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Selbst sein Kanzler, den er wegen der Kalenderstreitigkeit
nach Augspurg geschickt hatte, unterstund sich, seinen Bericht,
den er von dorther an den Herzog abstattete, mit dem
für seinen Herrn erinnerungsvollen Spruͤchwort anzufangen
„Wo Landsknecht sieden und braten, und Pfaffen zu weltlichen
Sachen rathen, auch Weiber haben das Regiment,
da nimmt es selten ein gutes End.“ 2)
Alles Regentenansehen war verschwunden, Adel und
Geistlichkeit spielten den Meister, alle glückliche Fortführung
guter Anstalten des Herzog Christoph mißlang, und wenn
auch der Herzog, etwa von einem seiner redlichern Räthe
aufgemuntert, wirksame Versuche machte, so widersetzte man
sich ihm mit einer Köühnheit, die sich ganz auf Kenntniß
seines Charakters gründete.
Da die evangelischen Prälaten bei ihren Klbstern so
schlecht haushielten, daß nicht nur kein Ueberschuß von den
jährlichen Klostereinkünften zur Canzlei eingeschickt werden
konnte, sondern hie und da noch Zuschuß geschehen sollre, damit
die Schüler bestehen könnten, die man statt der Mduche
in die Klöster gethan hatte, so wollte der Herzog in einigen
Klöstern die Schüler abgehen lassen, und die Einkünfte derselben
zur bessern Unterhaltung der übrigen verwenden. Die
Absicht war unverkennbar gur und die neue Anstalt unvermeidlich
nothwendig. Doch machten ihm Prälaten und Landstände
Vorstellung dagegen, und wiederholten ihre Einwendungen,
bis ihnen endlich der Herzog mit eigener Hand folgende
Antwort zufertigte:
„Summa Summarum, alles Lerm. Wenn die Prä-„laten
ihr juramenlum pracslirten und nicht cigensinnige,
—) Sattler V. go.