der Belastung der Unterthanen, namentlich zu Zwecken, die dem Wohle des Landes
nicht förderlich seien. Auf nutzlosem Glanze beruhe die Ehre eines Fürsten
keinesweges, auch nicht einmal in kriegerischem Ruhme, der viel zu theuer erkauft
sei, wenn er nicht etwa zum Schutz und Schirm des Landes unternommen
werde; denn dafür zu sorgen sei natürlich die erste Pflicht eines wackeren Fürsten.
Allein nicht nur nach Außen hin verlange das Land eine kräftige Vertheidigung,
auch im Innern müsse die Ordnung mit kräftiger Hand erhalten,
der Schwache gegen #n Uebermächtigen in Schutz genommen werden, vor
Allem in der Mari Be#andenburg, wo leider mehr Gewaltsamkeiten ausgeübt
werden, als in irgend einem Lande des heiligen römischen Reiches. Um diesen
Zweck aber desto sicherer zu erreichen, empfehle er ihm die Sorge für die geistige
Bildung seiner Unterthanen, gestützt auf religiösen Sinn und wahrhaftes
Gottvertrauen, da ohne Gottesfurcht kein Werk der Menschen bestehen könne.
Sei es nun, daß der Fürst diese Worte wirklich an seinen Erben gerichtet,
oder daß nur die gleichzeitigen Berichterstatter sie ihm in den Mund gelegt, so
ist doch gewiß, daß sie vollkommen seinem Charakter entsprechen.
Johann beschloß sein Leben in der Mark, und wie er sich während desselben
hier heimisch gefühlt hatte, so bestimmte er auch, daß seine Gebeine in
diesem Lande ruhen sollten. Anfangs wurde seine irdische Hülle im Kloster
Lehnin beigesetzt, später jedoch nach den Gewölben des Domes in Cöln an der
Spree geschafft. Noch jetzt sehen wir in der Domkirche zu Berlin ein schönes
von dem berühmten Nürnberger Künstler Peter Vischer gearbeitetes Denkmal; es
bezeichnet die Stelle, wo dieser edle Fürst ruht, der seinem Nachkommen durch
Wort und Beispiel als den schönsten und unvergänglichsten Ruhm empfahl, ein
treuer und sorgsamer Vater seiner Unterthanen zu sein.
Joachim I. Nestor. 1399 — 1335.
Joachim I. zählte erst funfzehn Jahr, als sein Vater starb, doch sein
Geist war frühzeitig gereift, und da er außerdem von seinem Vater, wie wir
dies schon aus seinen letzten Worten an seinen Sohn schließen können, mit großer
Sorgfalt erzogen war: so erwies er sich auch als vollkommen geeignet zur Erfüllung
der ihm obliegenden Pflichten. In Bezug auf seinen Erzieher hatte der
Vater eine sehr glückliche Wahl getroffen, indem er dem nicht minder durch
Charakter als durch Bildung ausgezeichneten Bischof von Lebus, Dietrich von
Bülow, dieses wichtige Geschäft übertrug. Der junge Fürst hatte unter seiner
Leitung einen so lebhaften Geschmack für geistige Beschäftigung, namentlich für
die Humanitätsstudien gewonnen, daß er auch noch nach seines Vaters Tode
als regierender Herr den gelehrten Abt Tritheim an seinen Hof kommen ließ,
um mit ihm seie wissenschaftlichen Beschäftigungen fortzusetzen. Joachim I.
sprach nicht nur fertig Latein, sondern verstand es auch, sich in franzöfischer und