Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

Aummer  73

dürse  sie  den  Lebenonerv  in  Handel  und  Gewerbe
zerstören.  Auch  die  Wehrvorlage  habe  ihre
Schatten  vorausgeworsen,  die  für  unferen  Veeirk
  umso  kühlbarer  seien,  alo  die  Bildung  ciner
Neuformation  in  Rosenheim  abgelehnt  wurde
und  große  Lieserungen  auch  nicht  hierher  fieleu.
  Die  neuen  Krankenkassen  würden  der  Arleilerschast
  mohl  kaum  den  erhoffien  Segen
kringen,  ihr  aber  neue  drückende  Lasten  auferlege



Szueßuch  geht  der  Bericht  noch  auf  die  bessere
Verbindung  mit  Miesbach  ein  durch  Errichtung
einer  Motorpostlinie,  die  auch  nach  Vogtareuth
und  Gricoflält  angestrebt  werde,  um  das  dortige

  Gebiet  aus  dem  Dornvöschenschlaf  zu  erwecken.
  Von  der  Wendelsteinbahn  teilt  der  Bericht
  mit,  dah  sie  im  letzten  Jahre  trotz  der  Ungunst
  der  Witterung  über  30  000  Personen  befördert
  habe.  Der  Wunsch  gehe  aber  auf  bessere
Aerbindung  mit  der  Staatsbabn  in  Brannenburg.

  -

Im  Ansckluß  daran  wurde  noch  der  Bericht
über  die  Neugestaltung  der  aewerblichen  Fort—
bildungsschule  entgegengenommen.  Man  erfuhr
dabei,  daß  für  die  13jährigen  Vehrlinge  ein
Vorlurs  errichtet  wurde,  welcher  vorerst  das
achle  Schuljahr  ersetzen  soll.

Der  Bericht  wurde  genehmigend  zur  Kenntnis
  genommen.  Zuvor  brachte  ein  Mitgled
roch  den  Wunsch  zum  Ausdruck,  daß  in  den
Vorbericht  auch  eine  Bemerlung  über  die  schädliche
  Konkurrenz  der  vom  Staate  ganz  einseitig

und  unberech!igt  begünstigten  landwirtschaftlichen
rosienschajten  ausgenommen  werden  möge.
eer  diese  Grage  entspann  sich  eine  längere  Delate,
  in  der  namentlich  zum  Ausdrucke  gebracht
wurde,  daß  man  das  Material  dazu  in  allein
Pranchen  sammeln  möge,  um  es  an  geeigneter
Hle  verwerten  zu  können.  In  der  Handels.
lammer  habe  man  sich  wiederh  olt  mit  der  Frage
chlan  beichéftigt,  aber  man  habe  noch  nichls
erreicht.  Die  Kammer  hätte  sich  zwar  nicht  ab.
lelnend  verhalten,  aber  man  sei  nur  zögernd
en  die  Frage  herangetreten.  Einstweilen  sehlten
  noch  begründete  Handhaben,  die  man  jetzt
sommeln  möge.  Das  sei  aber  schwer.  Eegen
"1  „  Unternützung  der  landwirtschaftlichen  Geosienscharten
  als  solche  habe  man  nicht:  einzu-Jlen
  aber  gegen  die  schädlichen  Auswüchse,
die  nur  das  Werk  einzelner  seien,  mürse  man  sich
wenden.  Achuliche  Wahrnehmungen  habe  man
autl,  auf  anderen  Gebieten  gemacht  Vielfach
mearden  Wanderlehrer  Obstbaumhandel  betreilin,
  andercrseitls  machten  Tierzuchtinspekloren
Ant  gegen  die  Märlie  in  der  Stadt.  Unfere
Ienclälbermärlte  gingen  infolgedessen  imm#:
rci  urück.  Es  sei  erwägenswert,  ob  man  in
diesen  Fragen  nicht  mit  einer  Eingabe  an  den
oberk  a#n  chen  Landrat  herantreten  wolle.  Daßs
eine  Schädigung  bestehe,  das  sei  unumnößlich,
"6.  Bz  sei  dar  Material  schwer  beizubringen.  Gegen

e  reelle  Konkurrenz  der  Genossenschaften  habu
  n  gar  nichts  einzuwenden,  unterscheiden  müsse
man  zwischen  dem  gesetzlich  zulässigen  und  dem
un  besehlich  en  Handel.  Auch  müsse  man  dagegen

impfen,  daß  diese  Genossenschaften  zinseitig
klene  werden.  In  diesem  Sinne  saßte  da-Ctemium
  Beschluß;  dem  Vorbericht  zum  Jahtethericht
  wird  die  gewünschte  Bemerlung  eingeinat.


Lamit  waren  die  Beratungen  zum  Schlusse
neriehen.  Der  Druck  des  Jahresberichtra  wird
ir  diesem  Jahre  der  Buchdruckerei  des  „Wendelnein“
  üb:  rtragen  werden.  Der  Vorsitzende
schloß  die  Sigung  mit  Dankesworten  an  die
Mi#glieder  für  die  Unterstützung.

5

 

 

Kommunales.
sitzung  des  Magistrats-Kolleglums
Rosenheim.
am  Freitag  den  27.  Mars  1914.
vormittags  9  Uhr.
Vorjitzender:  K.  Hofrat  Bürqermeister  Wüst.

Die  veriiorbene  Brauereibesitzerswilwe  Feig
kmer  hat  folgende  Legate  rermacht:  500  V
dem  Spitalsonds,  500  Mk.  dem  on,
50  Mk.  dem  Kinderhort.  500  Mk.  dem  Vincmiusvercin
  und  1000  Mk.  dem  Waisenhaus-#endvs.
  Der  Magistrat  spricht  Dank  und  Anerleunung
  dafür  aus.

Die  Gemeindebevollmächtigten  haben  beschlossen,
  die  Fassadenerneuerung  des  Mädchenschulbonfes
  zurucktustellen  und  alljährlich  1900  Ml.
den  Etal  dafür  einzustellen.  Der  Vorsinende
  beantragt,  von  der  ersten  Rate  350
Nart  für  die  Erneuerung  des  Stiegenhauses,
für  das  seit  1897  nichts  geschehen  sei,  u  verwenden.
  Der  Magistrat  ist  damit  einverstanden.

Ueber  die  Fortsetzung  des  Indufriegeijes
rer  den  Mühlbach  und  Aenderung  der  Dreh-Eeibe
  liegt  Kostenanschlag  vor.  Der  Antrag
kan  war  veranlaßt  durch  Entgleisen  zweier
Lohlenwagen  im  Gaswerk.  Erforderlich  sind
6200  Mk.  Für  Anfertigung  des  Projektes  sind
110  Mr.  Kosten  entstanden.  Letzteren  kleinen
Beirag  hat  das  Gaswerk  zu  übernehmen.  Ueber
die  Auef  ührung  des  Projektes  selbst  ist  heute
noch  nicht  beraten  worden

Die  Baugenossenschaft  Posenbeim  ladet  zur
Scüichligung  der  neuen  Genossenschaftshäuser
Im  Samstag  um  Uhr  nachmittags  ein.
Auch  die  Gemeindebevollmächtigten  sind  dazu
en  ngeladen  worden.

Jn  Sachen  Rennbahn  sanden  zwei  Kommisleenesihungen
  ##  sall.  Das  Bejuligt  ist  rem

 

 

Rosenheimer  Anzelger

Rennverein  mitgeteilt  worden.  Das  Startbauamt
  hat  zwei  Projekte  ausgearbeitet,  eines
für  das  Hanstättergul,  das  andere  sör  ein
Terrain  an  der  Eberobergerstraße.  Die  Kosten
  des  Projektes  am  Haustättergut  betragen
39500  Mk.,  für  das  Proiekt  in  der  Nähe  der
Forstauen  56000  Mk.  Letzterer  Iigh  lann
nicht  gewählt  werden  wegen  der  Hochwasserdämme,
  der  wertvollen  Grundstück  usm.  Die
Kommission  glaubt  daher,  daß  nur  das  Pro#
jekt  an  der  Haustätterhöhe  weiterverfolgt  werden
  könnte.  Zur  Bedingung  ist  aber  gemacht,
daß  seitens  des  Rennvereins  sichere  Garantien
  für  Beitragszeichnungen  beigebracht  werden.
  Auch  mit  den  Münchener  Vereinen  ha#t
man  sich  in  Verbindung  gesetzt;  ein  Verein
weist  auf  die  hohen  Kosten  auswärliger  Rennen
  hin.  Er  könnte  sich  an  der  Abkallung
von  Rennen  nur  beteiligen,  wenn  der  hiesige
Verein  die  Kostlen  garantiert.  Der  Münchsner
  Trabrennverein  hat  die  Abhaltung  von
Rennen  in  Rosenheim  abgelehnt.  Die  Kommiss
sion  wünscht  also  ein  regeres  Interesse  des
Rennvereino  durch  Abgabe  rechteverbin##licher
Beitragsgorantien.  Im  Kostenpunlt  ünd
Grunderwerbungen  nicht  inbegriffen:  nur  die
Herstellung  des  Platzes  ist  berücksichtigt.  Erforderlich
  sind  37  Tagwerk,  24  davon  sind
im  Besitze  der  Stadt.  In  der  Debatte  wurde
erwähnt,  daß  die  Herren  des  Rennvere  ins  offen.
bar  das  Projelt  anders  auffassen.  Sie  scheinen
  anzunehmen,  daß  die  Grunverwekbunaslosten
  inbegrissen  sind.  Sie  seien  bereit,
00  Mk.  aufsmbringen  und  den  Rest  zu
verzinsen.  In  Betracht  gezogen  wurde  auch  die
oolehnende  Haltung  der  Münchener  Vereine.
Es  wurde  indessen  auch  darauf  bingewiesen.
daß  diese  Ablehnung  auf  die  Konkurrenz  zurückmführen
  sein  könnte.  Zu  berücksichtigen  sei
auch,  daß  die  Totalifatorergebnisse  ansschließlich
  für  Zuchtzwecke  verwendet  werden  müssen;
anderen  Zwecken  dürften  sie  nicht  zugeführt
merden.  —  Der  Magistrat  nimmt  non  diesem
Ergebnis  der  Kommissionsberatungen  Kenntnis.
  Wir  lommen  auf  Einzelheiten  noch  zurück.

Cokalnachrichlen.

Uanarbesteoschat  und  Cauwelse
im  Gebirge.

Das  K.  Bezirleamt  Rosenheim  reranstaltet
in  Verbindung  mit  dem  Stadtmagistrat  am
Sonntag  den  5.  April,  vormittags  10  Uhr,
im  Hotel  „Teutscher  Kaiser"  in  Rosenheim  und
nachmittags  ?  Uhr  im  „Bayerischen  Hof“  in
Prien  einen  von  Lichtbildern  erleuterten  Vortrag
  über  Banuarbeiterschutz  und  einen  Vortrag
  über  Bauweise  im  Gedirge.  Züc  das
erste  sozialpolitische  Thema  ist  der  Voc#and
es  K.  B.  Arbeirermuseume,  K.  Gewerberat
Karsch  in  München,  für  das  zweite  Thema,
das  gleich  dem  ersien  gercde  in  unserer  Gegend
auf  regstes  Interesse  sloßen  dürfte,  it  Professor
  iersch  an  der  K.  Techusschen  Hochschule
  in  München  gewonnen  worden.  Der  Bauarbeiterschutz
  hat  sich  aus  kleinen  Ansängen
im  Laufe  der  Jahre  zu  einem  Zuweige  nationaler
  Fürsorge  emporgeschwungen,  der  viel  Unheil
  verhütet,  der  Sorglosigleit  und  dem  Leichtsinn
  an  der  Baustätte  entgegentritt  und  die
(Gefahren  des  Baugewerbes  auf  ein  Mindestmaß
  zurückzuführen  bestrebt  ist.  Das  Arbeitermuseum,
  für  die  Männer  der  Arbeit  wohl  eine
der  größten  Scehenswürdigleiten  der  Haupistadt,
  vereinigt  in  sich  die  Summen  oiler  Erkahrungen
  und  Errungenschaften  auf  dem  Gebiete
  des  Arbeiterschutzes  im  Baumesen  und
wenn  es  nun  seinen  obersten  Leiter  in  die  Provinz
  entsendet,  um  über  den  reichen  Schan
seines  MWissens  zu  berichten,  in  lebensvollen  Bildern
  all  die  Fürsorge  einem  sachlundigen
Publilum  vorzuführen,  so  spricht  sich  der  Dank
aller  Betciligten  wohl  am  hergichsten  in  recht
zahlreichem  Besuche  der  Interessenten  aus;  so
manches  Vorurteil  über  diese  oder  sene,  scheinbar
  unnötige  behördliche  Auflage  an  den  Bauunternehmer
  wird  hiebei  entkräftet  und  beseitigt
werden.  Befaßt  sich  der  erste  Vortrag  mil
dem  Bauarbeiterschutz,  so  behandelt  der  zweite
ein  ideales  Gebiet,  das  uns  allen,  die  auf  die
Schönheit  unserer  Heimat  mit  Recht  stol):  sind,
hoch  willlommen  sein  muß.  Ein  „Meister“,
wie  Professor  Thiersch  es  auf  diesem  Gebiete
ist,  wird  da  Bilder  voll  bodenständiger  Lebensfreude
  entrollen;  er  wird  zeigen,  wie  unsere
  Altvordern  in  ihrem  schlicht  Rünffzerischen
Schönheitesinn  an  der  Verschönerung  ihrer  Heimat
  arbeiteten  und  wie  viel  unsere  Zeil  an  diesen
  ihren  Schöpfungen  durch  Abbruch  und  Ersatz
  mittels  Dutzendware  gesündigt  hat.  Er
wird  aber  auch  die  Wege  weisen,  welche  die
ländliche  Baukunst  im  Gebirge  zu  gehen  hat,
um  das  von  den  Vätern  Ererbte  zu  bewahren
und  stilgemäß  zu  erneuern,  mit  einem  Worte,
um  auf  altgewohnten  Pfaden  zu  wandeln  und
dazu  die  moderne  Bau=  und  Wohnungstechnik
sachgemäß,  aber  nicht  eindruckstörend  in  Avmendung
  zu  bringen.  Wenn  dann  aus  beredtem
Munde  sich  die  Bilder  aufrollen,  wie  auch  in
Zukunft  die  Orte  des  bayerischen  Hochlandes
durch  ihre  beimische  Bauart  das  Entzücken  unserer
  Sommergäste  bilden  müssen,  wenn  sie  nicht
eines  ihrer  Hauptreize  entbehren  sollen,  so  wird
gar  mancher  Zuhörer  sich  bei  Bauvornahmen
iener  Einflüsse  zu  wehren  wissen,  welche  ihm  das
Alte,  Schöne  verächtlich  machen  und  dofür
die  Schablone  nüchterner  Jinslasernbauten  aus- 



zuschwatzen  luchen.  Deshalb  dürkte  sich  der
Besuch  dieser  beiden  Vorträge  nickt  nur  für
die  Baugewerbetreibenden  aller  Zweige,  son
dern  auch  für  alle  gegenwärtigen  und  lünftigen
Bauherren  bestens  empfehlen.
*
r—
Rosenheim,  27.  März.

Oberb.  Schuldienst.  Wersetzt  wird  die
Schulverweserin  Maria  Jocher  auf  der  Vollschuntbrerinstelle
  in  Schwinolirchen.  B.  A.
Mühldorf,  ab  1.  April  auf  die  er#l'digte  Hilfslehrerinstelle
  in  Föching,  B.-A.  Miesbach.  Befördert
  werda#  die  Dchuwerweserin.  M.  Wagner
  in  Foching,  B.-A.  Miesbach,  ab  1.  April
Jaur  Voltkeschullehrerin  in  Markil,  B.-A.  Burghausen.
  und  der  Hilfslehrer  O#0  Feoce
zur  Auahilse  auf  der  Verweserstell-  in  St.  Georgen,
  B.-A.  Trostberg,  ab  1.  Nooi  zum
Schulverweser  unter  Belassung  auf  seiner  bieherigen
  Stelle.  Neuernannt  wird  die  Kandide
tin  des  Fossctalen  Viktoria  Müller  in
Kochel,  B.-A  Tölz,  ab  1.  Aprii  zur  Hilfs-Fhrerin
  bis  auf  weitereo  zur  Ausbilfsleistung
auf  die  erledigte  Veosleichullehrerirbelt  zu
Schwingkirchen,  B.-A.  Mühldorf.

Bahndienst.  Versetzt  werden  in  etatsmäßiger

  Weise  der  Vorarbeiter  im  Bahnunterhalitungedienst
  Ferd.  Färber  von  Bm.

Mühldorf  zur  Bm.  1  Simbach  a.  J.,  der  Sltationsdiener
  im  Rebenbahndienst  Fs.  Wagner
von  Mainburg  nach  Rosenheim,  der  Staftdasdiener
  im  gemischten  Dienst  G.  Schwaiger  von
Wasserburg  a.  J.  nach  München-Schwabing  und
der  Streckenwärter  L.  Wagner  von  Holzkirchen
zur  Bahnstation  München-Laim.  Belasien  wurde
  der  Stotionsmeister  L.  Gruber  in  Wiesmühl
bei  Tittmoning.

Abg.  Ruedorffer.  Der  langjährige  Zentrumoakbgeordnete
  für  den  Wahlkreis  Nosenheim,
  Herr  Gutsbesitzer  Sebastian  Ruedorffer,
rollendet  diesen  Sonntag  das  60.  Lebensjahr.
Er  gehört  der  Kammer  der  Abgeordneten
seit  dem  Jahre  1887  an.  In  das  öffentliche
Leben,  als  Gemeindebevollmächtigter  t,  trat  er
ror  30  Jahren.  Am  28.  Juni  1912  voilendeten
  sich  25  Jahre,  daß  Herr  Abg.  Nuiedorffer
der  Zentrumsfraktion  des  Landtages  andehörte.
  Im  Jahre  1910  schrieb  die  „Allgem.
Zeitung“  (Nr.  50):  „Abg.  Ruedorsser,  der  einfache
  Lebzelter  und  Konditor  in  der  lleinen
oberbaverischen  Landstadt,  war  in  gesunden
Jahren  eine  ganz  hervorragende  Arbei:kraft,
ein  Uuger,  besonnener  und  unheimlich  fleibiger

ann,  der  sich  mit  Feuereifer  in  schwierige
staatsrechtliche  und  sinanzpolitische  Fragen  vertiefte
  und  das  meiste  richtig  erfaßte.  Ruedorifer
  kannte  das  Budget  ont  genug.  urn  als
autoritctiver  Kenner  zu  gelien.  Ruedorffers
letzte  größere  Arbeit  war  das  Referat  zum
2  Kahlres  ormgesetz;  sein  Referat  war  so  radellob,
  wie  die  Reform  bekanntlich  schlecht  war.
Es  gibt  nicht  viele  Zentrumsleute  mehr  von

gleichem  guten  Schlage  in  Bayern“.  Woas  hier
rom  Abgeordneten  gesagt  ist,  gilt  au#l  vom
Gemeindebevollmächtigten.  Wir  entbieten

Herrn  Abg.  Ruedorfser  zur  Vollendung  seines
60.  Lebensjahres  unsere  besien  Glückrünsche!

Eröffnung  der  Bahn  Rosenheim-Frasdorf.
  Mit  der  Eröffnung  der  Lokalbahn
  Rosenheim-  Frasdorf  wird  es  nun  doch
ernst.  Wie  die  Betriedeleitung  Rosenheim  den
beteiligten  Gemeinden  mitteilt,  ist  die  Probefahrt
  für  die  neue  Lokalbahnstrecke  auf  den
4.  Mai  anberaumt.  Die  einentliche  Eröffnung
der  Strecke  findet  dann  am  Samstag  den  9.
Mai  staft

Sonderzug  Endorf.  Obing.  Am  nächsten
  Sonntag  ist  in  Obing  Markt.  Aus  diesem
  Anlaß  verkehrt  ein  Sonde  für  den
folgender  Fahrplan  festgesetzt  ist:  Endorf  ab
11.50  vormittags,  Grafing  bei  Endorf  11.56,
Halfing  12.02,  Amerang  12,15,  Aindorf  12.  28.
Pittenhort  12.34  und  Obing  an  12.40  Uhr.
Wir  machen  die  Marktbesucher  auf  diese  günstige
  Fahrgelegenheit  eigens  aufmerksam.  —
Diese  Meldung  ging  uns  heute  aus  Obing  zu.
Auf  Erkundigung  an  maßbgebender  Stelle  in
Rosenheim  erfahren  wir,  daß  bis  Freitag  mittag
  von  diesem  Sonderzug  noch  nichts  bekannt
war.  Somit  ist  anzunehmen,  daß  die  Bekanntgabe
  noch  erfolgen  wird.

Oeffentliche  Sammlungen  durch
die  Presse  waren  bisher  nur  in  bezug  auf
Sammlungen  zu  ausschlieblich  wohltätigen
Zwecken  ohne  polizeiliche  Genehmigung  erlaubt.
Sammlungen  für  wissenschaftliche  und  fünßllerische
  Zwecke,  für  die  Errichtung  von  Denkmälern,
beduriten  bieher  der  Erlaubnis  der  Dolei.
Das  neue  Polizeistrakgesetz  will  bekonders  die
Sammlungen,  die  durch  Veröffentlichung,  Verbreitung
  und  Versendung  von  Aufrusen  sowie
durch  die  Presse  überhaupt  vorgenommen  werden.
  vollständig  freigeben.

Der  „blaue  Montag“  war  bieher  nach
8  155  des  Polizeistrafgesetzbuches  verboten  und
Handwerkegesellen,  Gewerbsgehilsen,  Lehrlinge
und  Fabrikarbeiter,  die  am  Montag  „blau  machten“,
  konnten  zu  einer  Geldstrase  bis  zu  45
Mark  oder  einer  Haftstrafe  bis  zu  acht  Ta-Pen
  verurteilt  werden.  Der  Entwurf  zu  dem
neuen  Polizeistrafgesetzbuch  hebt  diesen  Paragraphen
  als  nicht  tt  zeitgemäh  auf,  das
„Blaumachen  am  Montag“  wird  also  künftig
übrrhaupt  nicht  mehr  strafbar  sein.  Vekurtei-=lungen
  wegen  dieses  Reates  sind  in  der  letzten

Zeit  sehr  selten  erfolgt.

Samiskag,  28.  Marz  1014

"  9l-  l-  —  2—
Ein  Betrüger.  Ein  Reisender  von  Mänchen
  wurde  wegen  Beirugs  fesigenommen.

 

 

Kurchüsche  Rachrichlen.

Zur  Priesterweihe.  Eczbischof  Dr.  von
Bettinger  ist  am  Donnerstag  in  Freising  einetrossen.
  Der  hohe  Kirchenfürst  wird  an  den
ealgenben  drei  Tagen  und  zwar  am  Freitag  die

eihe  des  Subdialonats  an  39  Alumnen  des
erzb.  Klerikalseminars  und  an  ein  Mitglied
des  Benediktinerordens,  am  Somstag  an  31
Kandidaten  der  Theologie  die  erste  Tonsur
und  die  vier  niederen  Weihen  und  am  Sonntag,
die  Diakonatsweihe  erteilen.

Münchener  Neuigkeilen.

München.  26.  März.  Gegenwärtig  findet
bei  der  Regierung  von  Oberbayern  die  rüfung
zur  Erlangung  des  Berechtigungescheines  für
den  Einjährig-Freiwilligen  Dienst  ftatt.  Der
Prüzung  haben  sich  93  Kanoidaten  unterzogen.
Am  Dienstag  vormittag  erfolgte  als  erste  Arbeit
  die  Bearbeitung  des  deutschen  Aufsatzes.
Als  Theman  waren  gegeben:  1.  Das  Heer,
eine  Schule  des  Volkes;  2.  Die  Eroberung  der
Lust  und  die  Ausnützung  der  Waserkräfte,
zwe:  Probleme  der  Gegenwart;  3.  Mit  welchem
Rechte  nennt  man  das  19.  Jahrhundert  das
zuclichte  Jahrhundert  der  bayersschen  Geschichte?
  Von  diesen  drei  Aufgaben  konnte  eine
zur  Bearbeitung  ausgewöhlt  werder.  Am
Dienstag  nachmittag  wurden  die  Aufgaben  aus
den  fremden  Sprachen,  am  Mittwoch  die  Ausgaben
  aus  der  Arithmetik  bearbeitet.  Die  mündliche
  Prüfung  wird  am  Freitag  und  Samstag
abgehalten.

Städl.  Arbellsamlt  Rosenheim.
Rosenheim,  26.  März.

Amtsstiunden:  Männl.  Abteilungs—113Uhr
vormittags  und  2—6  Uhr  nachmittags.  Weibl.
Abteilung  8—11  Uhr  vormittags  und  2—5
Uhr  nachmittags.

Offene  Stellen:  Gesucht  wecden:
1  Oberlnecht,  1  Fuhrknecht,  22  Feldknechte,  7
Dienstbuben,  1  junger  Schweinefütterer,  1  Herrsckofte
  gärtner,  1  Mäusefänger,  1  junger  Fahr- 



radmechaniker,  1  Mechaniker  für  Amtomobdile,
2  selbständige  Schmiede,  1  Weber,  1  Sattler
auf  Kumet-,  Möbel=  und  Wagenarbeit,  1  Küchenmetzger

  fur  Saison,  11  Schneider,  2  Maler.

50  Stall=  und  Feldmagde,  10  Hausmägde,
4  Kindsmägde,  3  Mädchen  neben  der  Frau.
4  Mädchen  zür  alles,  60  Privatlochinnen,  3
Gasthofköchinnen.  1  bessere#  Kindermädchen.
Lehrlinge  und  Lehrmädchen  verschiedener  Art.

Sprechsaal.
(Ohne  Verantwortung  der  Redaktion.])
Die  Hasenstallung.

Die  Nachbarn  sind  keine  Gegner  der  Kan:  sachen
wucht,  sondern  vergonnen  dem  Verein  die  Syri-=pathie
  von  Seiten  der  K.  Regierung  von  Oberbayern.
  Die  höchste  Stelle  wird  aber  entschie
den  den  Standpunkt  einnehmen,  daß  durch  ausgedehnte.
  rationelle  Kaninchenzucht  niemand  belästigt
  werden  darf.  Wir  sind  nicht  brruhigt:
denn  der  vergangene  Sommer  hat  uns  übereugt.
  dak  bereits  der  alte  Hasenstall  mit  30
bis  40  Tieren  manch  Unangenehmes,  beionders
viele  Fliegen  in  die  Nachdarschaft  entiandte.
Damals  wurde  geschwieqen  um  des  lieben  Frie:
dens  willen.  Jedermann  wird  zunimmen,  daß
größte  Reinlichteit  auch  nicht  alle  üblen  Folgen
beben  und  die  Raiten  verscheuchen  kann  Der

Laie  weiß  schon,  daß  cic  Käfige  anfanne  nur
mit  je  einem  Tier  besetzt  werden;  wie  rasch  aber
in  kürzester  Zeit  die  Bevölkerungsiffer  steigt
das  weiß  der  Fachmann  am  besien.  Allzudiet
ist  ungesund,  im  wahren  Sinne  des  Worke:.
In  unferem  lieben  Rosenheim  ge  jchieht  viel,  ja
sehr  viel,  um  ihm  den  Charallter  einer  noder
nen  Stadt  zu  geben.  Es  ist  deshalb  nbeesi|
lich,  daß  das,  was  auf  der  einen  Seire  aefund
beirlich  verbeäert.  wird,  auf  der  anderen  Seit:
M#eder  „verbäuerlicht“  werden  kann  und  delf.
Waos  sagt  der  Fremdenverkehroverein  bazu?
Es  wird  auf  die  verehrl.  Stadtvertretung  vertraut,
  daß  sie  solch  unhaltbare  Zustände  beseitigen
  hilft.

Schlußwort  der  Nachbarn.
-  —

—  —  —  —
Mit  rotbackigen  Äpfeln
veryleicht  man  gern  die  Dongen  der  Kinder.  Die
Mutter  ist  #raluckt.  wenn  :.:  Cxrölling  frisch  und
dlühend  aussicht  Sitl#  es  Saran,  2i6  rile  hicn  getroft.

#
Emulsion
zu  Scotte  Emm'iten  —  Leber#n  mit
Kalk,  und  Phosdror·  Sal·  n  —,  und

lald  wird  das  Kind  fricher  werden
zr  rote  v  Bce  brtommeii.

L

   
 

r“-  Iris-nas-  im.
*e  !s#mê-