60. Jahrgang
Nr. 58
Der „Rosenhelmer Anzeiger“ mlt dem texilich und Ulustratio reich ausgestakleten achtselligen
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Die — UAummer umfaßt 6 Seiten.
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den bekannten Agenturen um den Preic von
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Neues vom Tage
4. März.
Kardinal Fürstbischof Dr. Kopp ist in der versioffenen
Nacht gestorben, ohne das Bewußisein
wieder erlangt zu haben.
Auf der Reise nach Korfu wird Kaiser Wühelm
om 23. März in Wien eintrefssen und dem
Kaifer Franz Josef in Schönbrunn einen Besuch
abstatten. Am Abend des gleichen Tages
noch reist Kaiser Wilhelm weit r.
Der Furst von Albanien wird am Samstag
in Durazzo eintressen. Große Empfangsseierlichleiten
sind geplant.
Die französische Kammer hat einen Antrag angenommen,
der gegen die ausländischen Stuist.
Die Auflösung des schwedischen Reichstages isi
auf den 5. Mätz festgesetzt worden. Sie ersolgt
wegen des Konfliltes in der Rüstungfrage.
Aus dem ereiche des Ministeriums
des Innern.
(Kammer der Abgeordneten.)
München, 3. März.
Vizepräsident von Fuchs eröffnete die heutige
Situng mit der Mitteilung, daß vom Finanzministerium
der Gesetzentwurf über das Gebühtenwesen
dem Landtag zugegangen sei. Dann
Donnerstag, 5. März 1914
Rosenheimer Anzeiger
Das Abonnement wird für Rosenhelm in der M. Rledermayr'schen Buchdruckerel somie im
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en dle in ca. 40
RNosenheimer Tagblakt
Amtliches Publikalions-Organ
Unnhme nin Inleralen, Neklomen und Bellagen durch die Annonen. Expedlilon Haasenstein # Vogler U.-G. Nosenheim, München, Nömberg. Verlin, Bern, Chemnitz, Dresden, Ertur. Fronkfurt o. M. Hamburg. Honnover, Innebrud Karlsruhe, Köln 2c.
Schlu der Inleraten-Annahme 1 Uhr mlliass. Nach dlesem Zeitpunkt kann für Aufnahme in dle lausende Tagesnummer nicht mehr charontiert werden. Für schlechtgeschrebenes Manulkript wird keine Verantwortung Übemommen.
überwies das Haus den Antrag Osel (Ztr.)
betr. Versorgung des Landes mit Elektrizität
dem Finanzaueschuß zur Vorberatung. Es folgte
die Fortsetzung der Einzelerörterungen zum Etat
des Ministeriums des Innern (13. Tag).
Die Kapitel „Landesarchive und Krechorch
ve“ zeitigten eine lebhafte Debatte über das
bayerische Archivn esen. Abg. Steels (Ztt.)
münschte dabei, daß baldigs die in Aussicht gestellte
Sachverständigenlommission einberusen
werde, um die Neuorganisation des banerischen
Archivwejen- in die Hand zu nehmen. Abg.
Schlitlenbauer („Ztr.) verwies darauf, dan ein
wohlgeordneter Archiowesen von der größten
Bedeutung für den Staat sei. Ec wandte sich
dann gegen die Zersplitterung im Archirwesen
und verlangte eine gründliche Oronung der im
Reichsarchiv vorhandenen Schätze. Das Kreisarchio“
der Pfalz müßte den nolwendigen Bestandleil
seiner Urlunden aus dem NMichurdhio
wieder zurnderhalten. Abg. Dr. Dier# (lib.)
tiat ebenfalls für die baloige Einbernfe ng der
erwähnten Sachverständigenkommission cin und
plädierte jür den Auebau oes Reichs#####.
Eine allgemeine Dezentralisation u #roe dis wislenschastliche
Ausnützung des Reichsar#ives nur
schädigen. Den fränkischen Kreisen alleroings,
die ein geschlossenes hilorisches (nze bilden.
sollte man zr Vervollstandlaung ihrer Aichive
die Urkunden usu. wieder binauege eben fies *r
den vorgebrachten Aureganigen Fnssian igen
werde und gab der Hoffnung Aueodrut, daß der
Sachverständigenkommission das Mater'ai bald
nbergeben werden lönne. Darauf wurde:
das Kapilel beu illigt. Man begann noch
die Beralung des Etats füur esundben. A#g.
Stects (Zu.) leutte die Aufmerlsamieit: der
Regierung auf die sog. Prir atschwesternheime zur
Krankenpflege in den Großfädten, die mut der
christlichen Charitas nichte zu tun hälten, sondern
teine Geschäftsunternehmungen seien. -it von
recht zueiselhafter Güte, und denen min nickt
mil Unrecht den Titel „Winlelheime“ gebe.
Für solche Institute müsse die Konzestionspflicht
reriangt werden. Vielfach ĩeiem oerortige wen
lite Krankenschwestern praltüch und throretisch
gai nicht aus gebildet in der Kra nle ipfleg.
Ueberdies wurden derartige weltliche Sowe
stetn von den Unternehmungen noch firyanziell
auegcnüß#t, schlecht bezahlt und ungenügeno ver
Pilegt. Diese Uebelstände müßten beseinngt werden.
Nazuenoig sei die Einführung einer staatlichen
Prüfung für diese Krankenichwestern, wie
sie in den anderen Bundesstaaten befteht und
die siaatliche Konzessionierung für solche weltiche
Schwe#ernheime. Abg. Müller-München.
(Soz.) erllärt, er könne der Forderung nach
Konzessionieru: ig derartiger Schwesternheime nur
zustimmen. Noch besser wäre die Verstoctlichung
de gesamten Aerzte- und Heilmesens. Erst
wenn diese Forderung erfüllt sei, kenne man
von einer wirllich sozialen Wesundheit-pfle ge
inrechen. Noch manches sei in Bezug aus die
Gesundheitsveru altung in Bayern#zu beseern.
Die Berirlsärzte mußten zu vollberechtigten und
ausreichend bezahlten Beamten gemacht werden.
Am Mitltwoch wird die Beralung fortgesetzt.
Die Berg-, Hütlen- und Salzwerke.
München. J. Méuz.
Die Generaldebatte über den Etat der Berg:,
Hütten= und Salmerke füllt nan die dritte
Sitgung des Finanzausschusses aus. Di: Ausführungen
der Redner gipfeln im wesentlichen
in der Anschauung, daß die An Inn der
Exgehnisse der Staatswerke nicht u:? iichtig geuc
sei, um eine llare Uebersicht u erdif#nen.
Auck, der Minister gibt dies mil Einichränkungen
uu. Abg. Hubsch regt an, daß nach cer Veralung
des Bergetats ein besonderer Ausichuß
eingesetzt werde, der Unter Zusfehnn.) n#Sachvetnändigen
bis zur nächiten Session eine genaue
Prufung der Verhelinüse der Staatewerle
verzunehmen habe. Finanzminister von Vreunig
halt die Einsehmung eines solchen Ausschuffes für
rerfasfungsw idrig, war vom Finanzansch. ißh einmutig
besuillen wurde mit dem Hinweis daraui,
daß es zur Schaffung des genannten Ausschusses
eines eigenen Gesetzes bedürse. Abg.
Held fordert Erneuerungsfonde und belfere technische
Ausgestaltung der Werle: oann erst könne
man von einer Modernisierung und von besseten
Erträgen der Betriebe reden. Der Minister
wannte vor einer allzu eingehenden Berücsichtigung
der kaufmännischen Buchfühcung. weil sich
daraus Konsequenzen ergeben lonnten, die unter
Umständen für die Arbeiter nicht ersfreulich wären.
Er siellte gerne in Aussicht, daoß aller
Bureaulratiemus von den Skaatswerlen fern
gehalten werde. Eine Denkschrift uber die Werk:
werde übrigens demnächst erscheinen und Klarheit
nach allen Nichtungen hin schaften; bis
dabi in wolle man mil abschließenden Urteilen
noch zurückhalten.
Polikische Rundschan.
Barern.
Dasneue bayerische Gebührengesetz.
Der Entwurf, zu dem neuen Gebührengesetz,
dem der Staatsrat am Montag gugestimmt
hat, wird heute dem Landtag zugehen. Er
gliedert sich in zwei Teile, in ein Kostengesetz
und in ein Stempelgesetz. Mit dieser Trennung
ist nunmehr auch Bayern dazu übergegangen.
eine moglichste Sonderung der Erhebung von
Gebühren für Amteshandlungen von dem Gebiete
der Verlehrssieuern, vor allem der Besteucrung
von Rechtsgeschäften durchzuführen.
Im einzelnen hat der Entwurf zu dem Korstengeseh
die Gebührenansätze fur die der Landezbesteuerung
unterliegenden Verhandlungen i#n
bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten, Strafsachen u.
Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtebarkeit,
jerner die Gebuhrensätze für Amtshandlungen in
der inneren und Finanzverwaltung sowic in der
Verwaltungsrechte pflege ohne wesentliche Aenderung
aus dem bisher geltenden Gebühren.
gesett vom 13. Juli 1910 ubernommen. Die
Besteuerung einzelner Rechtsgeschafte bildet den
Inhali des neuen Stempel gesetzes. Eine der
nchligsten Neucrungen, die dieser Entwurf
bringl, ist der bereits angekündigte Stempel
auf Mietverträge.
Die Münchener „Hokganger“.
Ein Telegram meldet an die Münchener
Jennumepresse: „Dem sozialdemolralischen Parteiworstand
sind in den letzten Tagen fünf Anträge
fur den Parteitag aus München und
Suddeutschland zugegangen, welche die Ausschließung
der Münchener „Hosgänger“ — wept
Teilnahme am Empfang des deutschen
Kaiserpaares im Münchener Rathaus — durch
den Parteilag fordern.“ Da kann es also auf
dem nächsten Parteitag. wieder einem Scherbengericht
uber die „Capuaner“ kommen, wie
1908 auf dem Nürnberger Partestag wegen der
arbrn
De Königin der Nachl“.
1# reeroman von 0. Gill.
kurz daransem Nachmittag des dritten Tages
sch “ Navertal ein Verfteckspiel vor und war bald
von ciner Reihe jüngerer Passagiere umgeben,
die sich an dem Spiel beteiligen wollten. Mehrere
von ihnen versteckien sich abwechselud und wurden
an mehr oder weniger unglaublichen Orten vorgefunden,
— unter den Treppen, hinter dem
Plauo, im Musilzimmer, während ein abenleuerlich
veranlagtes junges Mdchen eine ziemlich
langwierige Jagd veranlasßte, indem sie sich in
dem Flaggenschraul binter dem Stenerrade verarg.
Tann war Lord Darranmore an der Reihe,
und die anderen, die ihn suchten, rannten lange
umber, bis sie schließlich an die Kunpel über der
Ealontür kamen, wo er sich verborgen hatte.
Aline und Mrs. Brinkworth saßen hemeinsam
mit anderen Nichsspielern auf dem Deck und
beobachteten das Spiel, wenn es sich bis nach
dem oberen Deck verpflanzt te, dabei plauderten
sie mit mir und General Waldo, der um Set
Zeit schon mit allen Passagieren auf dem Schiff
au kreundschaftlichem Fuße stand. Wir vier
warcn also zusammen, als Lord Darranmore
nustanchte, um sich zu verstecken. Da die besten
Plaue auf dem dritten DTeck bereits von anderen
Epielern in Anspruch genommen waren, so
sprachen die Damen die Ansicht aus, er würde
wohl bimuntergehen müssen, wenn er nicht gleich
defunden werden wollte.
.Mit schalon ger Erlaubnis, das glaube ich
bemerkie Waldo, „nach seinem Manover
zu urteilen, hat der junge Maun wohl ein
besseres Versteck gesunden.=ucht,-
Ler General schien recht zu haben. Der
Junge zogert leinen Augenolick, — er schien sich
vollflundig darüber im Klaren zu sein, wolnn er
heen müste, — sondern rannte nach Backbord
neben die Kahine des Toltors. der gegenuber
ein kleines Boot befestigt war. Die Penderbalken,
die er hielten, lagen nach uinen Kooer dem Deck.
so daß jede Gejaur, das Bool bei slurmischem
Wetter zu verlieren, ausgeschlossen war, und man
lonite es erreichen, ohne sich der Gefahr, über
Bord zu fallen, auszusetzen. Es war mit einem
Teerluch bedeckl, und um heranzukommen, mußte
man au dem Nenterballen emporkleitern, doch
diese Schwierigleit vermochte einen behenden
Jungen aus Eton offenbar nicht abzuschrecken,
wenn er sich damit einen Versteck sichern lonsnte,
das so ohne Weiteres nicht zu enidecken war.
Zavertal stand bei der Kajütentreppe, um den
Suchenden ein wenig auf die Sprünge zu helfen,
er lachelte und winlie uns zu, als der sunge Cail
eins. wei. drei, den Peuterballen hinaufzulleltern
bega
gai Lerranmore halte bald die Spite des Bootes
erreicht, und wir bemerkten, wic er einen Zipfel
des Teertuches hochhob, seinen Kopf daruntertauchte
und langsam vor unseren Augen verschwand.
Sobald er sort war, gab Zavertal den
Suchenden ein Zeichen, und diese kamen von der
Kajütentreppe hervorgestürzt, um ihre Nachsorschungen
vorzunehmen. Das Spiel hatte
kaum begonnen, als Lord Tarranmores seinen
Kopf wieder unler bem “ hervorsieckte,
und allen siel es au 5 sein Gesicht einen
lomischen Ausdruck oon deè und Erregung
zeigte.
gilt nicht,“ rief er, während er aus
dem % lletierte, ors ist ja schon jemand
barin versteckt.“
„Unsinn,“ sag:e Zavertal, zindem er zu n
ging, als er wieder das reichte,
mussen sich irren, L d Tarr raumore, cs onse
niemand da drinein se
„Ich sage Hhnen 4 irre mich nidt, „ver.
setzte der junge, Mench heitig. -es liegt jemand
im Bug vrersteckt. Heh borte inn zueri; armen,
stueckte dann die Hand aus und beulite ihn.=.Nun.
das werden wir ja bald bheraushaben,
sagte ich, indem ich mit Waldo und
einer Anzahl Passagiere zu der Gruppe irat.
„Hören Sie mal. Smuth.,“ fugie ich, mich un
einem Opnartiermeiner wendend, der gerade voruber
kam, binzu, „din##en Sie doch cinmal unter das
Tuch und sehen Sie nach, ob sich da eiwa ein
blinder Passagier verfleckt bat.“
Toch bevor der Besebl noch zur Ausführung
gelangte, wurde die Behauplung des Jungen in
anderer Weise bestatigt. Das Tuch des Booles
hob sich, und ein Koptf mit zer; Kustem schwarzen
Daar erschien, der einen so lomischen Eindruck
machte, daß einzelne der Pasiagiere zu lchen
anfingen. Der Maun sah wie ein Kremder aus
und gebörte augenscheimlich miht zum Schiff.
Was mich anbetraf, so war ich sehr argerlich,
denn ich hatte gegen blinde P.a ijagiere leine Vorlehrungen
geltrosfen, und es war mir auch nicht
in den Sinn gekommen, es würde sich jemund
auf ein Schisi zu schmuggeln versuchen, das nur
eine sechswöchentliche Vergnügungereise unter-.%%
ommen Sie mal naber,“ sagte ich. „Wir
wollen doch sehen, ob wir Jruen nicht ein
besseres Quartier unten im Saissesraum anweisen
lönnen: der Sicherheit halber werden wir
Ihnen gleich ein eisernes Armbend anlegen.“
och die Trohung siel vollstandin ino Waller.
1
F Krru.#
Buriche, er ist gewiß hungrig, seien
in im.- bai Aline, die mit dem
eschai: näher getreten war, und dieser
Jutervention verdankte s'der Fremde
ua, die ihrn nun zu Teil wurde.
Turch zeichen be: FTogen „wir ihn schließlich, das
Boot zu r. afien, und als er auf Deck trat, ent.
puxple er sich &s ein hubsch gewachsener Mensch
miut seinen Gesichtszügen, die. troßdem sie vollstandig
geschwarzt waren, sich durchaus nicht übel.
ausnahmen. Zavertal. der viele Sprachen beberrjchte,
redeie ihn in mehreren an. und erklärte
schließlich, es warc ein Spanier und ein Schiffssteward,
der auf einem nach Spanien segeluden
Schisie keine Stellung gesunden und nun aum diese
Weise in die De#mat zurücklehren wollte.
Gut,“ erllarte ich, „wir wollen ihm
stauch, sich nach Oause zu arbeiten, aber #
lei#r# soll er nicht loskemmen. Er muß die Reise
mit uns mitmachen, und wir werden ihn in
Gibraltar oder Lussabon auf der Heimfahrt ausjch
inen. I jori mit ihm, und geben Sie ihm
etwas au eiser
Als nan dem Fremden das Urteil übersetzt
batte, entsernte er sich unter Danksagungen und
Verbeugungen mit dem Quartiermeister, dessen
Obhut ich ihn ubergeten. Das Ereignis wurde
n den Passagieren noch während des ganzen
Nachmutags besprochen, und Lord „Trramer#
erregte viele Heuerleit, indem die Ehre der
Eefangennahme“" des Mannes ur Sche in Anipruch
nahm. Ich horte, iwic Waldo ihn mit seiner Entdeckung
auf#og.
„Ich weite, Sie allein wären doch nicht so
schlau gewesen, sich ganz von selbst in dem
zu verstecken, sagie der General.
freund: uren
die Be. nudi