156 Bortrag des Lyrischen.
Der Pöbel den Palast! Prinz Karlos,
Verbreitet man, sei in Verhaft genommen,
Sein Leben in Gefahr! Das Volk will ihn
Lebendig sehen oder ganz Madrid
In Flammen aufgeh'n lassen! —
Flüchten Sie sich, Sire, es hat Gefahr,
Noch wissen wir nicht wer den Pöbel waffnet. —
Retten Sie sich, Prinz, ein Anschlag
Auf Ihre Freiheit, wo nicht auf Ihr Leben!
Befragen Sie mich weiter nicht. Ich habe
Mich weggestohlen Sie zu warnen. Fliehen
Sie ohne Aufschub!
Erwarte nicht die Ankunft dieser Schweden!
Von falschen Freunden droht dir nahes Unheil!
Die Zeichen stehen grauenhaft! Nah, nahe
Umgeben dich die Netze des Verderbens! —
Es ist ein Irrtum, es sind nicht die Schweden!
Ihr sollt nicht weiter gehen! Buttler! Gott,
Wo ist er? —
An diesem Augenblicke hängt die Welt!
Um Gottes willen, gehen Sie! Indem
Wir sprechen, — Gott im Himmel, — Buttler! —
Es war ein Irrtum, es sind nicht die Schweden!
Die Kaiserlichen sind's, die eingedrungen!
Der Generalleutnant schickt mich her, er wird
Gleich selber hier sein, Ihr sollt nicht weiter gehn! —
Entfernt Euch, haltet Wache vor der Thür,
Sorgt daß mein Oheim uns nicht überfalle,
Ich habe mit der Königin zu reden! —
Man naht, man kommt! Bewaffnet Volk
Erfüllt den ganzen Garten! —
Flieht, Mortimer, flieht, alles ist verloren!
Denkt auf schnelle Flucht, o rettet Euch! —
Der Auflauf wächst, das Volk
Ist länger nicht zu bändigen! —
Gleich, augenblicks sollt Ihr's vollziehen lassen !
Gebt her, Ihr seid verloren, wenn Ihr säumt!
Ihr seid ein Thor, Ihr seid von Sinnen, gebt! —
Ergreift die Waffen, rüstet Schiffe aus! Durchforscht
Die ganze Küste! Durch alle Meere setzt dem Räuber nachl —
Schließt auf! Ein Freund! Um Gottes willen schließt auf!
Aus! Aus! Fliehe wer fliehen kann,