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gegenüber Nutzen zu ziehen, die gleichzeitige Entwaffnung vor.
Was die Bundesreform betrifft, so kündigte Oesterreich am
21. April dem Bundestage an, daß es sich der Verpflichtung,
die Vorschläge Preußens ohne Vorurtheil zu prüfen, nicht entziehen
wolle, allein es war nicht klug genug, sich offen für das
Nalionalparlament auszusprechen. Der Kaiser Franz Josef hatte,
wie vorher erwähnt, angeblich behufs einer Bundesreform im
Jahre 1863 einen Fürstencongreß nach Frankfurt berufen, —
Herr von Bismarck war aber klüger und hatte an eine aus allgemeiner
Abstimmung hervorgegangene Versammlung von Volksvertretern
appellirt. Preußen kam den glühendsten Wünschen
des liberalen Deutschlands entgegen, und Oesterreich, welches
das von ihm vor der Eröffnung des Fürstencongresses errichtele
plump-komische Gebäude unter der öffentlichen Verachtung hatte
stürzen sehen, war nicht einmal jetzt klug genug, den von Preußen
betretenen Weg in aller Eile selbst einzuschlagen und so Herrn
von Bismarck in seinen eigenen Netzen zu fangen. Nein, man
stellte sich im Gegentheil wieder auf den so gründlich gelockerten
Boden des feudalen Bundesrechtes von 1815, und trennte sich
somit von der Sache der Nation. Die mit Blindheit geschlagenen
Feinde Preußens fürchteten ja nicht Preußen, sondern nur die
Revolution; mit der von preußischen „Krautjunkern“ kommandirten
„Landwehr“ glaubte man im Handumdrehen fertig zu werden,
dagegen fürchtete man sich vor dem Volke, dessen „Führer“ in den
Bierhäusern bekanntlich immer ganz entsetzliche Reden halten.
Sachsen schloß sich dieser Auffassung an, und in diesem Hängen
an einer conservativen, zögernden, inconsequenten Politik schlummerte
das Verderben der preußischen Gegner. Herr von Bismarck,
von Anfang bis zu Ende gleich tactvoll und umsichtig, verwarf
den Vorschlag gegenseitiger gleichzeitiger Abrüstung dagegen keineswegs.
Aber andererseits war er eben auch klug genug, dem so
plötzlich angebotenen Frieden nicht recht zu trauen. Er sagte in
seiner Antwort u. A.: „die preußische Regierung lebt auch der
Erwartung, daß auch die von anderen deutschen Regierungen