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Eisenwänden umgeben. Wieder tönt die elektrische Glocke. Der
Korb hebt sich für einen Augenblick. Dann weicht der feste
Boden des Fahrstuhles unter unsern Füßen, und wir sausen in
ihm hinab in die Tiefe. In der Nähe des Zieles verringert sich
die Geschwindigkeit. Nun sind wir unten. Es ist die achte Sohle,
die zweitunterste, auf der wir augelangt sind. Eine geräumige Höhle
schließt sich hier an die Schachtöffnung. Der einmündende Stollen
ist breit. Auf mehreren Schienengleisen stehen lange Reihen der
kleinen Wagen. Wir sehen, wie sie in die einzelnen Abteilungen
des Aufzuges hineingeschoben werden. Dann ist mit dem Zeichen
der elektrischen Schelle das Ganze unsern Angen entrückt.
Wir schreiten dem Stollen nach, der wohl schmaler wird. aber
immerhin noch Raum für ein doppeltes Schienengleise bietet. Auf
diesem kommen und gehen die Wagenzüge gefüllt und geleert, je
nach der Richtung, die sie nehmen. Hier begegnet uns auch eine
der eigentümlichsten Erscheinungen der Zechen — das Bergwerkspferd.
Der Anblick dieser Tiere erregt unser Mitleid. Sie sind
zwar gut gefüttert und haben keine harte Arbeit, doch müssen sie
auf Lebenszeit jegliches Sonnenlicht und die frische Luft entbehren.
Eine unheimliche Ruhe zeichnet diese Pferde aus. Wie leblos stehen
sie da! In ihren glasigen Augen spiegelt sich der matte Schein unserer
Grubenlampe. Wie freudlos ihr Leben in der finstern Tiefe ist,
beweist ihr Verhalten, wenn sie zum erstenmal hinabbefördert werden.
Die Fahrt in die Tiefe, die Dunkelheit, die feuchte Wärme, das alles
macht einen gewaltigen Eindruck auf die geängstigten Tiere. Der
Schweiß bricht ihnen aus, und es vergehen Tage, bis sie sich von
ihrem Schrecken erholt und an die neuen Verhältnisse gewöhnt
haben.
Wir wenden uns nun einem Seitenstollen zu. Er ist weniger
hoch, und wir müssen notgedrungen den Kopf beugen. Die Wanderung
bringt uns bald zu schräg aufsteigenden Gängen, den Überhauen.
Mühsam klimmen wir auswärts. Die kleine Drahtseilbahn,
die Kohlen mit rasender Geschwindigkeit hinabbefördert, ruht auf
einen Wink des Steigers. Ungefährdet gelangen wir zu einer
Arbeitsstätte. Auf dem seuchten schwarzen und steinigen Boden
klettern wir in gebückter Stellung weiter. Jetzt halten wir neben
sleihig arbeitenden Bergleuten, es sind ihrer vier. Mit der Picke
werden die Kohlen herausgehackt, die je nach Umständen ein
Sprengschuß schon gelockert hat. Wir sitzen nun mitten in einem
Flöze von etwa 11 m Mächtigkeit. Den Boden, auf dem wir ausruhen,
bildet das sogenannte „Liegende“, die Decke besteht aus
dem „Hangenden“. In gebückter Stellung hacken und klopfen die
Lelebuch für Oberklassen. D. 19