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Kammergericht geredet werden soll, dieses aber durch die so stark an- Sept. 19.
gewachsenen Revisionen, besonders durch die vier Klostersachen
„gesteckt“ wird, so wird man in Nürnberg auch von der Beseitigung
dieser Hindernisse reden müssen. „Und erinnern wir uns, dass etwan
von den mainzischen räthen gleichsamb obiter gedacht worden, wan
man pabstischen theils versichert werden könte, dass man diser orts mit
einzihung der geistlichen güter nit wieder zugreifen sonder sich
an den albereit habenden genug zu lassen bedacht, dass villeicht solches aus
den sachen zu kommen ein mittel sein möchte“! Um nun, falls
diese Sache beim Kurfürstentag vorkommt, mit gewisser Resolution
gefasst zu sein, was wir hierin gegen die andern evangelischen Stände
verantworten könnten, 80 begehren wir hierüber Dein Gutachten. Datum
Heidelberg den 9. septembris 1611.
Ma., 547|14, f. 280; Kpt. von Hausmann.
853. Die Provisoren und die evangelische Gemeinde Sept.
zu Köln an die Kurfürsten insgesamt. [zum 22.)
Hinweis auf die Bestimmungen des Religionsfriedens zum Schutz
der Bekenner der augsburger Konfession. An diese Satzungen ist. der
hiesige Rat wiederholt erinnert worden; „es hat sich doch wolermelter
raeth dardurch keineswegs erweichen lassen sonder immer vortgefahren,
die hochbeschwerliche und wider den religionsfrieden ufgerichte statuta,
edicta und morgensprachen mit schmehelichen gefengnissen, unträglichen
geltstrafen und stattverweisungen zu exequiren, haben uns auch durch
ihre gefährliche anbrengere auf alle wege nachgetrachtet, wie sie uns
zum creutz bringen konnen.” Da sie in unserm gottsdienst den
1 Diese Aeussornng fiel bei der bensheimer Unterredung der kurpfälzischen
und kurmainzischen Räte am 22. November 1607; vgl. Briefe
und Akten, I., no. 508, S.604, V., no. 897 und unten no. 361 auf 8. 827.
? Vgl. über die Bedrängnis der evangelischen Bürgerschaft zu Köln ausser
L. Ennen, Geschichte der Stadt Köln, V., Düsseldorf 1880, 8. 472 f., 648 f. die
Verhandlungen beim rotenburger Unionstag in no. 305, S. 720 (Protokoll vom
12./22. August) und den rotenbarger Hauptabschied in no. 330, 8.770. — Andie Bedrängnis
der evangelischen Kölner knüpftauch der mühlheimerStreit an. Die
Bedrängten suchten Zuflucht in der „Freiheit“ Mühlheim a. Rh., die im Gebiet der
Possidierenden lag. Schon am 15. September 1611 berichtet eine Zeitung aus Köln,
da Mühlbeim den vertriebenen Kaufleuten aus Köln für deren Handlung wol gelegen
sei, 80 hätten vergangene Woche die Pogsidierenden ihren Baumeister P. Pasquil und
den Amtmann dortgehabt, um die „Gelegenbeit* zu besichtigen und Anstalten zur
Erweiterung des Ortes zu treffen; es sollen tausend und mehr Häuser gebaut
werden; man habe in diesem Sommer schon einen guten Anfang gemacht
und solle im nächsten damit fortgefahren werden; man wolle auch Patente
in allen Sprachen anschlagen und grosse Privilegien gewähren (De., A 9a, Ic,
no. 10; Avisen). — Besonders Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm nahm sich der
. 24. August
Belrängten an und wandte sich am 3. September an den Kurfürsten von
Sachsen mit der Bitte, die Sache der Kölner beim Kurfürstentag wahrzunehmen
‚Drm., 1. 7388/6, f. 560, Or.). ’
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