366 Der Feldzug im Osten vom 2. Juli bis 13. Nov. 1915
tember, an der Bahnlinie in das Stellungeneß auf der Landzunge einzubrechen
und ein Lücke zu reißen. Eilig zog sich der Verteidiger weiter gegen
Pinsk zurück. Mitten durch Tausende verschleppter Landeseinwohner, die
auf der schmalen Landbrücke zwischen zwei Feuer gerieten und ihren Jammer
ins wandernde Gefecht schrien, gingen Kampf und WVerfolgung auf der
Pinsker Straße, neben dem gesprengten Bahndamm und auf Sand- und
Sumpfpfaden ostwärts. NRings qualmten die Dörfer, verwestes, abgestochenes
Vieh und Tote und Verwundete lagen zu beiden Seiten der Rückzugsstraße.
Aus den lichten Birkenhainen und den dunkeln Kiefernforsten,
die über das Labyrinth von Dünen, Teichen und dickflüssigen Sümpfen zerstreut
waren, knallten die Flinten der Kosaken. Doch es gab keinen Aufenthalt.
tnerbittlich trat der Verfolger dem Gegner auf die Hacken.
Der MRusse ging immer noch geschlossen zurück. Er wich gen Nordosten
und setzte sich am Oberlauf der Jasiolda und auf den Höhen von Chomfsk
zu neuem Widerstand. Er schügte die linke Flanke dieser neuen Sperrstellung,
indem er sich in der Linie Chomst—Drohiczyn an der Pinsker Straße tief
eingrub und die Grabenlinie südlich von Drohiczyn bis zur Dina und dem
Südrand der Landzunge zog, wo das Reich der eigentlichen Pripjeesümpfe
begann. In dieser geschickt gestaffelten Stellung deckte der Russe die Weg.
engen, durch die seine Kolonnen ostwärts auf Dinsk und nordostwärts gegen
Kossovo—Slonim entrannen. Er hatte auf den Sandhügeln und in den
Mulden Artillerie aufgefahren, weithin Löcher und Gräben ausgehoben
und erwartete den Angriff festen Fußes.
Der Angriff begann, nachdem Prinz Leopold die Lesna überschritten,
den Urwald von Bielowiec durchquert und die Straße Szereszowo—ruzany
erkämpft hatte.
Die Kämpfe im 1lrwald von Bielowiec
Die Heeresgruppe des Prinzen Leopold von Bayern war des Widerstandes
im Lesnabogen am 24. August nach der Einnahme von Wierchowiecze
Herr geworden. Smirnows Divisionen hatten sich dem Feind nach dem
Verlust Czeremchas und Kleszczeles hastig entzogen und waren im Walde
verschwunden. Leopolds 9. Armee gewann RNaum. Das XXV. Reservekorps
seczte dem Feinde nach und betrat am 28. August das Innere der
Wildnis, die sich dem Verfolger wehrend entgegenstellte. Auf wenige Wege
zusammengedrängk, rückte der deutsche Heereszug in die Stille des riesenhaften
Waldes. Mühsam fädelten sich die Kolonnen zum Vormarsch. Am
Nachmittag entluden sich schwere Regengüsse und ersäuften die Wege.
Das XXV. Reservekorps gelangle am 28. Augufk noch bis zu dem kaiserlichen
Jagdschloß bei Stoczek und lagerte dort. Es sollte in der Morgenfrühe