Full text : Sachsen-Chronik Erste Serie. (1)

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In  welchem  Umfange  dies  der  Fall  sein  wird,  hängt  von
der  Höhe  der  Transportsteuer  ab.

Cohn  hat  daher  Recht,  wenn  er  auf  den  Widerspruch
hinweist,  der  darin  besteht,  dass  die  Eisenbahnverwaltungen
die  Steuer  als  eine  Steuer  auf  das  Publikum,  also  mit  sehr  gemeinnützigen
  Worten  zu  bekämpfen  pflegen,  während  diese
Auffassung  thatsächlich  hinfällig  wird.

Man  würde  nicht  so  lebhaft  dagegen  ankämpfen,  wenn
man  wirklich  bloss  für  das  Publiknm  und  dessen  Steuerbefreiung
  einträte,  wenn  man  nicht  entschlossen  wäre,  das  Fortfallen
  der  Steuer  als  Zusatz  zum  Jahresgewinn  der  Eisenbahnunternehmungen
  in  die  Tasche  zu  stecken.

Ob  und  in  welchem  Masse  die  Voraussetzungen  für  die
Einführung  einer  Transportsteuer  im  Eisenbahnverkehre  vorhanden
  sind,  hängt  sowohl  vom  Tarifsystem  als  auch  vom  Betriebssystem
  ab.

Wo  Staatsbahnen  vorherrschen,  oder  sonst  dem  Staate  ein
unbeschränkter  Einfluss  auf  das  Tarifsystem  zusteht,  wird  die
Einführung  der  Transportsteuer  keinen  weiteren  Schwierigkeiten
  begegnen.

Beim  Bestande  von  Privat-  und  Staatsbahnen  wird  die
Staatsverwaltung,  vorausgesetzt,  dass  die  Tarife  von  Privatbahnen
  der  obrigkeitlichen  Bestätigung  bedürfen,  durch  die
Transportsteuer  eine  ausgleichende  Wirkung  auf  die  Tarife
ausüben  können,  namentlich  dort,  wo  die  Tarife  der  Privatbahnen
  niedriger  sind  als  die  der  Staatsbahnen.  Wo  sie
höher  sind,  wird  mitunter  die  Konkurrenz  der  Staatsbahnen
ausgleichend  wirken  können.

In  einem  Staate,  der  nur  Privatbahnen  aufzuweisen  hat,
werden  die  Voraussetzungen  für  die  Einführung  und  für  die
Höhe  der  Transportsteuer  von  dem  jeweiligen  Umfange  der
staatlichen  Einflussnahme  auf  die  Ueberwälzungsverhältnisse
abhängen.

Wenn  man  die  Ueberwälzungsverhältnisse  im  Personenund
  Güterverkehr  ins  Auge  fasst,  muss  man  sich  nicht  ohne
Verwunderung  fragen,  warum  die  Finanzwissenschaft  mit  einer