getrennt
pose wibt, auch mhd. bœse wiht, bœser wiht neben der
Zusammensetzung: efam unselige bosewicht Dief.;
du ungehorsamer bösewicht 1. Sam. 20, 30; hieszen
diese böswicht jr den schlcier wegreiszen Sus. 32; bösewichter,
die erstaunen abzwingen, ebrwurdige missethüter
Schiller Räub., Vorr.; im Plur. auch die bösewichte;
vom Teusel: alle sewrige pfeile des bösewichtes
Epp. 6, 16. — boshaft, zum Bösen geneigt, in böser
Weise; in schärferer Bed.: bosbakter sinn Stieler; er
narrt und quült dich boshbaft CF Meyer Nov. 1, 170;
dafür in älterer Spr. oft boshattig malivolus Dief.;
er ist gütig uber die undankbarn und boshaftigen Luc.
6, 35; in milderem Sinne, für das fremde malitiös:
voller boshafter schnurren Lesfing Dram. 17; das
War boshaft Schiller Karl. 2, 8. — Bosheit, (. böse
Art und Handlung, mbd. bösbeit; in schärferem Sinne
von Menschen, Trieb zu schädlicher That, sittlich böse
Art (böse 3 und 4): das der menschen bosbeit grosz
war auf erden 1. Mos. 6, 5; alle bosheit ist geringe,
gegen der weiber bosheit Sir. 25, 25; zu aller boszheit
und buberei L Sandrub 198; deiner halsstarrigen bos-