Weihnachten kriegte ich ein Schwert
und ein sehr wildes Schaukelpferd.
4. Und in die Schule geht, mein Bester,
jetzt auch die Suse, meine Schwester,
und weil sie neulich nichts gewußt,
hat sie nachsitzen schon gemußt."
„Pfui, hans,“ begann der Storch zu klappern,
„man darf nicht aus der Schule plappern!“
15. Frau Holle. Von den Brüdern Grimm.
Eine Witwe hatte zwei Töchter; die eine war schön und flei-Big,
die andere häßlich und faul. Die Mutter hatte aber die
häßliche und faule, weil sie ihre rechte Tochter war, viel lieber,
und die andere mußte alle Arbeit tun und das Aschenbrödel
im Hause sein. Das arme Mädchen mußte sich täglich auf die
große Straße neben einen Brunnen setzen und mußte so viel
spinnen, daß ihm das Blut aus den Fingern sprang. Nun trug
es sich zu, daß die Spule einmal ganz blutig war. Da bückte
es sich damit in den Brunnen und wollte sie abwaschen; die
Spule sprang ihm aber aus der Hand und fiel hinab. Es weinte,
lief zur Stiefmutter und erzählte ihr das Unglück. Sie schalt es
heftig und war so unbarmherzig, daß sie sprach: „Hast du die
Spule hinunterfallen lassen, so hol sie auch wieder herauf!“
Da ging das Mädchen zu dem Brunnen zurück und wußte nicht,
was es anfangen sollte, und in seiner Herzensangst sprang es
in den Brunnen hinein, um die Spule zu holen.
Es verlor die Besinnung. Als es erwachte und wieder zu
Sich selber kam, war es auf einer schönen Wiese. Da schien die
Sonne und waren viel tausend Blumen. Auf der Wiese ging es
fort und kam zu einem Backofen; der war voller Brot. Das
Brot aber rief: „Ach zieh mich raus, zieh mich raus, sonst verbrenn'
ich; ich bin schon längst ausgebacken!“ Da trat das Mädchen
herzu und holte mit dem Brotschieber alles nacheinander
heraus. Danach ging es weiter und kam zu einem Baume; der
hing voller Apfel und rief ihm zu: „Ach schüttle mich, schüttle
mich; wir Apfel sind alle miteinander reif!" Da schüttelte es
den Baum, daß die Apfel fielen, als regneten sie, und schüttelte
so lange, bis keiner mehr oben war. Und als es alle in einen