Hastung d. Ehefrauen in Gewerbsehen nach Nürnbg. Recht. 355
gegründete Ursache fürpringen kann, warumb er solches zu
thun nitschuldig“.
Es sagt auch Georg Reichhard Sturm in seiner
tractatio juridica de uxore correnli cum marito in uno
codemque documento obligationis, Nürnberg 1713
cap. III § 1:
Secundum Statuta, sive Reformationem Gduplici
modo mulieres unn cum warito sese obligant,
Vel principaliter, vel minus principaliter. Priori
modo uxor tunc efficaciter sese cum marito
obligata existimatur, si sine pactis dotalibus
inierunt matrimonium, wann sie in versammter
und unverdingter Heurath stehen, per clarum textum
Reform. tit 28 L 1 und dieweilen an dem allem,
ihr jedem der halbe Theil zugebührt, so sollen und
müssen sie auch die gemeinen Schulden mit einander
bezahlen, es würde dann derselben Ehelente eins,
redliche und gegründete Ursachen fürbringen,
warumb es solches zu thun nicht schuldig, im
selben solle nach Gelegenheit aller Umständ gesprochen
werden, was recht ist.
Quod si vero in matrimonio sub pactis inito
vivunt, tunc si Communem mercaturam exercent,
vel aliunde qunestum communem er-PDectant;
Similiter uxorem ejus intuitu
sese obligantem cum marito valide teneri
existimo secundum laudat. Reform. verb.
tit. 28 L 6.
Die Gewerbsfrau, die gegenüber einer Klage, betreffend
ein ihrem Ehemann gegebenes Darlehen, behauptet,
das Geld sei mit Wissen des Darlehenshingebers zur
Abfindung eines Frauenzimmers von ihrem Ehemann
entliehen und verwendet worden, wird hiemit zu hören
sein, weil dies eine redliche und gegründete Ursache ist,
warumb sie nicht zu haften hat. In solchem Falle ergibt
sich ja zweifellos, daß der Vertrag nicht zum Handelsr