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abwechselndem Regenwetter kamen wir erst 6 Uhr abends in
unsere Quartiere, nach Mondreville, einem trostlosen Dorfe.
Die ganze Gegend, bald hinter Troyes, machte überhaupt einen
öden, traurigen Eindruck und stach sehr ab von der schönen
Gebirgslandschaft der Haute Marne u. s. w., die wir bis da—
hin passiert hatten. Unsere Leute waren von den enormen
Strapazen auch sehr marode, aber am anderen Morgen wieder
wie gewöhnlich ganz frisch. Mit ganz geringen Ausnahmen war
die Ausdauer unserer Grenadiere bewunderungswürdig. Mit
zerrissenen Stiefeln, oft bis auf die Haut durchnäßt und mit
hungrigem Magen, denn in den ausgehungerten Dörfern gab
es oft sehr wenig zu essen, solche Wegestrecken zurückzulegen
und dann häufig in Scheunen und Ställen übernachten zu
müssen, und dabei frisch und guter Dinge zu bleiben, dazu gehörte
die kernige Natur unserer Brandenburger. Die Krankenzahl
der Kompanien war eine ganz geringe.
Während dieser letzten Märsche war der Major L. mit
2 Kompanien des II. Bataillons zu einer besonderen Unternehmung
detachiert worden. Schon am 16. hatten sich in unmittelbarer
Nähe des Kantonnements des II. Bataillons, einem
Städtchen, Rigny le Ferron, Franktireurs gezeigt, die fruchtlos
eine Strecke weit verfolgt worden waren. Am 17., auf dem
Marsche der Division nach Sens, erhielten mehrere Patronillen
des Dragoner-Regiments Nr. 12, welches die linke Seitendeckung
der Kolonne bildete, beim Durchreiten einiger Dörfer aus den
Häusern derselben Feuer, und wurde infolge dieser Vorfälle
Major L. mit 2 Kompanien, 1 Zug Dragoner und 1 Zug
Artillerie detachiert, um die Schuldigen zu strafen. Dieser
Auftrag wurde auch sehr ausgiebig ausgeführt und das Detachement
traf am 21. wieder beim Regiment ein, nachdem es
mehrfache Gefechte mit Franktireurs und Mobilgarden gehabt,
einige Häuser niedergebrannt, verschiedene Blusenmänner, die,
mit der Waffe in der Hand, gefangen wurden, standrechtlich
erschossen, 40,000 Frcs. Kriegskontribution von der Stadt
Villeneuve eingezogen und die Bevölkerung gezwungen hatte,
die zerstörten Brücken und Wege wieder herzustellen.
Am 20. November war ein bewegter Tag, eigentlich der
erste seit Metz, an dem man fühlbar an den Krieg erinnert