thumbs : König Albert von Sachsen von Johann Georg, Herzog zu Sachsen.

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—  154  —

Schleswig-Holstein,  wo  erst  auf  etwa  150  Lebende  des  beregten  Alters  ein  Todesfall
  im  Berichtsjahre  kam.

Unter  denjenigen  Personen,  welche  das  60.  Lebensjahr  überschritten

haben,  war  die  Sterblichkeit  (Sterbeziffer)  am  größten  in  Hessen-Nassau  und
dem  benachbarten  Fürstenthum  Waldeck,  in  Lippe,  Sachsen-Meiningen  und  der
bayerischen  Pfalz,  am  geringsten  wie  im  Vorjahre  in  Schaumburg-Lippe  und
Schleswig-Holstein.

.  Die  Gefahr,  schon  im  ersten  Lebens  jahre  zu  sterben,  war,  wie  im  Vorjahre,

  für  die  lebendgeborenen  Kinder  am  größten  in  Reuß  ä.  L.,  demnächst  in
Sachsen-Altenburg,  im  Königreich  Sachsen  und  im  rechtsrheinischen  Bayern,  am
geringsten  in  den  drei  Fürstenthümern  Schaumburg-Lippe,  Lippe  und  Waldeck,
demnächst  in  den  diesen  Staaten  benachbarten  Provinzen  Hessen-Nassau,  Westfalen
und  Hannover;  in  dieser  Gegend  des  Reiches  starben  weniger  als  156,  in  den
erstgenannten  Gebieten  mehr  als  277  Kinder  des  1.  Lebensjahres  auf  je  1  000  im
Berichtsjahre  Lebendgeborene.

Der  Ueberschuß  der  Geburten  über  die  Sterbefälle  war  im  Allgemeinen
  etwas  geringer  als  im  Vorjahre,  insbesondere  in  Württemberg,  Hohenzollern,
dem  rechtsrheinischen  Bayern  und  Baden,  in  Reuß  ä.  L.,  Waldeck  und  Lübeck,  auch
in  Ostpreußen,  Westpreußen,  dem  Königreich  Sachsen  und  in  Schwarzburg-Sondershausen,
  dagegen  war  er  beträchtlicher  als  im  Vorjahre  namentlich  in  der  bayerischen
Pfalz  und  den  drei  westlichsten  Provinzen  Preußens,  auch  in  Berlin,  Schlesien  und  im
Großherzogthum  Hessen.  Am  bedeutendsten  im  Verhältniß  zur  Einwohnerzahl  war
er  wie  im  Vorjahre  in  Westfalen  und  Posen;  besonders  gering  war  er  —  ebenfalls
  wie  im  Vorjahre  —  in  Elsaß-Lothringen,  Hohenzollern,  Berlin  und  Mecklenburg-Schwerin.


III.  Die  Ursachen  der  Sterbefälle.

Bei  den  im  ersten  Lebensjahre  gestorbenen  Kindern  war  mehr  als  der  dritte  Theil
aller  Todesfälle  durch  Magen=  oder  Darmkatarrh  verursacht.

Die  größte  Bedeutung  hatte  diese  Todesursache  in  Reuß  ä.  L.,  woselbst  etwa
3¾  aller  Sterbefälle  von  Säuglingen  einem  Magen=  oder  Darmkatarrh  zur  Last
gelegt  wurden,  demnächst  in  Sachsen  und  Württemberg,  wo  dies  bei  mehr  als  der
Hälfte  der  Fall  war,  dagegen  wurde  in  Schlesien  und  Posen,  in  Westfalen,  Hessen-Nassau
  und  in  einigen  thüringischen  Staaten  angeblich  nicht  einmal  der  vierte
Theil  der  Säuglingssterbefälle  durch  ein  solches  Leiden  herbeigeführt.
Angeborene  Lebensschwäche  ist  bei  den  im  ersten  Lebensjahre  gestorbenen
Kindern  besonders  oft  (bei  20  %  derselben)  im  rechtsrheinischen  Bayern,  in  Elsaß-Lothringen,
  Hamburg  und  Hohenzollern  als  Todesursache  angegeben,  dagegen  verhältnißmäßig
  selten  —  nur  bei  10  0%  der  gestorbenen  Säuglinge  —  im  Königreich
Sachsen  und  in  Pommern,  noch  seltener  in  dem  durch  eine  sehr  hohe  Säuglingssterblichkeit
  auffallenden  Fürstenthum  Reuß  ä.  L.

Bei  Sterbefällen  im  Alter  von  1  bis  15  Jahren  sind  von  den  im  Schema
aufgeführten  Leiden  am  häufigsten  Lungenentzündung  und  sonstige  entzündliche
Krankheiten  der  Athmungsorgane  als  Todesursache  genannt,  ausgenommen  in  Ostund
  Westpreußen,  in  Pommern,  Posen  und  Waldeck,  wo  Diphtherie  und  Croup,
—  bezw.  „Bräune“  —  die  häufigste  Ursache  des  Todes  waren.  Daneben  hatte