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hat der Gebissene oft wochen., monate= und jahrelang an den Folgen
des Bisses zu leiden, und manchem Menschen hal ein Tropfen der
fürchterlichen Flüssigkeit im buchstäblichen Sinne des Wortes das
Janze Leben vergiftet. Am mieisten fallen Uinder und Frauen, die
in Wäldern nach Beeren suchen und barfuß dabei gehen, dem Gift
wurm zum Opfer. Man sollte darum Orte, an denen man Ureuzollern
vermutet, nie anders als mil hohen Stiefeln beireten. Hat
trotzdem jemand das Unslück, von einer Otler gebissen zu werden,
so ist, wenn nicht sofort ein Arzt zur Stelle ist, folgende Selbsthilfe
anzuraten.
Sogleich nach dem Bisse nehme man irgendein Band, wickle
es oberhalb der gebissenen Stelle um das verwundete Glied und
schnäre es so fest zu, wie man vermag. Man lege in einem ge.
wissen Abstande ein zweites, drities und viertes derartiges Band
oberhalb des ersten um das Glied, führe dann einen raschen Schnitt
über die Wunde und lasse sie bluten, oder man nehme eine breunende
Nohle, glühendes Eisen, Höllenstein oder ein sonstiges Atzmittel,
um sie auszubrennen. Dann reiche man dem Dergifteten Branntwein,
und zwar so viel wie nur möglich. So schädlich der Branntwein
sonst ist, in diesem Fall ist er das beste und sicherste Mitel,
dem Wenschen das Leben zu retten. Auch der reichlichste Brannkweingenuß
zeigt nachher keine unangenehmen Folgen.
147. Die Heringsfischerei auf hoher See.
, Von Georg Markus.
Wer im Monat Mai den Hafen zu Emden besucht, gewahrt dort
auf den ersten Blick eine außergewöhnliche Tätigkeit. Es gilt
dann, 80 und mehr Schiffe zur Ausfahrt auf den Heringsfang auszurüsten.
Ergraute „Seebären“ von der ausgeprägten eigenartigen
Gestalt des friesischen Fischers hantieren mit Jungen um die Wette.
Alles ist an der Arbeit, teils an Bord bei der Auftakelung oder
außenbords beim Anstreichen, teils bei der Herbeischaffung leerer
Heringstonnen und riesiger Netze.
Anfang Juni gehen die Logger — so werden die schlanken, etwa
25 m langen Segler und Dampfer genannt — auf die hohe See.
Die erste Reise geht in die Nähe der Shetland= und Orkneyinseln,
wo sich regelmäßig die ersten Heringe zeigen. Später werden
sie vorzugsweise auf der Doggerbank angetroffen. In ungeheuern
Zügen von 5 bis 6 Seemeilen Länge und 2 bis 3 Seemeilen Breite
wandern die Heringe aus den Tiefen des Atlantischen Ozeaus und
des Nördlichen Eismeeres in die Gewässer der Nordsee, um hier