Foß: Der Seekrieg 1914/15
suchen; von britischer Seite werden Verluste auf dem Zerstörer
„Falcon- (1896; 315 t), dem Schulschiff -Rinaldo-(980
t) und dem geschützten Kreuzer »Brillant« (1891;
3450 t) zugegeben.
29. Oktober. „Sultan Jawus Selim (vgl. 25. Oktober)
bombardiert Sewastopol; Midilli zerstört in Noworossiisk,
sädöstlich der Straße von Kertsch, Petroleum= und Getreidelager
und versenkt 14 Dampfer. Der Zerstörer »Bert
i Satvet. vernichtet die dortige Funkenstation; die Zerstörer
„Jadig hiar i Millete und -Muovenet i Millijedersenken
im Hafen von Odessa das russische Kanonenboot
„Kubanez. (1887; 1250 t) und beschädigen das Kanonenboot
-Donez= (1887; 1250 t), 5 weitere Schiffe und Petroleumbehälter.
Der Kleine Kreuzer »Hamidje« bombardiert
Feodosia und versenkt bei Kertsch einen Dampfer.
30. Oktober. Der deutsche Kleine Kreuzer = Königsberge,
der im Golf von Aden einen englischen Dampfer versenkt
hat, war von den britischen Kreuzern = Weymonuth (1910;
5300 t) und Chatham (1911; 5500 t) gejagt worden und
hatte sich in den Fluß Rufidschi (Deutsch-Ostafrika) geflüchtet.
Dort wird er durch Versenken eines Kohlendampfers stromabwärts
seiner Liegestelle eingesperrt.
Der britische Hilfskreuzer = Rohilla# (1906; 7400 Brutto-Reg.-Ton.)
sinkt bei Whitby durch eine Mine.
31. Oktober. Der britische Krenzer Hermes= (1898;
5700 t) wird durch das deutsche Tauchboot »U 27, im östlichen
Kanal versenkt; 40 Seeleute ertrinken dabei.
1. November. England erklärt die Nordsee als Kriegsgebiet.
Handelsschiffe haben den Weg durch den Kanal zu
nehmen. Zweck: leichtere Kontrolle der Schiffahrt.
Britische Kriegsschiffe im Roten Meer laufen in den Golf
von Akaba ein und beschießen die Stadt. Ein Landungsversuch
wird durch türtische Truppen abgewiesen.
Die ägyptische Regierung zwingt die 18 im Suezkanal
liegenden deutschen Dampfer, Port Saĩb zu verlassen, worauf
sie von britischen Schiffen gekapert werden.
Seeschlacht bei Coronel. Stürmischer Südwest,
hoher Seegang. Bizeadmiral Graf Spee schlägt mit den
Panzerkreuzern -Scharnhorste und -Gneisenau= sowie den
Kleinen Kreuzern -Dresdene und Leipzig= ein britisches Geschwader
unter Admiral Cradock, bestehend aus den Panzerkreuzern
„Good Hope= (1901; 14300 t), „Monmonth-(1901;
9950 t), dem Kleinen Kreuzer Glasgow. (1909;
4900 t) und dem Hilfskreuzer -Otranto= (1909; 12124
Brutto-Reg.-Ton.). „Good Hope= wird versenkt. Die schwer
beschädigte Monmouthe steuert auf die chilenische Küste zu,
begleitet von »Glasgow«. Die deutschen Schiffe haben ihre
Gegner in der Dunkelheit aus Sicht verloren. Otrantoist
nach den ersten Treffern entflohen. Da sindet die mit
einem Sonderauftrage zurückgebliebene = Nürnberg zufällig
„Monmouth= und versenktsle durch Geschützfeuer. -Glasgowentkommt.
Sturm und Seegang verhindern Rettungsversuche,
so daß die gesamten Besatzungen der beiden britischen
Panzerkrenzer (1440 Mann) umkommen. Die deutschen
Schiffe bleiben unbeschädigt; nur 2 Berwundete werden gezählt.
2. November. Die britischen Schlachtkreuzer »Inflexible«,
-Indefatigable (1907 und 1909; 20300 und
22 000t), der Panzerkreuzer -Defence (1907; 14800 t), der
Kleine Kreuzer -Glorucestere (1909; 4900 t), die französischen
Linienschiffe „Republiques (1902; 14900 t), -Bouvet-(1896;
12000 t), 2 französische Kreuzer und 8 Zerstörer
eröffnen auf 15 km die Beschießung der Außenforts der
Dardanellenstellung. Die Werke antworten schwach. Ein
britisches Schiff erhält einen Volltreffer.
Der österreichisch = ungarische Kleine Kreuzer Kaiserin
Elisabeth= wird vor Tsingtan versenkt; die Besatzung schließt
sich den Berteidigern an Land an.
3. November. Borstoß deutscher leichter Streitkräfte
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gegen die englische Ostküste. Marmouth wird beschossen. Das
den deutschen Schiffen folgende britische U-Boot-D5. (1911;
610 t) gerät auf eine Mine und geht verloren.
Türkische Kreuzer bombardieren Batum nahe der Grenze
am Südostwinkel des Schwarzen Meeres.
4. November. Der deutsche Panzerkreuzer „orkgerät
in der Jade bei dichtem Nebel in die Minensperre
und versinkt; der größte Teil der Besatzung wird gerettet.
Ein starkes englisch-französisches Geschwader beschießt das
Außenfort Kum Kale an den Dardanellen.
Der deutsche Kleine Kreuzer = Karlsruhe-(1912: 4900 t)
sinkt infolge Explosion, nachdem er im Atlantischen Ozean
17 englische Dampfer von etwa 76 609 Brutto-Reg.-Tonnen
versenkt hat.
5. November. Die britische und die französ. Regierung
ertlären der Türkei den Krieg; England besetzt Cypern.
4. und 5. Nodember. Englischer Angriff auf Tanga
durch Land= (etwa 8000 Mann) und Seestreitkräfte; die
Gelandeten werden am 4. November vernichtend von der
Schutztruppe geschlagen (im ganzen etwa 2000 Mann). Am
5. November abends wird die britische Streitmacht unter bedeutenden
Verlusten zur Flucht gezwungen. Erbeutet werden
8 Maschinengewehre, 300000 Patronen und große
Mengen von Ausrüstungsstücken.
6. November. Die russische Flotte bombardiert die
kleinen türkischen Häsen Sungulduk und Koslu an der Nordküste
Kleinastens.
Bei Abadan am unteren Schatt el Arab beschädigt ein
türkisches Kanonenboot ein britisches und schießt die Petroleumlager
in Brand.
7. November. Nachdem alle Verteidigungsmittel erschöpft
sind, »Iltis«, Luchs-, -Tiger-, „Jaguare, Cormoran-
und » Talu-« gesprengt, sämtliche Kanonen unbrauchbar
gemacht und das große Schwimmdock vernichtet sind,
wird Tsingtau an die Japaner Übergeben.
9. November. Der englische Kreuzer »Chatham« (val.
30. Oktober) beschießt den deutschen Kleinen Kreuzer »Königsberge
und das von diesem an Land eingerichtete Lager,
ohne Schaden anzurichten.
Das in den Hafen von Honolulu eingelaufene alte deutsche
Kanonenboot -„Geier= wird interniert.
Die »Emben« hatte zur Zerstörung der englischen Funkstation
ihre Landungsabteilung auf der Kokosinsel ausgeschifft,
als sie durch den britischen großen Kreuzer = Sydney= (1912;
5700 t) angegriffen und nach hartem Kampfe überwältigt
wird, nachdem sie 6 Offiziere, 4 Deckoffiziere, 26 Unterofftziere,
93 Mann an Toten und 1 Unteroffizier, 7 Mann
schwer verwundet verloren hat. Die Briten geben ihren
Verlust auf 4 Tote und 12 Berwundete an. Die Landungsabteilung,
3Offiziere, 49 Mann mit 4 Maschinengewehren, entkommt
auf dem Schoner »Ayesha« (123 Brutto-Reg.-Ton.).
11. November. Das japanische Torpedoboot = Nr. 33.
(1900; 80 t) sinkt vor Tsingtau beim Minensuchen.
Das britische Kanonenboot -Niger(1892; 820 t) wird
auf der Reede von Deal durch ein deutsches U-Boot versenkt.
16. November. Der deutsche Hilfskreuzer -Berline
läuft infolge Maschinenschadens Drontheim an und wird
am 18. November interniert.
17. November. Deutsche Streitkräfte machen einen
zweiten Vorstoß gegen Libau.
Die Dardanellen werden durch 6 Linienschiffe, 7 Kreuzer
und zahlreiche leichte Schiffe und Fahrzeuge der englischen
und französischen Flotte blockiert.
18. November. „Sultan Jawus Sellm= und -Midillie
versuchen, die an dem Bombardement von Trapezunt
beteiligten russischen Schiffe abzuschneiden. Das russische
Flaggschiff Swjatoi Jevstafi- (1906; 13000 t) wird beschädigt.