Full text : Bavaria. Landes und Volkskunde des Königreiches Bayern.

1104  Schwaben  u.  Neuburg.

weise  wieder  veräußert  haben  muß,  weil  wir  1366  den  Ort  mit  Gerechtsamen
von  Jodok  Apfelbronner  an  das  Reichsstift  Ottobeuern  kommen  sehen.  Hawangen,
  Pfarrdorf  im  vorgenannten  Landkapitel,  gehörte  mit  Kirchensatz
dem  Stifte  Ottobeuern,  welchem  Bischof  Degenhard  von  Augsburg  1304f)
auch  das  Patronatsrecht  überließ.  Herbishofen,  protest.  Pfarrdorf#im
Dekanate  Memmingen,  gehörte  mit  dem  Kirchensatze  den  Edlen  von  Rottenstein,
  dann  den  Herren  von  Pappenheim,  von  welchen  Philipp  von  Pappenheim
  die  Gemeinde  für  Zwingli's  Lehre  gewann,  welcher  jedoch  von  Seite
des  Reichsstiftes  Kempten  manigfache  Hindernisse  in  den  Weg  gelegt  wurden,
  die  erst  ihre  gänzliche  Beseitigung  nach  der  Sekularisation  unter  der
weisen  und  wahrhaft  toleranten  bayerischen  Regierung  fanden.  Hezlinshofen,
  Derf  zu  Lachen  filialisirt,  war  ehedem  eine  kleine  zum  Stifte  Kemptem
  gehörige  Herrschaft,  die  1453  dem  Wilhelm  von  Besserer  aus  Ulm  als
Lehnträger  der  Ursula  von  Baisweil  zu  Lehn  verliehen  wurde.  Im  Jahre
1506  und  1535  finden  wir  in  diesem  lehnbaren  Besitze  die  von  Wesbach  und
schon  zwei  Jahre  später  1537  Georg  Pfefferle,  Bürger  zu  Memmingen,  im
Jahre  1552  die  Stebenhaber,  1594  den  Erbmarschall  Alexander  von  Pappenheim,
  dann  die  Familie  Fugger  und  1695  das  Stift  Kempten.  Von  diesem
kam  Hezlinshofen  1699  durch  Kauf  wiederum  an  die  Stebenhaber,  von  denen
es  an  Freiherrn  von  Scharff,  dann  an  Balthafar  von  Griesenbeck  und  von
letzterm  1751  an  den  fürstl.  Kempten'schen  Kanzler  Lorenz  von  Heinisch  gelangte,
  nach  dessen  Tod  das  Stift  Kempten  als  Lehnsherr  dieses  Lehn  gegen
die  Summe  von  28000  fl.  an  sich  zog.  Holzgünz,  Pfarrdorf  im  Landkapitel
  Ottobeuern,  besteht  aus  Ober=  und  Unterholzgünz,  die  zusammen  eine
Gemeinde  und  eine  Pfarrei  bilden.  Beide  gehörten  zum  Gebiete  der  Stadt
Memmingen,  wovon  Oberholzgünz  an  das  Oberhospital  zu  Memmingen  von
Eberhard  von  Schöneck  unter  dem  26.  Febr.  1296  gelangte,  Unterholzgünz
aber  1444  von  Konrad  von  Eisenburg  dem  ältern  kaufweise  dem  Memminger
  Unterhospital  zufiel.  Illerbeuern,  Pfarrdorf  im  vorgenannten  Landkapitel,
  gehörte  mit  Kronburg  einem  edlen  Geschlechte  von  Kronburg.  Beide
Orte  waren  Schwabenlehn  und  kamen  in  der  ersten  Hälfte  des  fünfzehnten
Jahrhunderts  an  die  Werdenstein,  1594  an  die  von  Rechberg  und  endlich  an
die  Herren  von  Westernach,  Das  Schloß  Kronburg  liegt  auf  einem  Höbepunkte,
  von  welchem  gegen  Norden  und  Nordwesten  bis  gegen  Ulm  ein  herrliches
  Panorama  mit  zahlreichen  Burgen  und  Schlössern  geboten  wird.  Diese
Höhe  haben  gewiß  die  Römer  nicht  außer  Acht  gelassen  und  es  dürfte  zweifelsohne
  dahin  eine  über  Kimratshofen  und  Legau  führende  Römerstraße  geleitet
  haben.  Ittelsburg,  Kirchdorf,  gehörte  früher  dem  Reichsstifte  Kempten,
  kam  von  diesem  an  Ottobenern;  später  aber  in  der  ersten  Hälfte  des
fünfzehnten  Jahrhunderts  sehen  wir  Veste  und  Dorf  Ittelsburg  in  verschie-!)

  Sieb  S.  1087  dieses  Bandes  unter  Haldenwang.