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Sachsen hereingebrochene Verhängniß schwerlich abzuwenden vermocht
hätte, weil dasselbe seinen Ursprung zum größten Theil in
Verhältnissen hatte, welche persönlicher Einwirkung so gut wie unzugänglich
waren. Eine dominirende Rolle spielte hierbei die äußerst
ungünstige geographische Lage Sachsens, welche jeden Vergleich mit
der ähnlichen Position Bayerns, Württembergs, Badens und Hessens,
die trotzdem, daß sie ebenfalls erst im Herbst des Jahres 1813,
von Napoleon sich getrennt und der Sache der Verbündeten angeschlossen
hatten, ihren gesammten Länderbesitz, selbst den durch
Napoleons Zuweisungen erworbenen, in der Hauptsache sich erhielten,
unstatthaft erscheinen läßt. Immerhin ist es ein Zug
landesväterlicher Fürsorge, der dem Herzen Friedrich August des
Gerechten zu hoher Ehre gereicht, daß er, als Napoleon ihm in
dem bekannten Ultimatum nach der Lützener Schlacht die Alternative
zwischen Wiederanschluß der sächsischen Politik an Frankreich
und feindlicher Behandlung der sächsischen Lande stellte, sich hauptsächlich,
um die Drangsal einer solchen feindlichen Behandlung von
seinen Unterthanen abzuwenden, zu dem Ersteren bestimmen ließ.
Die Bevölkerung Sachsens rechnete ihm dies hoch an und gab ihm
bei seiner Rückkehr in das Land im Jahre 1815 durch rührende
Kundgebungen treuer Anhänglichkeit, welche den schwergeprüften
Fürsten nicht in Zweifel ließen, daß er an der Liebe und Verehrung
seiner Unterthanen durch die unmittelbar vorhergegangenen,
für Sachsens Geschick so inhaltschwer gewordenen Ereignisse keine
Einbuße erlitten habe, davon augenfälliges und beredsames Zeugniß.
Auch Solche, die an Friedrich Augusts Entschlüssen in jener Zeit
Allerlei zu bemängeln haben, erkennen dies an und ein sächsischer
Geschichtsschreiber, der namentlich die auswärtige Politik Friedrich
Augusts harter Kritik unterzieht, läßt ihm doch im Allgemeinen
die Anerkennung widerfahren?), daß er „die Liebe und das Ver-*)
Vergl. Flathe, Geschichte des Kurstaates und Königreiches
Sachsen. 2. Band, S. 559.