Contents : Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Stettin. 1917. (107)

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abwechselndem  Regenwetter  kamen  wir  erst  6  Uhr  abends  in
unsere  Quartiere,  nach  Mondreville,  einem  trostlosen  Dorfe.
Die  ganze  Gegend,  bald  hinter  Troyes,  machte  überhaupt  einen
öden,  traurigen  Eindruck  und  stach  sehr  ab  von  der  schönen
Gebirgslandschaft  der  Haute  Marne  u.  s.  w.,  die  wir  bis  da—
hin  passiert  hatten.  Unsere  Leute  waren  von  den  enormen
Strapazen  auch  sehr  marode,  aber  am  anderen  Morgen  wieder
wie  gewöhnlich  ganz  frisch.  Mit  ganz  geringen  Ausnahmen  war
die  Ausdauer  unserer  Grenadiere  bewunderungswürdig.  Mit
zerrissenen  Stiefeln,  oft  bis  auf  die  Haut  durchnäßt  und  mit
hungrigem  Magen,  denn  in  den  ausgehungerten  Dörfern  gab
es  oft  sehr  wenig  zu  essen,  solche  Wegestrecken  zurückzulegen
und  dann  häufig  in  Scheunen  und  Ställen  übernachten  zu
müssen,  und  dabei  frisch  und  guter  Dinge  zu  bleiben,  dazu  gehörte
  die  kernige  Natur  unserer  Brandenburger.  Die  Krankenzahl
  der  Kompanien  war  eine  ganz  geringe.

Während  dieser  letzten  Märsche  war  der  Major  L.  mit
2  Kompanien  des  II.  Bataillons  zu  einer  besonderen  Unternehmung
  detachiert  worden.  Schon  am  16.  hatten  sich  in  unmittelbarer
  Nähe  des  Kantonnements  des  II.  Bataillons,  einem
Städtchen,  Rigny  le  Ferron,  Franktireurs  gezeigt,  die  fruchtlos
eine  Strecke  weit  verfolgt  worden  waren.  Am  17.,  auf  dem
Marsche  der  Division  nach  Sens,  erhielten  mehrere  Patronillen
des  Dragoner-Regiments  Nr.  12,  welches  die  linke  Seitendeckung
der  Kolonne  bildete,  beim  Durchreiten  einiger  Dörfer  aus  den
Häusern  derselben  Feuer,  und  wurde  infolge  dieser  Vorfälle
Major  L.  mit  2  Kompanien,  1  Zug  Dragoner  und  1  Zug
Artillerie  detachiert,  um  die  Schuldigen  zu  strafen.  Dieser
Auftrag  wurde  auch  sehr  ausgiebig  ausgeführt  und  das  Detachement
  traf  am  21.  wieder  beim  Regiment  ein,  nachdem  es
mehrfache  Gefechte  mit  Franktireurs  und  Mobilgarden  gehabt,
einige  Häuser  niedergebrannt,  verschiedene  Blusenmänner,  die,
mit  der  Waffe  in  der  Hand,  gefangen  wurden,  standrechtlich
erschossen,  40,000  Frcs.  Kriegskontribution  von  der  Stadt
Villeneuve  eingezogen  und  die  Bevölkerung  gezwungen  hatte,
die  zerstörten  Brücken  und  Wege  wieder  herzustellen.

Am  20.  November  war  ein  bewegter  Tag,  eigentlich  der
erste  seit  Metz,  an  dem  man  fühlbar  an  den  Krieg  erinnert