Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Fünfter Band. (5)

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Selbst  sein  Kanzler,  den  er  wegen  der  Kalenderstreitigkeit
nach  Augspurg  geschickt  hatte,  unterstund  sich,  seinen  Bericht,
  den  er  von  dorther  an  den  Herzog  abstattete,  mit  dem
für  seinen  Herrn  erinnerungsvollen  Spruͤchwort  anzufangen
„Wo  Landsknecht  sieden  und  braten,  und  Pfaffen  zu  weltlichen
  Sachen  rathen,  auch  Weiber  haben  das  Regiment,
da  nimmt  es  selten  ein  gutes  End.“  2)

Alles  Regentenansehen  war  verschwunden,  Adel  und
Geistlichkeit  spielten  den  Meister,  alle  glückliche  Fortführung
guter  Anstalten  des  Herzog  Christoph  mißlang,  und  wenn
auch  der  Herzog,  etwa  von  einem  seiner  redlichern  Räthe
aufgemuntert,  wirksame  Versuche  machte,  so  widersetzte  man
sich  ihm  mit  einer  Köühnheit,  die  sich  ganz  auf  Kenntniß
seines  Charakters  gründete.

Da  die  evangelischen  Prälaten  bei  ihren  Klbstern  so
schlecht  haushielten,  daß  nicht  nur  kein  Ueberschuß  von  den
jährlichen  Klostereinkünften  zur  Canzlei  eingeschickt  werden
konnte,  sondern  hie  und  da  noch  Zuschuß  geschehen  sollre,  damit
  die  Schüler  bestehen  könnten,  die  man  statt  der  Mduche
in  die  Klöster  gethan  hatte,  so  wollte  der  Herzog  in  einigen
Klöstern  die  Schüler  abgehen  lassen,  und  die  Einkünfte  derselben
  zur  bessern  Unterhaltung  der  übrigen  verwenden.  Die
Absicht  war  unverkennbar  gur  und  die  neue  Anstalt  unvermeidlich
  nothwendig.  Doch  machten  ihm  Prälaten  und  Landstände
  Vorstellung  dagegen,  und  wiederholten  ihre  Einwendungen,
  bis  ihnen  endlich  der  Herzog  mit  eigener  Hand  folgende
  Antwort  zufertigte:

„Summa  Summarum,  alles  Lerm.  Wenn  die  Prä-„laten
  ihr  juramenlum  pracslirten  und  nicht  cigensinnige,

—)  Sattler  V.  go.